Märklin Pleite einer Traditionsfirma
Märklin-Insolvenzverwalter Michael Pluta versucht seit der Pleite im Februar einen neuen Investor für den Modelleisenbahnhersteller zu finden.
Lokomotivfertigung im schwäbischen Göppingen: Experten kritisieren die hohen Kosten bei der Produktion von Modellen in "extremer Detailtreue". Märklin hätte stärker auf den Massenmarkt setzen müssen.
Modelle in H0: Märklin hat Modelleisenbahnen im Maßstab 1:87 zum Standard gemacht. In den siebziger Jahren waren die Produkte Spielzeug für Kinder, später entwickelte sich die Modelleisenbahn zu einem Hobby für Sammler.
Aufwendige Herstellung: Ein Märklin-Mitarbeiter bearbeitet Metall für die Produktion von Modellloks.
Proteste im Mai 2006: Mitarbeiter von Märklin machen in Göppingen auf die schwierige Lage ihres Arbeitgebers aufmerksam. Das Unternehmen wurde kurze Zeit später von dem britischen Finanzinvestor Kingsbridge Capital und der Investmentbank Goldman Sachs gekauft.
Ausstellungsstück: Eine Modelleisenbahnanlage von Märklin in der Kunsthalle in Tübingen. Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich stark verändert - das Basteln an der heilen Miniaturwelt im heimischen Keller zählt längst nicht mehr zu den beliebtesten Hobbys.
Liebe zum Detail: Eine Märklin-Angestellte arbeitet an einer Dampflokomotive ...
... die anschließend von Hand bemalt wird. Entsprechend teuer sind die Modelle auch - die meisten kosten mehrere hundert Euro.
Doch inzwischen scheint sich das Unternehmen etwas zu erholen. "Wir werden in diesem Jahr keine Verluste machen und haben in der flauen Zeit kein neues Geld gebraucht", sagt Insolvenzverwalter Michael Pluta.