Luftfahrtgeschichte Erst Underdog, dann Überflieger
Oldtimer in der Luft: Louis Blériots Eindecker ist bis heute für Fans alter Flugzeuge ein Höhepunkt bei Flugshows. Dieses restaurierte Modell zeigt im Juni 2009 im österreichischen Zeltweg, wie gut es sich auch nach hundert Jahren noch in der Luft halten kann.
Spannung vor dem Start: Am 25. Juli 1909 war es endlich so weit - Louis Blériot wagte mit seinem Eindecker-Flugzeug die Überquerung des Ärmelkanals von Calais nach Dover.
Bewunderter Held: Nach 37 Minuten hatte es Louis Blériot geschafft - er landete sicher auf der britischen Seite des Ärmelkanals. Damit war er der Erste. Nach seiner Landung auf einem Golfplatz wurde er sofort von Journalisten und Schaulustigen umringt.
Der Überflieger: Der französische Flugpionier Louis Blériot (l.) hatte sich nach seinem Ingenieurs-Studium mit einer kleinen Firma selbstständig gemacht, die Autoscheinwerfer herstellte. Seinen Traum vom Fliegen gab er dabei aber nie auf.
Vom Pilot zum Geschäftsmann: Nachdem Blériot erfolgreich den Ärmelkanal überquert hatte, entstand plötzlich eine große Nachfrage nach seiner dafür konstruierten Blériot XI. So konnte der Luftfahrtpionier von dem Preisgeld und den Einnahmen nicht nur seine Schulden bezahlen, sondern auch das französische Flugzeugunternehmen SPAD kaufen.
Ein gefeierter Pilot: Nach mehreren Fehlkonstruktionen war es schließlich das elfte Flugzeugmodell, das Blériot unfallfrei in die Luft und wieder auf den Boden bekam. Für seine Ärmelkanalüberquerung mit der Blériot XI wurde der Franzose zum Held und konnte das von der "Daily Mail" ausgelobte Preisgeld von 1000 Englischen Pfund einstreichen.
Sichere Landung: Zu Beginn hatte Louis Blériot noch mit Gabriel Voisin, einem anderen französischen Luftfahrtpionier zusammengearbeitet. Das scheiterte jedoch bald an den unterschiedlichen Vorstellungen der beiden Männer - Voisin setzte auf Doppeldecker, Blériot dagegen wollte nur mit Eindeckern fliegen.
Blériots Propeller: Bei seinem Rekordflug mit der Blériot XI ließ der Konstrukteur sein Flugzeug noch mit einem Motor mit einer Leistung von 21 kW (28 PS) antreiben. Die noch flugtüchtigen restaurierten Modelle sind heute zumeist mit etwas stärkeren Motoren ausgestattet.
Blériot und sein Flugzeug: Nach seinem erfolgreichen Kanalüberflug betrieb der Ingenieur mehrere Flugschulen, bis er sich 1914 den französischen Flugzeugbauer SPAD kaufte und zu einer erfolgreichen Marke machte. Im Ersten Weltkrieg versorgte er die französische Luftwaffe mit Jagdflugzeugen.
Höhenrausch: Todesmutig wagen sich bis heute Flugzeugliebhaber mit der einsitzigen Blériot XI für Flugshows in die Luft. Wer nicht ganz so tollkühn ist, schaut sich das Spektakel derweil vom Boden aus an. Regelmäßig erscheinen Tausende Schaulustige zu solchen Events.
Ehrengast aus der Luft: Zum 20. Jahrestag seines Kanalüberflugs im Juli 1929 erschien Louis Blériot selbstverständlich per Flugzeug in Dover. Bis zu seinem Tod 1936 blieb der Ingenieur der Luftfahrt eng verbunden. Die Verstaatlichung der Luftfahrt in Frankreich und damit das Ende seines Unternehmens musste er nicht mehr miterleben - sie erfolgte nur wenige Wochen nach seinem Tod.
In der ersten Reihe: Von Schiffen aus beobachteten Schaulustige am 25. Juli 1909 Blériots Flug über den Ärmelkanal.
Der glückliche Gewinner: Am Tag nach seinem Rekordflug posierte Louis Blériot mit seiner Frau Alicia, Freunden und Weggefährten vor der Blériot XI. Der Pilot hatte nur wenige Jahre zuvor geheiratet und praktisch das gesamte Vermögen für seine Flugleidenschaft ausgegeben - das Preisgeld kam ihm daher gerade recht. Rechts im Bild zwischen dem Rad und dem Heck des Flugzeugs im dunklen Mantel steht Graf Charles de Lambert, der mit Blériot um diesen Flug konkurriert hatte. Drei Monate später überflog Lambert dafür als Erster Paris und den Eiffelturm.
Empfang für einen Helden: Die Menge jubelte, als der französische Pilot Louis Blériot nach seinem Rekordflug am 25. Juli 1909 in London einfuhr.
Der Rekordflug: Vor Blériot hatte es noch kein anderer Pilot geschafft, in einem Flugzeug über den Ärmelkanal zu fliegen. Mit einem Gasballon hingegen war es dem Franzose Jean-Pierre Blanchard und dem US-Amerikaner John Jeffries bereits am 7. Januar 1785 gelungen. Während die beiden mit ihrem Ballon 2 Stunden und 25 Minuten brauchten, benötigte Blériot für die Strecke nur 37 Minuten.
Die Bleriot V: Für seine ersten Flugversuche benutzte Blériot noch sogenannte Ornithopter, Gleitflugzeuge, die den Flügelschlag der Vögel nachahmten. Mit den Konstruktionen wie dieser Blériot V "L'Oiseau" scheiterten seine Flugversuche jedoch.
Erfolgloser Nachbau: Immer wieder versuchten auch andere Firmen Louis Blériots Erfolgsflugzeug nachzubauen, wie etwa 1910 der französische Flugzeugbauer "Societe Pour les Appareils Deperdussin" (SPAD).
Zum Fliegertreffen: Eine der letzten noch flugtauglichen Blériot XI, die "La Manche" gehört dem Schweden Mikael Carlson. Regelmäßig fliegt er mit ihr zu Fliegertreffen und lässt seinen luftigen Oldtimer von Schaulustigen bewundern.
Bleriot XI von Mikael Carlson: Dies ist die älteste Thulin-Bleriot die noch fliegt und mithin eines der ältesten noch flugbereiten Flugzeuge der Welt. Die Bleriot XI sollte nicht nur durch die Überquerung des Ärmelkanals berühmt werden. Sie war auch das erste Flugzeug, das die Alpen überquerte sowie das erste Flugzeug, das vom Militär eingesetzt wurde und das erste Flugzeug das einen Looping fliegen konnte.