Märklin-Insolvenz - DER SPIEGEL
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Märklin-Insolvenz Und ewig lockt die Lok

Gleise legen, Züge steuern, Unfälle inszenieren: Märklin macht seit 150 Jahren Kinder zu Lokführern. Jetzt ist die Firma pleite. Frederik Braun, Gründer der weltgrößten Modelleisenbahn, erzählt von seiner großen Liebe zu den kleinen Blechzügen - und erklärt, warum die Marke Märklin weiterleben wird.
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Kein Grund zum Feiern: Die Insolvenz traf Märklin ausgerechnet zum Beginn der Spielwarenmesse in Nürnberg, wo die Firma traditionell ihre Züge kreisen lässt. Eigentlich waren zum 150. Firmengeburtstag mehrere Ausstellungen in mehreren Städten geplant. Doch nun macht die Insolvenz diese Pläne wohl zunichte.

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Gerrit (l.) und Frederik Braun: Die Zwillingsbrüder sind riesige Fans von Modelleisenbahnen. 2000 haben die beiden ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. In der Hamburger Speicherstadt haben die beiden die größte Modelleisenbahn der Welt aufgebaut.

Foto: www.miniatur-wunderland.de
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Endmontage trotz Insolvenz: Auch wenn Märklin am 4. Februar Insolvenz musste, wird der Geschäftsbetrieb - wie hier am Stammsitz des Unternehmens in Göppingen - erst einmal weiterlaufen.

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Harter Sanierungskurs: Erst ver-"Kohlt", dann ver-"Schrödert" und schließlich ausge-"Merkelt" - so fühlten sich Anfang 2007 die Beschäftigten am Märklin-Standort Sonneberg in Thüringen und protestierten gegen die Schließung ihres Werkes. Doch es nützte nichts: Die 220 Arbeitsplätze des Standorts fielen dem harten Sanierungskurs zum Opfer, den der englische Investor Kingsbidge fuhr, seit er die fast insolvente Firma im Mai 2006 übernommen hatte. Genützt hat es nichts: Märklin musste am 4. Februar erneut Insolvenz .

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Das Videospiel der Nachkriegszeit: In der jungen Bundesrepublik war der Ansturm auf Märklin-Modelleisenbahnen groß. 1949 strömten zur Präsentation eines neuen Metallbaukastens so viele Kinder wie heute nur noch bei der Vorstellung eines Videospiels für Playstation und Nintendo Wii.

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Sammlerstücke aus Blech: Schon seit langem sind Märklin-Modelleisenbahnen begehrte Sammlerobjekte. Seltene Bahnen sind Märklin-Fans mitunter mehrere 10.000 Euro wert. Dass diese Nachbauten einer Schweizer E-Lok einmal soviel Geld kosten werden, ist eher unwahrscheinlich. Sie wurden erst 2004 hergestellt.

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Einmal richtiger Lokfahrer sein: Davon träumen viele Modelleisenbahn-Fans. Die Märklin-Entwickler versuchten zur letztjährigen Spielwarenmesse in Nürnberg, diesem Wunsch noch näher zu kommen. Doch auch der ICE mit eingebauter Kamera, der die Sicht aus der Zugführerkabine in eine Video-Brille überträgt, konnte die Insolvenz des 150 Jahre alten Traditionsbetriebs nicht abwenden. Immerhin stieg der Umsatz 2008 von 126 auf 128 Millionen.

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