Mafia-Killer Die Morde von Duisburg
Showdown in Amsterdam: Giovanni Strangio gilt als mutmaßlicher Sechsfachmörder von Duisburg. Seit er im März 2009 in Amsterdam gefasst wurde, sitzt er in den Niederlanden in Haft. Die Staatsanwaltschaft Duisburg hat jetzt auf einen Auslieferungsantrag verzichtet. mehr...
Nachdem es bei der internationalen Zusammenarbeit haperte, wird der Sechsfachmord in Deutschland wohl ungesühnt bleiben. Der Tatort: Vor dem Duisburger Edelresturant "Da Bruno" wurden am 15. August 2007 ...
... der Wirt Sebastiano S., 38, sein Lehrling Tommaso-Francesco V., 18, ...
... die Brüder Francesco, 21, und Marco P., 19, Francesco G., 16, und Marco M., 25, erschossen.
Der Jäger: Heinz Sprenger leitete die Mordkommission der Duisburger Polizei. Strangio wurde schließlich in Amsterdam festgenommen, auch sein Schwager, der als Komplize gilt. Zuvor war bereits Giuseppa Nirta, der zweite mußmaßliche Schütze, verhaftet worden.
Trügerisches Idyll: In der 'Ndrangheta-Hochburg San Luca in Kalabrien nahm die blutige Fehde 1991 wohl ihren Ausgang - bevor sie jetzt mit dem Mord an sechs Italienern vor dem "Da Bruno" Deutschland erreichte. Der Ort liegt am Rand des Aspromonte, eines schwer zugänglichen Gebirges im äußersten Süden Italiens, das dem Mafia-Zweig seit Jahrzehnten als Rückzugsraum dient. Die Fahnder ...
... sehen die Morde von Duisburg als Folge eines Machtkampfes und einer Familienfehde. Im italienischen Restaurant "Da Bruno" suchten sie intensiv nach Spuren und Indizien.
August 2007: Polizeibeamte schirmen mit Decken den Tatort in der Nähe des Hauptbahnhofs ab. Am Ende fehlten den deutschen Ermittlern wichtige Beweismittel: Sowohl Italien als auch die Niederlande hätten mehrere Rechtshilfeersuchen aus Deutschland ignoriert, den Behörden Speichelproben der Verdächtigen zu übermitteln. Ein Fahnder bezeichnete die Schwächen bei der Aufklärung der Morde als "Tiefpunkt bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität in Europa".