Luftfahrtgeschichte Größenwahn hoch X
Fliegendes Weltwunder: Mit ihrem schiffsförmigen Rumpf und einer Flügelspannweite von 48 Metern wurde die hochseetüchtige Do X 1929 noch als Weltwunder gefeiert.
Gelungener Start: Als die zwölfmotorige Do X - die zwölf Siemens-Jupiter-Motoren waren in sechs Tandemgondeln über dem Flügel angebracht - am 12. Juli 1929 auf dem Wasser des Bodensees vor der eigens für den Giganten gebauten Werft Altenrhein am Schweizer Seeufer unter der Regie von Flugbootführer Richard Wagner abhob, kannte die Begeisterung keine Grenzen.
Dickes Ding: In der Planphase war die Do X neben ihrer zivilen Nutzung auch als Fernaufklärer, Minenleger und Torpedoflugzeug konzipiert. Nach dem Bau folgte das vernichtende Urteil - die Do X eignet sich nicht als Militärflugzeug.
Platz da: 66 Passagiere fanden in dem 10,25 Meter hohen und 40,5 Meter langen Hotelschiff Platz - zumindest theoretisch, denn die Do X wurde nie in den Liniendienst gestellt.
Auf Welttournee: 1930 startete die Do X zu einem zweijährigen Werbeflug um die Welt. Beginn der Reise war der Bodensee, auf dem Foto befindet sich das Flugschiff gerade auf dem Müggelsee in Berlin. Wo immer der fliegende Riese auftauchte, jubelten ihm Tausende von Menschen zu.
Starke Leistung: Auf seiner Reise wird der fliegende Koloss von wassergekühlten amerikanischen Curtiss-Triebwerken mit einer Leistung von je 640 PS angetrieben - die vorher verwendeten Siemens-Jupiter-Triebwerke waren mit den 50 Tonnen Startgewicht der Do X schlicht überfordert.
Abgehoben: Als "Novum der Fliegerei" und "Wunderwerk der deutschen Technik" feierte die Presse den fliegenden Riesen nach seinem Jungfernflug.
Vor der Skyline des Big Apple: Wo immer die Do X auftauchte, umjubelten Tausende von Menschen den fliegenden Gast - so auch am 31. August 1931, als die Do X in New York landete.
Willkommen an Bord: Am 21. Oktober 1929, einem nebligen Montagmorgen, fanden sich 159 Betriebsangehörige und Journalisten für den ersten Passagierflug am Bodensee ein. In leichten Korbstühlen nahmen sie im noch unverkleideten Aluminiumrumpf Platz. Es war ein Passagierrekord, der erst 20 Jahre später von dem amerikanischen Militärtransporter "Lookheed Constitution" übertroffen werden sollte.
Annehmlichkeiten: Nach dem Essen konnten sich die Gäste in der Bordbar einen Drink genehmigen und sich im Salon ausruhen.
Luxus über den Wolken: Den Passagieren sollte es an Bord nicht an Komfort fehlen. Geschirr aus Porzellan, Tapete an den Wänden und feinste Teppiche auf dem Boden sowie bequeme Sessel - die Do X war ein wahrer Luxusliner.
Dreidecker: Das weltweit größte Flugschiff verfügte über drei Decks. Im unteren war die Crew untergebracht sowie die Tanks und das Gepäck. Im mittleren Deck befand sich der Passagierraum und ein luxuriöser Speisesaal. Ganz oben thronte das Cockpit - das eher an die Brücke eines Dampfers erinnerte als an die Pilotenkanzel eines Flugzeugs.
Dornier und seine Do X: Claudius Dornier, Sohn des Dornier-Firmengründers Claude Dornier, mit einem Modell des legendären Flugschiffes Do X auf einem Archivbild vom Dezember 1979 - das Flugboot war der ganze Stolz der Firma.
Beliebtes Fotomotiv: Die Do X erreichte eine Gipfelhöhe von 1250 Metern und eine Geschwindigkeit von circa 175 Stundenkilometern - für die damalige Zeit eine Sensation.
Welttour: Auf ihrer Werbetour um die Welt landete die Do X auch im Hafen von New York.
Über dem Rhein: Die Do X am 6. November 1930 über dem Rhein mit dem Ziel Amsterdam. Es ist die erste Station der Do-X-Welttour, auf der das Flugschiff rund 38.000 Kilometer zurücklegen und Brasilien, Kuba und New York ansteuern wird.
Musealer Ruhestand: Dieses Modell der zwölfmotorigen Do X hängt im Dornier-Museum in Friedrichshafen. Die neue Ausstellung wurde Juni 2009 eröffnet.
Do-X-Propeller: Die dreieinhalb Meter langen Propeller der Do X ermöglichten eine Geschwindigkeit von 175 Kilometern pro Stunde - jetzt sind sie im Dornier-Museum in Friedrichshafen zu sehen. Auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern werden hier hundert Jahre Luftfahrtgeschichte ausgestellt.