Malcham-Höhle: Labyrinth unter der Erde - DER SPIEGEL
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Malcham-Höhle Labyrinth unter der Erde

Zwei Jahre lang haben Forscher die Malcham-Höhle in Israel neu vermessen. Sie fanden imposante Salzskulpturen, meterhohe Stalaktiten und bislang unbekannte Tunnel.
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Forscher haben die Malcham-Salzhöhle am Toten Meer neu vermessen und entdeckt, dass sie deutlich länger ist, als zunächst vermutet.

Foto: Felix Wellisch/ dpa
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Das Höhlensystem erstreckt sich laut den Wissenschaftlern über mehr als zehn Kilometer unter dem Berg Sodom. Bei Untersuchungen in den Achtzigerjahren kamen Forscher nur auf eine Länge von gut 5,5 Kilometern.

Foto: Nir Elias / REUTERS
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"Vor dreißig Jahren, haben wir mit Maßband und Kompass gearbeitet", erinnert sich Amos Frumkin, Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, der die Arbeiten damals geleitet hat. Auch deswegen habe man die tatsächlichen Ausmaße der Höhle damals nicht erfassen können.

Foto: AMENAHEM KAHANA / AFP
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In der Höhle sind über Jahrhunderte imposante Salzskulpturen gewachsen. Salzhöhlen wie die Malcham-Höhle sind selten. Sie entstehen nur in sehr trockenen Regionen, in denen Salzschichten bis an die Erdoberfläche gedrückt werden, etwa durch Bewegungen in der Erdkruste

Foto: Nir Elias / REUTERS
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Die Höhle besteht aus mehreren Tunneln, die sich durch den Berg schlängeln und von großen Hallen unterbrochen werden. Von der Decke hängen meterlange Stalaktiten.

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Eingang der Höhle: Der Berg Sodom liegt 226 über dem Wasserspiegel des Toten Meeres, aber 170 Meter unter dem Meeresspiegel.

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Stefan Kempe, emeritierter Geologie-Professor an der TU Darmstadt, bestätigt, dass bisher keine Salzhöhle mit mehr als zehn Kilometern Länge bekannt sei. Die bislang längste Höhle im Iran misst 6,5 Kilometer Länge. Sie wird nun als zweitlängste Salzhöhle der Welt geführt.

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Die Malcham-Höhle diente Arbeitern am Toten Meer früher als Schutz vor der brennenden Mittagssonne.

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Jeder Tropfen Wasser, der durch die Decke der Höhle sickert, hinterlässt einige Salzkristalle. Mit der Zeit wachsen daraus meterlange Stalaktiten.

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"Nimmt man alle unsere Arbeitsstunden zusammen, haben wir etwa 1500 Tage unter der Erde verbracht", berichtet Boaz Langford, einer der Leiter der Untersuchung.

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An den Expeditionen nahmen über 80 Höhlenforscher aus neun Ländern teil, darunter auch aus Deutschland.

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Die Forscher vermessen die Höhle heute mit Lasertechnologie.

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Ein Forscher zeigt Stalaktiten in der Malcham-Höhle. "Sie wachsen bis zu einen Meter pro Jahr", erklärt Forscher Efraim Cohen.

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Im kommenden Jahr soll die Höhle weiter untersucht werden. Sie könnte dann offiziell noch einige hundert Meter länger werden, sagen die Forscher.

Foto: Hebräische Universität/dpa
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Im April wollen die Forscher ihre Erkenntnisse in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift offiziell vorstellen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?