Terrorvögel Zwischen Blutdurst und Grünzeug
Ein Irrtum: So wie hier im Bild zeigte auch die BBC-Dokumentation "Erben der Dinosaurier" den Riesenvogel als fürchterlichen Jäger, der dem niedlichen Leptictidium den Garaus macht. Neue Forschungen zeigen nun, dass Gastornis es wohl eher auf den Farn neben dem kleinen Säuger abgesehen hatte - der vermeintliche "Terrorvogel" war Vegetarier.
Für andere Terrorvögel galt das jedoch nicht: Vor allem die Phorusrhacidae waren wohl über rund 40 Millionen Jahre die Top-Räuber Südamerikas. Noch vor rund zwei Millionen Jahren erlegte dort Titanis walleri Beutetiere bis zu Pferdegröße. Erst als sich die Landverbindung zwischen Nord- und Südamerika schloss, verdrängten einwandernde Raubsäuger die großen Vögel.
Rekordhalter: Australiens Dromornithidae waren die größten Vögel, die je lebten. Dromornis stirtoni (im Bild) erreichte rund 500 Kilogramm Körpergewicht. Zur Familie gehörten Pflanzen-, Misch- und Fleischfresser, die letzten der Großvögel erlegte wohl der Mensch, vor rund 11.000 Jahren starben die Dromornithidae aus. Sie haben allerdings noch lebende Verwandte - Gänse und Enten.
Vermeintlicher Killervogel Gastornis: Rekonstruktion im Jura-Museum Eichstätt. Gefährlich war dieser Riese wohl trotz seiner vegetarischen Lebensweise. Nicht nur der massive Schnabel, auch die muskulösen Beine und massiven Krallen dürften ernstzunehmende Waffen gewesen sein. Heute gelten aus gleichem Grund selbst Großvögel wie Helmkasuare als gefährlich für den Menschen - und die bringen es gerade mal auf 70 Kilogramm Kampfgewicht.