Luftfahrtgeschichte - DER SPIEGEL
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Luftfahrtgeschichte Krieg aus, Film ab

Von Verdun nach Hollywood: Ein jetzt entdeckter Original-Farbfilm aus den dreißiger Jahren dokumentiert die Odyssee zweier deutscher Dopppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg, die in Amerika zu fliegenden Filmstars wurden. einestages zeigt exklusive Ausschnitte.
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Oscar-Sieger Kennell: Laut Buck Kennell spielte seine Pfalz nicht nur in "The Dawn Patrol" mit, sondern auch in dem Howard-Hughes-Streifen "Hells Angels" von 1930. Auch für den Film "Men with wings" (1938) wurde die Pfalz angefordert, aber die Maschine befand sich gerade in Restaurierung. Es ist unklar, ob die Pfalz womöglich dennoch für Bodenszenen eingesetzt wurde. Kennell selbst war über viele Jahre im Dienst der Paramount Pictures und erhielt am 8. April 1963 bei den Academy Awards einen Oscar. Zusammen mit Charles E. Suttner und William Bryson Smith gewann er den Preis in der Kategorie "Scientific or Technical Awards" für ein neues System zur Stromversorgung, dass Dreharbeiten wesentlich erleichterte.

Foto: Ralf Klee
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Über den Dächern von Los Angeles: Louis "Buck" Kennell erwarb seine Pfalz D.XII 1938 von einem Hollywood-Studio. Der begeisterte Freizeitflieger restaurierte den deutschen Jagdeinsitzer in akribischer Kleinarbeit und machte ihn wieder flugfähig.

Foto: Ralf Klee
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Startklarer Pfalz-Jäger: Insgesamt zehn Staffeln der kaiserlichen Luftwaffe wurden an Sommer 1918 mit der Pfalz D.XII ausgerüstet, die im Juli 1918 ihren ersten Kampfeinsatz erlebt.

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"The Dawn Patrol": Starregisseur Howard Hawks drehte in Hollywood 1929 das Fliegerdrama "The Dawn Patrol" ("Start in die Dämmerung") mit Douglas Fairbanks Jr - und zwei deutschen Pfalz DXII Jagdeinsitzern. Der Film avancierte 1930 zum Kassenschlager; bereits acht Jahre später kam ein Remake mit Errol Flynn und David Niven in die Kinos.

Foto: Ralf Klee
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Take-off in der Pfalz: Im Speckgürtel der Metropole Los Angeles liegt die Stadt Inglewood. Hier befand sich bis zum Zweiten Weltkrieg der private Dycer Airport. Die Anlage an der Western Avenue und der 136. Straße bestand aus insgesamt 24 Hangars. In einem davon war die Pfalz D.XII von Buck Kennell untergebracht, mit der er an schönen Tagen Runden über Hollywood drehte.

Foto: Ralf Klee
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Pfalz D.XII im Flug: Die Brüder Alfred und Ernst Eversbusch gründeten im Sommer 1913 in Speyer die Pfalz Flugzeugwerke GmbH. Zunächst wurden in Speyer Flugzeuge in Lizenz gebaut, mit Fortdauer des Ersten Weltkrieges entstanden jedoch auch eigene, recht erfolgreiche Konstruktionen. Eine von davon war die Pfalz D.XII mit ihrem wassergekühlten Reihenmotor, die ab Mitte 1918 zum Einsatz kam.

Foto: Ralf Klee
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Pfalz-Jagdflugzeug: Bei einem Vergleichsfliegen gegen Konkurrenzmuster im Juni 1918 in Berlin-Adlershof unterliegt die Pfalz D.XII gegen die bald legendäre Fokker D.VII. Dennoch geht auch der in Speyer gebaute Doppeldecker in Serie.

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Zahlenspiele: Die beiden Pfalz D.XII wurden von George Jarrett und Louis Kennell detailgetreu restauriert, einschließlich der anhand alter Fotografien und Beschreibungen rekonstruierten Originalfarbgebung. Bei der Beschriftung mit den alten Seriennummern muss ihnen jedoch ein Fehler unterlaufen sein. Laut dem Luftfahrtjournalisten Peter M. Bowers, der sich eingehend mit der Odyssee der beiden Flugzeuge beschäftigt hat, wurden die Nummern 7511/18 und 7517/18 nie vergeben. Der australische Experte Douglas T. Pardee nimmt an, dass die beiden Pfalz-Jäger die Nummern 1511/18 und 1517/18 trugen und die US-Sammler die erste Ziffer verwechselten.

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Geheimnisvoller Flieger: Die Geschichte der beiden in die USA gelangten deutschen Jagdeinsitzer vom Typ Pfalz D.XII ist geheimnisumwittert. Die Seriennummern scheinen falsch, Eintragungen im US-Flugregister fehlen. Buck Kennell, Eigentümer der einen Maschine, stiftete die Pfalz 1949 dem National Air and Space Museum in Washington, D.C. Seinen Angaben zufolge wurden die beiden Pfalz-Jäger am 1. Januar 1919 in Koblenz inspiziert und dann in die USA verbracht worden.

Foto: Ralf Klee
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Waffennarr Jarrett: In der Zwischenkriegszeit sammelte George B. Jarrett (1901-74) in großem Stil Militaria des Ersten Weltkrieges und stellte sie in einem eigenen Museum in Atlantic City aus - neben Panzern, Geschützen und Uniformen auch ein deutsches Jagdflugzeug Pfalz D.XII von 1918. Im Zweiten Weltkrieg machte sich die U.S. Army Jarretts Wissen zunutze - der Sammler diente in einer Einheit, die sich mit der Analyse und Erprobung gegnerischer Waffensysteme beschäftigte. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Colonel Jarrett Kurator des US Army Ordnance Museums im US-Bundesstaat Maryland, das eine der größten militärkundlichen Sammlungen der Welt besitzt.

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Jagdeinsitzer Pfalz D.XII: Viele deutsche Piloten kritisierten die mangelnde Wendigkeit der ab Sommer 1918 ausgelieferten Pfalz D.XII, Mechaniker klagen über die umständliche Verspannung der Tragflächen. Auf der anderen Seite gelten ihre Sturzflugeigenschaften als überragend.

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Beutestück: Nach Kriegsende werden Tausende deutsche Jagdflugzeuge verschrottet oder von den alliierten Siegern requiriert. Diese Pfalz D.XII etwa haben Kanadier erbeutet.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?