Luxussanatorium Beelitz - DER SPIEGEL
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Luxussanatorium Beelitz Von allen Lastern der Metropole bewahrt

Prächtige Arkaden, riesige Speisesäle: Seit 1898 waren die Beelitzer Heilstätten der Luxuskurort für Berliner. Mittlerweile ist die Oase, in der Hitler behandelt wurde und Honecker Zuflucht fand, ein verlassener Ort. Ein Fotograf hat den Zauber des Verfalls auf faszinierende Bilder gebannt.
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Trockengelegt: Bereits in der ersten Bauphase zwischen 1898 und 1902 wurde in Beelitz die Zentralbadeanstalt errichtet. Trotz - und gerade durch - den Verfall des ehemaligen Sanatoriums ist die Pracht der Gebäude bis heute gut zu erkennen.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Krankentrage: Während des Ersten Weltkriegs wurde das Sanatorium als Lazarett des Roten Kreuzes genutzt. Mehr als 12.500 verletzte Soldaten wurden hier bis 1919 gepflegt, unter ihnen...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...auch der 1916 im Gefecht verwundete Gefreite Adolf Hitler. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Heilstätten in die Hand des sowjetischen Militärs über, das hier sein größtes Hospital außerhalb des eigenen Territoriums errichtete.

Mehr Fotos von Marc Mielzarjewicz auf seiner Homepage www.marodes.de. 

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Russischer Soldat: Im Park des ehemaligen Männersanatoriums in Beelitz sind die Veränderungen durch das sowjetische Militär gut zu erkennen. Unter anderem wurden hier Soldatendenkmäler wie dieses errichtet.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Verfall: Inzwischen sind die Gebäude des ehemaligen Sanatoriums aufgrund der fehlenden Wartung und Sanierung stark beschädigt. Rost und Schimmel haben sich wie hier im Pavillon des Männersanatoriums überall breitgemacht.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Technik der Vergangenheit: Das Kessel- und Maschinenhaus der Beelitzer Heilstätten. Die Maschinen sind inzwischen verrostet und nie wieder zu gebrauchen.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Im Dornröschenschlaf: Eher an ein verwunschenes Schloss als an eine Heilanstalt erinnern die heute überwucherten Gebäude in Beelitz. In diesem Haus befand sich die Küche des ehemaligen Frauensanatoriums.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Der Zahn der Zeit: Viele Gebäude wirken von außen auf den ersten Blick intakt, im Inneren ist der starke Verfall jedoch nicht mehr zu übersehen. In der Waschküche des ehemaligen Frauensanatoriums blättert die Farbe von den Wänden und der Boden ist mit Schutt bedeckt. Noch immer gut zu erkennen...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...ist aber auch hier die einstige Schönheit und der Detailreichtum der Architektur der Gebäude.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Erholung im Märchenschloss: Die Heilstätten waren vor allem als Kurort für Tuberkuloseopatienten errichtet worden. Die Krankheit war am Ende des 19. Jahrhunderts und bis ins "Dritte Reich" hinein für viele Todesfälle und Arbeitsunfähigkeit verantwortlich und richtete enormen volkswirtschaftlichen Schaden an. Besonders betroffen...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...waren ärmere Menschen. Mangelernährung und schwere körperliche Arbeit waren für sie an der Tagesordnung. Dazu kamen die katastrophalen hygienischen und medizinischen Bedingungen in den überbelegten und heruntergekommenen Häusern und Hinterhöfen Berlins.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Theater: Besonders repräsentativ waren die Gebäude der Männer-Lungenheilanstalt. Sie waren alle in Nord-Süd-Ausrichtung und mit besonders hohen Fenstern gebaut. So war eine bestmögliche Belichtung der Räume garantiert.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Hollywood in Beelitz: Aufgrund der morbiden Atmosphäre der einstigen Prachtbauten wurde das Gelände der Beelitzer Heilanstalten in der Vergangenheit immer wieder auch als Filmkulisse genutzt. Unter anderem wurden Teile von Polanskis "Der Pianist" hier gedreht.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Gespensterjagd: Durch die Rundbogenfenster, Kuppeln und barocken Formen wirken die Gebäude der Heilanstalten trotz ihres Verfalls geradezu sakral.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Lungenheilstätte: Viel Ruhe, Licht und frische Luft waren die zentralen Elemente in der Tuberkulosetherapie in Beelitz. Damit den Patienten dies auch bei schlechtem Wetter ermöglicht werden konnte, wurden die Liege- und Wandelhallen im Zentrum der Anlage gebaut.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Staub und Dunstabzugshauben: Von der ehemaligen Küche der Frauen-Lungenheilstätten ist heute nicht mehr viel zu erkennen. Nur etwas...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...kaputtes Geschirr und...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...ein paar verrostete Servierwagen sind noch übrig geblieben.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Eine andere Welt: Das Gelände der Heilstätten war noch vor ein paar Jahren ein Geheimtipp. Doch im Laufe der Jahre lockten die maroden Gebäude mit ihrer schaurig-schönen Atmosphäre neben Fotografen immer öfter auch Partygänger und Satanisten an. Aufgrund des zunehmenden Vandalismus wurde das Gelände schließlich abgesperrt und ein Wachschutz eingesetzt. Heute kann Beelitz nur noch im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Licht aus: Ende der zwanziger Jahre wurde Tuberkulose immer öfter auch operativ behandelt. Daher wurde von 1928 bis 1930 ein Chirurgiegebäude in Beelitz gebaut.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Geisterhörsaal: Das als "Tuberkulosekrankenhaus" bezeichnete Chirurgiegebäude verfügte nicht nur über drei Operationsräume, sondern außerdem über allerhand Nebenräume, ein Röntgeninstitut, Lichttherapie, eine Zentralapotheke, Labors und einen Hörsaal.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Romantik und Grusel: Zwischen 1989 und 1991 ermordete der Serienkiller Wolfgang Schmidt, wegen seiner Vorliebe für rosa Damenunterwäsche auch "Rosa Riese" genannt,...

Foto: Marc Mielzarjewicz
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...auf dem Gelände fünf Frauen und einen Säugling. In den letzten Jahren gab es zudem immer wieder tödliche Unfälle in den baufälligen Gebäuden.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Der letzte Gang: Tausende Patienten wanderten in den letzten hundert Jahren über diese Flure, öffneten und schlossen Türen und Fenster.

Foto: Marc Mielzarjewicz
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Verwittert: Am Hauptgebäude der Beelitzer Heilstätten nagt der Zahn der Zeit. In diesem ehemaligen Krankenzimmer ist inzwischen aufgrund fortschreitender Verwitterung der gesamte Fensterrahmen ins Hausinnere gekracht, das Mauerwerk wird zunehmend von der Natur zurückerobert und junge Triebe bahnen sich durch jede Öffnung zunehmend ihren Weg ins Innere der ehemaligen Heilanstalt.

Foto: Timor Kodal
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