Maler im Südsee-Exil - DER SPIEGEL
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Maler im Südsee-Exil Einmal Eden und zurück

Künstlerglück in der Südsee: 1914 reiste Max Pechstein nach Palau. Vier Monate blieb der Maler dort, bis der Ausbruch des Ersten Weltkriegs seinen Aufenthalt im Paradies beendete. Die pazifische Idylle hielt der Deutsche in zahlreichen Zeichnungen fest - ein Großteil dieser Werke galt lange als verschollen. Jetzt sollen die Bilder neu veröffentlicht werden.
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Der Fremde ganz nah: Eine bemalte Hütte auf der Südsee-Insel Palau, Foto circa von 1910. Vor seiner Reise nach Mikronesien hatte Max Pechstein das Fremde in der Nähe gesucht und besuchte die "Hagenbeckschen Völkerschauen", die ihn unter anderem zu dem Holzschnitt "Negertanz - Somaliatanz" anregte.

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Verschollenes Meisterwerk: Max und Lotte Pechstein quartierten sich am 21. Juni 1914 auf der Palau-Insel Koror ein. Doch der Erste Weltkrieg zwang sie zur Abreise. Erst nach dem Krieg fand Pechstein Gelegenheit, die große Vielfalt seiner Reiseeindrücke und Bildskizzen in Ölbilder umzusetzen. Der Verbleib vieler Palau-Bilder wie auch dieses Werkes von 1917 war lange ungewiss. Bisher nur aus einem einfachen Werkstattbuch bekannt, konnte das Ölgemälde "Chogealls Palau" im Dezember 2010 von der Stadt Zwickau aus Privatbesitz erworben werden.

Foto: Kunstsammlung Zwickau - Sasa Fuis Fotografie/van Ham
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Freizügige Schutzgestalt: Eine Dilukai, die Skulptur einer Frauenfigur mit gespreizten Beinen, schmückte gewöhnlich die Männerlanghäuser auf den Palau-Inseln in der Südsee. Sie sollte Gesundheit und Ernten der Bewohner beschützen. Dem Mythos nach war Dilukai die Schwester des streitsüchtigen Atmatuyuk. Als er eines Tages das Haus verließ, brachte man die Figur seiner Schwester über dem Eingang seines Hauses an, so dass er fortan nicht zurückkehren konnte. Denn für Brüder war es tabu, das Geschlecht ihrer Schwester zu erblicken. Diese Skulptur von Ende des 19. oder Anfang des 20. Jahrhunderts befindet sich im Metropolitan Museum of Art in New York.

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Ursprünglichkeit: Fremd und unheimlich waren die Ureinwohner, deren Körper vom Umgang mit der Natur gestählt war, dem Maler kaum. Er bewunderte ihre Natürlichkeit.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Südsee-Paradies: Zur Republik Palau im Pazifik gehören 356 Inseln und Atolle, von denen nur elf bewohnt sind. Früher war der Inselstaat Teil Deutsch-Neuguineas. 1899 hatte das Deutsche Kaiserreich den Spaniern das Inselgebiet abgekauft.

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Souvenir: Lotte und Max Pechstein reisten 1914 mit dem Dampfer "Derfflinger" über Neuirland zu den Palau-Inseln. Die Inselgruppe gehörte damals zu Deutsch-Neuguinea. Zu dem Stillleben mit Neuirlandmaske ließ sich Max Pechstein aber wohl im Ethnologischen Museum in Berlin anregen.

Foto: Kunstsammlung Zwickau
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Schnelle Skizzen: Max Pechstein brachte seine Eindrücke von Menschen und Landschaften der Palau-Inseln in schnellen Feder- und Bleistiftskizzen zu Papier, tief beeindruckt von der Schönheit der Natur und der Grazie der Menschen. Diese Zeichnung stammt aus dem Jahr 1947.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Aufbereitetes Paradies: Aus den lockeren Skizzen, die Pechstein auf den Palau-Inseln gemacht hatte, fertigte er in Berlin Gemälde mit wesentlich strengerem Aufbau an. Dieses Gemälde stammt von 1917.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Uferpromenade: Der Maler beobachtete und zeichnete die Insulaner beim Fischfang und Müßiggang. Weil die Besetzung durch die Japaner am 1. November dem Aufenthalt der Pechsteins ein abruptes Ende bereitete, können nur die wie diese mit dem Jahr 1914 datierten Zeichnungen zweifelsfrei als auf den Palau-Inseln entstanden gelten. Der Verbleib vieler Zeichnungen wie dieser ist heute unbekannt.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Fernweh: Heimgekehrt aus dem Krieg an der Westfront schmückte Max Pechstein im Jahr 1917 sein Dachatelier in Berlin–Friedenau mit einer Wandmalerei voller Palau-Motive. Das Werk hat, wenn auch beschädigt, die Zeiten bis heute überstanden.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Naturverbundener Künstler: Der expressionistische Maler posiert vor einem seiner Gemälde. Die beglückende Harmonie aus Ufer, Wasser und menschlichem Körper, die er als Mitglied der Dresdner Künstlervereinigung "Die Brücke" an den Moritzburger Teichen erfahren hatte, wollte er auf seiner Südsee-Reise wiederfinden und in den tropischen Gefilden vertiefen.

Foto: AP
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Dorfleben: Max Pechstein hielt in seinen Zeichnungen zunächst flüchtige Eindrücke fest, wie von dieser Gruppe von Frauen mit ihren Kindern unter dem Arm inmitten einer üppigen Landschaft. Erst später daheim in Berlin entstanden nach dem Vorbild der Skizzen Gemälde.

Foto: Pechstein Hamburg/Tökendorf
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Ablehnung des NS-Regimes: Der deutsche Maler Max Pechstein, Mitglied der Künstlervereinigung "Die Brücke" am 23. Januar 1946 in seinem Atelier. Die Nazis hatten den expressionistischen Künstler als Vertreter der "entarteten Kunst" diffamiert.

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Lebensbaum auf Holz: Seit seiner Studienzeit hat der expressionistische Maler Max Pechstein die Malereien auf den vier Balken eines Männerlanghauses im Völkerkundemuseum Dresden bewundert. Sie haben ihn ein Leben lang inspiriert. Oft findet sich auf diesen Balken wie hier die Abbildung eines Lebensbaums.

Foto: Archiv Völkerkundemuseum Dresden/Eva Winkler
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