Mammut-Dokumentation Das Ende der unendlichen Geschichte
Frühe Drehabeiten: Regisseur Winfrid Junge und einige seiner Helden in einer frühen, undatierten Aufnahme bei den Dreharbeiten für die Mammut-Dokumentation "Die Kinder von Golzow".
Und wenn sie nicht gestorben sind...: Der Dokumentarfilm "Und wenn sie nicht gestorben sind... Die Kinder von Golzow. Das Ende der unendlichen Geschichte" von Barbara und Winfried Junge kommt am 3. April 2008 in die Kinos.
Trauermarsch: Dieter als Soldat bei einer Beerdigung vor 1989.
Ein Mann wie Dieter: Dieter als vollbärtiger Bauarbeiter nach der Wende.
Die erste Klassenlehrerin: Marlies Teike (hinten in der Mitte) war die erste Klassenlehrerin der "Kinder von Golzow". Als junger Filmhochschulabsolvent begann Regisseur Winfried Junge im Spätsommer 1961, zum Zeitpunkt der Einschulung der Golzower, mit der Langzeit-Dokumentation.
"Auf den zweiten Blick": Standen zunächst andere Golzow-Kinder im Vordergrund seiner Dokumentation, sichtete DEFA-Regisseur Winfried Junge eines Tages Marieluise Seidel (r.) auf der hinteren Bank der Klasse. Er habe sie "auf den zweiten Blick" entdeckt, sagt Seidel heute. Ihr "facettenreiches" Gesicht habe ihn ebenso interessiert wie die Tatsache, dass das junge Mädchen aus einem christlichen, dem DDR-Regime kritisch gegenüber eingestellten Elternhaus gestammt habe.
Abschied aus der Schule: Protagonistin Karin und ihr Mitschüler Dieter, beide 15 Jahre alt, werden nach der achten Klasse, im Sommer 1969, von der Schule verabschiedet. Zu ihrem 50. Geburtstag ist sie für den letzten Film der Golzow-Saga vor die Kamera zurückgekehrt.
"Mit grauen Kitteln": Während die Golzowerin Marieluise Seidel früher oft am Sinn der Langzeit-Dokumentation zweifelte, hat sie nach der Wende ihre Meinung geändert. Es sei wichtig, dass man im Westen besser über den Alltag in der DDR Bescheid wisse. "Viele denken hier, wir seien damals mit grauen Kitteln durch die Gegend gelaufen und hätten noch nie ein Stück Schokolade gegessen", sagt die heute 53-Jährige, die mit ihrer Familie in Troisdorf bei Köln lebt.
400 Kilometer Film: Knapp 43 Stunden dauert die Golzow-Saga insgesamt - nun kommt der letzte Film in die Kinos. Über 46 Jahre hinweg hat Winfried Junge die "Kinder von Golzow" auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben filmisch begleitet; seit 1978 steht ihm seine Frau Barbara bei dem Langzeit-Projekt an der Seite. Insgesamt verbrauchten die Junges rund 400.000 Meter Filmmaterial, um die "Kinder von Golzow" zu erstellen.
Neues Leben im Westen: Ähnlich wie Marieluise Seidel begann auch die Golzowerin Karin nach der Wende ein neues Leben in Westdeutschland. Die gelernte Geflügelzüchterin ist heute als Altenpflegerin in Wuppertal tätig.
Köchin in Golzow: Auch die Golzowerin Gudrun (l.) stand jahrzehntelang für Regisseur Winfried Junge vor der Kamera; ihr Leben wird im aktuellen Film thematisiert. Die gelernte Köchin und SED-Parteigängerin war bis zur Wende Bürgermeisterin in Genschmar, einem Nachbarort Golzows. Für sie war der Zusammenbruch der DDR besonders hart. 1991 beendete Gudrun ihre Mitarbeit an dem Langzeit-Filmprojekt. Das Foto zeigt sie 1975 im Golzower Kulturhaus gemeinsam mit ihren Kolleginnen.
Regisseurs-Ehepaar: Begann Winfried Junge (r.) das Langzeitprojekt "Die Kinder von Golzow" 1961 noch alleine, stand ihm bei den späteren Folgen seine Frau Barbara als Co-Regisseurin zur Seite. Über die Jahre sei das Ehepaar quasi ein Teil der Dorfgemeinschaft geworden, sagt das ehemalige "Golzow-Kind" Marieluise Seidel heute. Die Idee zu der Golzow-Saga stammt von Karl Gass.
Schweigsamer Protagonist: Im letzten Teil der Golzow-Saga kommen die bislang eher Stillen zu Wort. Eckhard zum Beispiel - hier im Jahr 1982 gemeinsam mit seinem Vater vor der Kamera von Regisseur Winfried Junge.
Auf der Schulbank: Das Foto zeigt eines der Kinder von Golzow, Bernhard (M.), im Jahr 1966 auf der Schulbank. Gemeinsam mit Eckhard, mit dem er befreundet ist, steht er im Zentrum ders letzten Golzow-Films. Wie die anderen "Kinder von Golzow" hat sich auch sein Leben durch die Wende grundlegend verändert. Jede Sicherheit sei aus dem Leben geschwunden, sagt der gelernte Maschinenschlosser im letzten Film der Golzow-Saga.
Bernhard: Golzow-Protagonist Bernhard vor seinem Haus im Jahr 1981.
Ehrung für das Lebenswerk: Auf der Berlinale 2008 ehrte der PROGRESS Film-Verleih das Ehepaar Winfried (M.) und Barbara Junge (r.) für ihr Lebenswerk. "Ein Filmprojekt über mehr als 40 Jahre - trotz schwieriger politischer Umstände und gegen zahlreiche Widerstände mit voller Herzblut umzusetzen, ist eine unglaubliche Leistung, die größte Anerkennung verdient", würdigte Professor Jürgen Haase (l.), Geschäftsführer des Film-Verleihs, die Leistung des Ehepaares. Während des Filmfestes waren die letzten beiden Teile der Golzow-Saga erstmals zu sehen. Offizieller Kinostart ist der 3. April 2008.
Die Kamera heiratet mit: In "Ein Mann wie Dieter" setzte Regisseur Junge dem Golzower Dieter Finger ein eigenes filmisches Denkmal. Dieter stieg 1999 aus dem Projekt aus.