Der erste Flug über die DDR München - Dresden direkt
Linienmaschine in Dresden: Passagiere besteigen am Flughafen Dresden eine Boeing 737-300 der Lufthansa. Rund zwei Monate nach dem Sonderflug von München nach Dresden nahm die Lufthansa im März 1990 Linienflüge nach Dresden auf.
Himmelhohe Grenze: Die Luftaufnahme von 1989 zeigt das thüringische Dorf Wahlhausen im heutigen Eichsfeldkreis, damals unmittelbar an der scharf bewachten innerdeutschen Grenze zu Hessen gelegen. Flugzeuge, die unautorisiert in die Flugverbotszone an der Schnittstelle zwischen Nato und Warschauer Pakt einflogen, mussten damit rechnen, von Abfangjägern zur Landung gezwungen oder sogar beschossen zu werden.
Flugkapitän Baur: Frank Baur saß beim ersten Direktflug über die deutsch-deutsche Grenze am 31. Januar 1990 als Co-Pilot im Cockpit der Lufthansa-Boeing "Reutlingen". "Die Kontrollzone war eine Art Heilige Kuh der Luftfahrt", erinnert sich Baur heute - in dem Sperrbereich konnte die Luftabwehr von Nato oder Warschauer Pakt ohne Warnung auf eindringende Flugzeuge schießen.
Lufthansa-Boeing "Reutlingen": Die Maschine, die den historischen Erstflug direkt in die DDR unternahm, war die "Reutlingen" mit dem Rufzeichen D-ABXT, eine Boeing 737-300. Sie war zudem eine der ersten Lufthansa-Maschinen im neuen Design- weiß lackiert statt mit dem bis dahin traditionellen blauen Streifen in Höhe der Kabinenfenster und einer schwarze Nase.
Stewardess Ingeborg Preiss: "Die Stimmung an Bord war sehr bewegend", erinnert sich Ingeborg Preiss, damals Flugbegleiterin bei der Lufthansa, an den historischen Flug am 31. Januar 1990. An diesem Tag flog die Lufthansa-Boeing "Reutlingen" erstmals durch den Eisernen Vorhang direkt von Deutschland (West) nach Deutschland (Ost).
Lufthansa-Crew in Dresden: Die Crew des Lufthansa-Fluges LH 6024 nach der Landung in Dresden. Flugbegleiterin Ingeborg Preiss (4.v.l.), Co-Pilot Frank Baur (3.v.r.) und ihre Kollegen hatten bei dem vorangegangenen Direktflug von München in die damalige DDR-Bezirksstadt erstmals die bis dahin scharf bewachte "Air Defense Identification Zone" über dem Eisernen Vorhang durchflogen.
Abflug von München: Passagiere steigen am Münchner Flughafen vom Flughafenbus in eine Lufthansa-Boeing um. Von München aus war am Morgen des 31. Januar 1990 eine Maschine desselben Typs zu einem historischen Erstflug direkt über die Zonengrenze in die damalige DDR gestartet. Damals war noch der alte Flughafen München-Riem in Benutzung; der Großflughafen München Franz Josef Strauß wurde erst 1992 eröffnet.
Semperoper in Dresden 1990: Ihren Aufenthalt in Dresden nutzte die Crew der LH 6024, um sich die Sehenswürdigkeiten des "Elbflorenz" als Touristen anzusehen. Dresden war noch gezeichnet vom Verfall der historischen Bausubstanz und von Braunkohlestaub. Hier die Semperoper mit einem Lada.
Landung in Leipzig: Die Lufthansa-Maschine LH 398 landet auf dem Leipziger Flughafen. Zweimal im Jahr, zur Leipziger Frühjahrs- und Herbstmesse, durfte die westdeutsche Fluglinie mit Sondergenehmigung in die DDR fliegen - allerdings nie direkt, sondern mit dem Umweg über die damalige Tschechoslowakei.
Warnung auf der Flugkarte: Auf dieser Flugkarte für Sichtflug ist die das Sperrgebiet über der innerdeutschen Grenze, im Nato-Jargon ADIZ ("Air Defense Identification Zone"), als Flugverbotszone ausgewiesen - mit einem fettgedruckten Warnhinweis, auf unautorisiert eindringende Flugzeuge könne ohne Warnung geschossen werden.