Mitfavorit Mali Fußball statt Krieg
Mehr als ein Kampf um den Ball: Für Adama Tamboura (r.) und seine Kollegen aus Mali ist das Auftreten beim diesjährigen Afrika-Cup etwas ganz Besonderes. In der Heimat herrscht Krieg, und im Land erwarten alle jetzt erst recht den Titel von der Mannschaft.
Sigamary Diarra ist einer der Stars im Team. Wie viele seiner Mannschaftskollegen verdient er sein Geld in Frankreich. Er steht beim Erstligisten AC Ajaccio auf Korsika unter Vertrag.
Daheim in Mali verfolgen die Menschen gebannt die Spiele ihrer "Adler". Die Hoffnung auf den ersten Titelgewinn ist groß, die Erwartungen nach Platz drei 2012 noch einmal gestiegen. "Ihr habt einen großen Auftrag", hat der Staatspräsident verkündet.
Kapitän der "Adler" ist Seydou Keita. Titelgewinne sind für ihn nichts neues. Mit dem FC Barcelona hat er unter Trainer Josep Guardiola bereits die Champions League gewonnen.
Er soll den Traum wahrmachen: Der Franzose Patrice Carteron steht als Coach an der Seitenlinie und hat nebenbei auch noch mit dem Schatten eines großen Vorgängers zu kämpfen. Frankreichs Ex-Europameister Alain Giresse betreute das Team erfolgreich im Vorjahr beim Afrika-Cup - und ging, als der Krieg in Mali eskalierte.
Die Begeisterung der Fans ist riesig. Ein Erfolg gegen den Kongo würde die Euphorie noch einmal anfachen. Dann wäre Mali fürs Viertelfinale qualifiziert.
Im Vorjahr beim Turnier in Gabun und Äquatorialguinea konnte schon gefeiert werden. Der damalige dritte Platz war eine große Überraschung.
Dramatisch verlief damals vor allem das Viertelfinale gegen Gastgeber Gabun. Per Elfmeterschießen setzte sich Mali durch. Anschließend war nur noch Jubel. Erst im Halbfinale wurde der Siegeszug des Teams durch die Elfenbeinküste gestoppt.