Männerträume - DER SPIEGEL
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Männerträume Im Spielzimmer der Alphatiere

Noch in den siebziger Jahren gingen Männer samstags zum Spielen in den Hof - mit Schraubenzieher und Wagenpolitur. Dann begann das Hightech-Zeitalter, und die Herrenwelt fand sich im Gadget-Paradies wieder, bevölkert von Robo-Staubsaugern, blinkenden Smartphones und Aufsitzrasenmähern mit Rennmotoren.
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Große Welt in Klein: Seit vielen Jahren schenken Väter ihren Söhnen zimmerfüllende Modelleisenbahnen - um dann möglichst ungestört selbst damit zu spielen.

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Im Schuppen: Wo Basteln zu ernsthafter Arbeit wird. Der Bau von Buddelschiffen gehörte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu den beliebtesten Hobbys vieler Männer. Zunächst nur auf See, später mit professionellen Bausätzen für daheim.

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Kleine Flitzer: Die sechziger Jahre brachten die Carrera-Bahn, die so manchen Keller in eine Mini-Rennautostrecke verwandelte. Spielzeug, das nicht nur Kinder begeisterte - wie die Aufstellung der deutschen Fußballnationalspieler in einer Aufnahme von 2006 zeigt.

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Arbeitsgerät: Oder doch Spielzeug? Mit einer Aufsitzmähmaschine wird Gartenarbeit zum Kinderspiel. Lieber rasen oder lieber mähen?

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Statussymbol: Am Samstagnachmittag wird das Auto geputzt. Mit der Erfindung des VW Käfers entbrannte die Leidenschaft für ein neues Hobby. Bis heute ist das Auto eines der wichtigsten Spielzeuge der Männer geblieben.

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Mehr als ein Rad: Früher wollte man mit einem Fahrrad nur schneller vorwärts kommen als zu Fuß - und der Begriff "Drahtesel" war noch zutreffend. Heute braucht man(n) eine pralle Geldbörse genauso wie umfangreiches Fachwissen, um ein Zweirad zu erwerben.

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Spielerische Traumatherapie: Mit Heerscharen von Zinnsoldaten stellten Kriegsveteranen im Kaiserreich selbst erlebte Schlachten nach.

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Geduldsspiel: In den achtziger Jahren schien es, als würde der Zauberwürfel für sehr lange Zeit das einzig relevante Männerspielzeug bleiben. Der Ungar Ernö Rubik hatte die knifflige Herausforderung erfunden.

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Viel Wirbel: Wer einen Laubbläser hat, lässt die Harke im Schuppen - und mischt den Garten mal richtig auf.

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Schön kompliziert: Es mag Musikliebhaber geben, die den Klang von Plattenspielern bevorzugen und CD-Player für modernen Schnickschnack halten. Aber es gibt auch Männer, die diese Kisten gerade wegen ihres Schnickschnacks lieben. Kaum mehr vorzustellen: Geräte zur Wiedergabe von Musik waren einmal total überschaubar.

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Autos für Alphatiere: In der Steinzeit hatten Männer für den Überlebenskampf Pfeil und Bogen. Heute sind sie mit Porsche oder SUV bewaffnet, um sich gegen ihre Geschlechtsgenossen behaupten zu können - und für die kleinen Jäger und Sammler gibt es Kindermodelle.

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Mehr Spaß bei der Arbeit: Männer helfen gern mal im Haushalt - vor allem bei der Anschaffung der dafür scheinbar perfekt geeigneten Technik. Wie zum Beispiel eines Staubsauger-Roboters, der selbständig durch die Zimmer gleitet. Der britische Erfinder James Dyson stellte die technische Neuheit auf der Expo 2000 vor.

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Die Größte, die Schärfste: Kameras zählen im Allgemeinen zu den eher kurzlebigen Männerspielzeugen - mit jeder neuen Saison begehren Hobbyfotografen das allerneueste Modell.

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Küchenstar: An einem solchen Hightech-Boliden schenkt man(n) gern mal beim Kaffeekränzchen die Getränke aus. Moderne Kaffeemaschinen verschlingen das Monatseinkommen eines mittleren Angestellten, können dafür aber auch viel mehr als einfach nur Kaffee brühen.

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Smartphone für Smarte: Computer, Foto- und Videokamera, MP3-Player, Speichermedium und Organizer in einem - kurz: ein ideales Spielzeug für Männer, von dem sie jederzeit behaupten können, es unbedingt für die Ausübung ihres Berufes zu benötigen. Das abgebildete Treo 700w war das erste Palm-Smartphone mit Windows-Betriebssystem.

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Fröhliches Fummeln: Ein gut gelaunter junger Mann beim Überspielen von Super-8-Filmen auf VHS-Format (Foto von 1981). Heute filmen Männer mit schmucken Kameras im Kleinstformat mit Full-HD-Auflösung und Touchscreen-Display. Später schließen sie dann das Hightech-Spielzeug an ihren Blueray-Mega-Flatscreen an.

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Knüppeldick: In den achtziger Jahren wurde das Mobiltelefon zum Statussymbol. Mit dem klobigen Gerät am Ohr war dem Besitzer Aufmerksamkeit - nicht nur die seines Gesprächspartners - gewiss. Die Aufnahme zeigt das mit 585 Gramm seinerzeit leichteste Mobiltelefon Teleport C von AEG Olympia im Oktober 1989. Es ähnelte noch mehr einem Funkgerät als einem Telefon.

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Steve Jobs und sein Baby: Zärtlicher Umgang mit komplizierter Technik - Apple-Firmengründer Steve Jobs mit einem der ersten iMacs im Arm. Als der All-in-One-Computer das Licht der Welt erblickte, brachte er Farbe und Rundungen in die bis dahin graue, kantige Rechnerlandschaft - und der Welt war ein neues Spielzeug geschenkt worden.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?