Made in DDR - Vorsprung durch Technik - DER SPIEGEL
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Made in DDR Vorsprung durch Technik

Digitaluhren im Tresorformat, Automaten wie aus der Steinzeit: Im Vergleich mit Westtechnik schnitten DDR-Produkte mies ab, auch wenn die Staatsführung stets das Gegenteil behauptete. Marko Schubert konnte als Kind über die Gadgets "Made in GDR" nur lachen - heute trauert er ihnen nach.
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DDR-Taschenrechner: Der SR1 (Schul-Rechner 1) war ein Taschenrechner, der in der DDR vom VEB Mikroelektronik "Wilhelm Pieck" Mühlhausen entwickelt und hergestellt wurde.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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DDR-Fahrscheinautomat: Im Prinzip war dieses Ding nur ein großes metallenes Etwas, das oben einen Schlitz hatte und an der vorderen Front eine Glasscheibe, durch die man beobachten konnte, wie das Kleingeld auf ein rundes Förderrad fiel. Sobald man den Hebel an der Seite herunterdrückte, rutschte das Geld in die nächste Lade und ein Stück Papier, wie von einer alten Kinokartenrolle, kam am vorderen Schlitz heraus - der Fahrschein. Wenn man nur an dem Hebel gezogen hätte, ohne Geld hineinzuwerfen, wäre zwar auch dieser Papierschnipsel herausgekommen, aber ein möglicher, blitzartig herbeigeeilter Kontrolleur hätte festgestellt, dass die obere Förderbox leer ist. Kompliziert? Nein, ostdeutsche Ingenieurskunst!

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/ DDR-Museum
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Digitaluhr á la DDR: Die VEB Uhrenwerke Ruhla waren ein volkseigener Großbetrieb in der DDR. Wirklich beliebt waren deren Produkte bei Jugendlichen jedoch nicht, immerhin prangte auf ihnen unübersehbar ein dicker Makel: "Made in GDR".

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Waffenbrüderschaft: Vom ersten Schultag an wurden Kinder in der DDR mit Phrasen zur Überlegenheit des Kommunismus bombardiert, mit Parolen, wie glücklich sie sich schätzen konnten, in der sowjetisch besetzten Zone geboren worden zu sein. Als der Autor dieses Bild malte, war er noch nicht einmal in der Schule. Ob das Motiv wohl seine Idee war?

Foto: Marko Schubert
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Süß: Bestimmte Produkte werden automatisch mit der DDR in Verbindung gebracht - auch wenn es sie schon lange vor der Staatsgründung gab. Bestes Beispiel. Die Halloren-Schokoladenfabrik gilt als die älteste Deutschlands, produzierte also nicht nur 40 Jahre lang Süßigkeiten. Das bekannteste Produkt sind die Original Halloren-Kugeln, die ihren Namen von den in Halle in früherer Zeit tätigen Salzwirkern, den Halloren, haben. Die Marktverbreitung war zu DDR-Zeiten enorm.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Ich will Kosmonaut werden: Bereits im Alter von sieben Jahren malte der Autor Bilder, welche die Überschriften "Waffenbrüderschaft" und "Ich will Kosmonaut werden" und nicht "Urlaub in Spanien" oder "Meine Katze Ricky" trugen."

Foto: Marko Schubert
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DDR-Schraubstock: Das Ding durfte in keiner DDR-Schule fehlen.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Einsame Nummer eins: Nicht am Morgen dies und am Abend das, sondern - Nimm Putzi! Von so einer Marktdurchdringung träumten Westdeutsche Zahnpastaproduzenten: alle Kinder in der DDR benutzten ausschließlich diese Zahnpasta.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Alkohol: Alkohol trug in der DDR so liebevollen Namen wie "Goldi", "Stoni" und "Pfeffi". Diese Bild zeugt von der ungeahnten Produktvielfalt.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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DDR-Kassettenrekorder: Das hier abgebildete Kassettenabspielgerät "Minett" besaß der Autor zwar nicht, dafür zunächst den Radio-Kassettenrecorder "Anett". Zur Jugendweihe bekam er dann den SKR 700 für schlappe 1.540,- Mark geschenkt. Der Ghettoblaster war das Flaggschiff des VEB Kombinat Sterradio Berlin. Wow!

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Schneller: Galt man schon als privilegiert, wenn man diesen DDR-Schnellkochtopf besaß? Die aus Sachsen stammende Verwandtschaft des Autoren hielt ihn bei ihren Besuchen in Berlin zumindest fotografisch fest.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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DDR-Punk: Ob dieser Schaukasten im DDR-Museum in Berlin die DDR-Punkszene wirklich repräsentiert? So viel sei gesagt: Schleim-Keim war eine Schrammelband, Florena Haarspray das DDR-Drei-Wetter-Taft und Bier ist ja das Grundnahrungsmittel eines ordentlichen Punkers - das war auch im Osten so.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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Tastsinn: Nein! Das ist kein DDR-Computer, sondern wirklich eine Schreibmaschine der Marke Erika.

Fotografiert im DDR-Museum Berlin-Mitte.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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DDR-Mixer: Auch dieses formschöne Handmixgerät ist im Berliner DDR-Museum zu bewundern.

Foto: Marko Schubert/Marko Schubert/DDR-Museum
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DDR-Frisur: Dass der Autor für meine Depeche Mode-Dauerwelle zwei Stunden lang beim Frauenfrisör äußerst verschämt aus dem Fenster geschaut hatte und zu Hause "Zwergpudel" genannt wurde, erzähle er eigentlich ungern. Aber er wollte unbedingt wie Martin Gore aussehen - am Ende sah - wie viele Produkte aus der DDR - auch die Frisur aus wie: "Made in GDR".

Foto: Marko Schubert/K. Schubert
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Robuste Kleinbildkamera: Die "Praktica" war eine sehr robuste und stabile Spiegelreflexkamera aus der DDR. Sie wurde nur dann ab 1973, wie auch der Kamerabau im Westen, von japanischer Technik überholt.

Foto: Karl Schillinger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?