Malakka: Eine Straße, vier Gotteshäuser - DER SPIEGEL
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Malakka Eine Straße, vier Gotteshäuser

In der malaysischen Stadt Malakka wohnen Islam, Buddhismus, Hinduismus und Christentum Tür an Tür. Man respektiere einander, sagen die Hausherren. Doch mit der Nächstenliebe tun sich die ungleichen Nachbarn schwer.
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In der Stadt Malakka an Malaysias Westküste leben Chinesen, Malaien, Inder und die Nachfahren kolonialer Besatzer. Hier stehen in einer Straße Gotteshäuser von vier Weltreligionen. Eins davon ist der chinesische Cheng-Hoon-Teng-Tempel.

Foto: Marcel Klovert
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Er ist nur wenige Schritte vom indischen Sri-Poyatha-Moorthi-Tempel (links) und von der Kampung-Kling-Moschee entfernt, deren weißer Turm die anderen Gebäude in der Straße überragt.

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Die Nachbarschaft der drei Gotteshäuser währt schon seit fast 250 Jahren. Probleme habe es nie gegeben, sagt der Imam.

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Die Trommeln und Trompeten, die die Inder zu ihren Zeremonien spielen, findet der Imam zwar sehr laut. Aber beschweren? Nein, natürlich nicht. Man benutze ja selbst "manchmal" Lautsprecher, um die Gläubigen zum Gebet zu rufen.

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Der Ruf des Muezzin ertönt fünfmal am Tag und er hallt so laut durch die Straße, dass die Räucherstäbchen im chinesischen Tempel zu erzittern scheinen.

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Die Äbtissin des Tempels beklagt sich darüber nicht. Sie möchte nicht anecken, nicht verurteilen und sagt: "Jeder Glaube ist ein guter Glaube." Es sei nicht wichtig, wie man seinen Seelenfrieden finde oder wie man die Hände zum Gebet falte.

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Der Imam ist nicht so aufgeschlossen. Mit Meditation könne man zwar auch zur Ruhe kommen, sagt er. Aber das sei ein anderer Seelenfrieden als der, den man nach einem Gebet zu Allah spüre.

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Allerdings hat der Imam noch nie versucht zu meditieren. "Das erlaubt Allah nicht", sagt er. Zu den Gebetszeiten rezitiert er vor den Gläubigen Verse aus dem Koran. Meist kommt weniger als ein Dutzend Männer, nicht immer sind auch Frauen dabei.

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Der Brahmane im indischen Tempel dient dem Gott Shiva, weil das zu seiner Kultur gehört. "Ich liebe unsere Traditionen", sagt er. Schon sein Vater und Großvater widmeten ihr Leben dem Gott der Zerstörung.

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Jeden Morgen und Abend wäscht der Brahmane die Götter im Tempel in Milch. Zweimal im Monat werden Shiva und sein Reittier, der Stier Nandi, außerdem in einer Mixtur aus Milch, Früchten und Rohrzuckersaft gebadet. Nandi wird mit Sandelholzpulver, Blüten und Münzen geschmückt, bevor Gläubige ihn ehren.

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Die Zeremonien im chinesischen Tempel sind weniger pompös. Jeden Freitagabend singen Mönche, Nonnen und Gläubige gemeinsam Sutras.

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Der Text der Sutras steht in Büchern, denen nicht alle Tempelbesucher jederzeit aufmerksam folgen.

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Das vierte Gotteshaus, die Tamil Methodist Church, steht etwas abseits, 250 Meter von den beiden Tempeln und der Moschee entfernt.

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Sonntags kommt die Gemeinde zum Gottesdienst zusammen. Seit vier Jahren wartet sie auf einen neuen Pastor, der in Malakka lebt und die Kirche auch unter der Woche öffnet.

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Bis dahin fährt Pastor Joseph Deva Kumar Peter weiter am Wochenende aus Seramban herüber.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?