Männer in Kitas - DER SPIEGEL
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Kitas Her mit den Männern!

Keine drei Prozent - mehr männliche Erzieher täten Deutschlands Kindergärten gut, da sind sich Pädagogen und Politiker einig. Und bald haben Eltern einen Anspruch auf die Betreuung von Kleinkindern. Warum nur zieren sich die Kerle bisher? Zu Besuch in einer männerreichen und einer herrenlosen Kita.
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Morgenkreis in der Berliner Kita St. Elisabeth: Guten Morgen, liebe Kinder, guten Morgen, lieber Björn. Die Sitzkante seines Stühlchens reicht Björn Münzer, wenn er steht, gerade bis an die Wade. Er ist ein Exot in seinem Beruf - einer der ganz wenigen männlichen Erzieher in Deutschlands Kindergärten. mehr...

Foto: Sascha Montag
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Kuschelalarm: Kitas sind fest in Frauenhand, das Fachpersonal ist zu über 97 Prozent weiblich. Wer als Mann in den Erzieherberuf geht, traut sich was...

Foto: Sascha Montag
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...und gilt inzwischen als leuchtendes Vorbild, als pädagogische Avantgarde. "Mehr Männer in die Kitas" fordert ein gleichnamiges Programm, das...

Foto: Sascha Montag
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...von der EU und vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Ministerin Kristina Schröder erhebt männliche Erzieher feierlich zur "Bereicherung", die "äußerst erwünscht" sei und "von allen Seiten sehr begrüßt" werde.

Foto: dapd
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Bastelstunde mit Björn Münzer: Die Männerquote in deutschen Kindergärten soll auf 20 Prozent steigen, eine glatte Versiebenfachung. Gelingen soll das durch Schnuppertage (beim Boys' Day 2012 zählte das Familienministerium mehr als 33.000 Teilnehmer) sowie durch Praktika und Freiwilligendienste speziell für männliche Interessenten. Vor allem aber soll das Image der Kitas runderneuert werden, die einerseits oft noch als bloße Verwahranstalten angesehen werden, zum anderen seit eh und je als Frauendomäne gelten.

Foto: Sascha Montag
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Im Garten mit der Bärchengruppe: Als Björn Münzer seinen Zivildienst in einem Kindergarten leistete, hatte er den richtigen Beruf gefunden. "Die Eltern, offen wie sie mir gegenüber waren, hatten anfangs gedacht: Toll, ein Mann! Jetzt haben unsere Jungs endlich jemanden zum Kicken." Dabei möge er Fußballspielen nicht, könne es im Übrigen auch gar nicht.

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Strenge Worte: Wenn's beim Toben zu wild wird, greift Münzer ein. Er ist eher der künstlerische Typ, seine Kollegin Christina Liefeldt mehr für Tischspiele zuständig. Die beiden sind sich einig: "Wir ergänzen uns gegenseitig." Nur eben anders, als es die Frauen-und-Männer-Klischees wollen.

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Münzers Spezialdisziplin: Vorlesestunde. Bilderbücher anschauen, gestenreich lesen, das mag er, und die Kinder mögen's ebenso. Zugabe? Klar, kein Problem.

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Eine andere Welt: In der Kita Regenbogenfisch, ebenfalls in Berlin, gab es in den letzten Jahrzehnten keinen einzigen männlichen Erzieher. Dabei kennen die Erzieherinnen gute Gründe, warum sich das ändern soll,...

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...und Leiterin Juliana Ringeis und ihre Mitarbeiterinnen haben's mit viel Anlauf geschafft: Am 3. Dezember tritt tatsächlich ein junger männlicher Erzieher seinen Dienst an.

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Kita in Halle: Das System erhalte sich selbst, sagen Fachleute. Weil Jungen kaum jemals Erfahrungen mit Männern als Erzieher machen, kommen sie später auch nicht auf die Idee, den Beruf zu ergreifen.

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture alliance / dpa
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