"Mach 2"-Testpilot Scott Crossfield - DER SPIEGEL
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Überschallpilot Scott Crossfield Aus eins Mach zwei

Sturzflug mit 2000 km/h: 1953 flog der US-Testpilot Scott Crossfield als erster Mensch doppelt so schnell wie der Schall - und wurde zum Helden. Dabei fühlte sich der Pionier vor seinem spektakulären Rekordflug so schlecht wie selten.
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Auf zum Erfolg: Der Raketenjet "D-558-II" beim Abwurf durch das Mutterflugzeug

Foto: Courtesy Photo / Nasa
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Siegertyp: Am 20. November 1953 flog Scott Crossfield als erster Mensch überhaupt doppelte Schallgeschwindigkeit - Mach 2 genannt. Crossfield war Testpilot für das US-amerikanische National Advisory Committee for Aeronautics (NACA). Die NACA war die Vorgängerorganisation der US-Weltraumbehörde Nasa.

Foto: Courtesy Photo / Nasa
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Stolz in Weiß: Scott Crossfield posiert vor der "D-558-II Skyrocket". Hinter ihm aufgereiht steht die Crew des Mach-2-Projekts und die unterstützende Technik.

Foto: Courtesy Photo / Nasa
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Erfolgsmaschine: Mit diesem Raketenflugzeug, der "Douglas D-558-II" - genannt "Skyrocket" - erreichte der US-Testpilot Scott Crossfield am 20. November 1953 erstmals doppelte Schallgeschwindigkeit.

In einer Höhe von 21.600 Metern setzte Crossfield zum Sturzflug an und beschleunigte das Flugzeug auf 2078 Kilometern pro Stunde. Die "D-558-II" wurde von 1948 bis 1956 für Flugerprobungen der NACA eingesetzt.

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Im Mutterbauch: Das NACA-Experimentalflugzeug "Skyrocket" wird unter seinem Mutterflugzeug, einem Langstreckenbomber des Typs "B-29", befestigt. Für ihren Rekordflug im November 1953 musste die "Skyrocket" in zehn Kilometern Höhe abgeworfen werden.

Foto: Courtesy Photo / Nasa
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Schlanker Flieger: Bei den Vorbereitungen zu dem historischen Flug trickste das Mechanikerteam um Scott Crossfield, wo es nur ging, um Gewicht einzusparen und den Luftwiderstand zu verringern. So wachste die Bodenmannschaft die glänzend weißen Flügel und den Rumpf der "D-558-II" komplett ein, kleine Risse wurden mit Kunststoffband abgeklebt, Röhren aus Stahl mussten leichteren Aluminiumröhren weichen.

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Am Hebel der Zeit: Am 25. Juni 1958 wurde Crossfield gemeinsam mit der Astronautenlegende Neil Armstrong und sechs weiteren Piloten für das "Man in Space Soonest"-Projekt ausgewählt. Die Männer trainierten für die erste bemannte Raumfahrt der Geschichte. Auf diesem Bild vom 10. Juli 1958 übt Crossfield in einem Simulator in Johnsville. Das "Miss"-Programm wurde jedoch mit der Gründung der Nasa im Oktober 1958 eingestellt.

Foto: AP
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Alles auf Startposition: Der Erfolg des Rekordfluges hing zu einem Großteil auch von der Besatzung des Mutterflugzeugs ab. Stan Butchart, ein alter Studienfreund Crossfields, lenkte den Langstreckenbomber, der die "D-558-II Skyrocket" auf dem ersten Teil seines Mach-2-Flugs in sich trug. Experten am Boden ermittelten die ideale Höhe und Geschwindigkeit für den Abwurf der "Skyrocket".

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Mächtig Dampf! In seinen Memoiren schreibt Scott Crossfield: "Nach Monaten der Zusammenarbeit hatte die NACA-Skyrocket-Gruppe viele kleine Tricks kennengelernt, die es ermöglichten, Zeit zu sparen." Einer dieser Tricks lag beispielsweise darin, vor dem eigentlichen Anlassen des Motors eine kleine Menge flüssigen Sauerstoffs in das Triebwerk zu spritzen, um es ein wenig abzukühlen. Auf diesem Bild von 1956 steht das Raketenflugzeug "Douglas D-558-II" zur Entlüftung auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien. Der Dampf ist flüssiger Sauerstoff.

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Früchte des Frickelns: Dieses Bild von 1963 zeigt Scott Crossfield beim Verlassen des Cockpits der "X-15" auf dem Rogers Dry Lake in der Mojave-Wüste. Der Jet erreichte Flughöhen von mehr als 100.000 Metern und konnte sechsmal so schnell wie der Schall fliegen. Als Crossfield seinen legendären Mach-2-Flug absolvierte, befand sich die "X-15" allerdings noch in der Entwicklungsphase.

Foto: dpa
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Liebling der Medien: Der US-Testpilot Scott Crossfield wird nach seinem Rekordflug von einem Fernsehteam interviewt. Bei einer Pressekonferenz am Tag nach seinem Mach-2-Flug sagte Crossfield: "Ich fühlte mich nicht sehr gut. Ich hatte Grippe. Und heftige Bauchschmerzen."

Foto: Courtesy Photo / Nasa
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Letzter Flug: Am 19. April 2006 stürzte die Fliegerlegende Scott Crossfield im Norden des Bundesstaats Georgia mit seiner Cessna ab - und kam dabei ums Leben. Er wurde 84 Jahre alt.

Scott Crossfield am 20. November 1953 neben dem NACA-Raketenflugzeug "D-558-II Skyrocket"

Foto: Courtesy Photo / Nasa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?