Marc Jacobs im Dreadlocks-Streit "Ich diskriminiere niemanden"
Bella Hadid (links) und Kendall Jenner mit Dreadlocks bei der New York Fashion Week: Die beiden Models posierten bei der Abschlussshow von Designer Marc Jacobs auf dem Laufsteg.
Der 53-jährige Designer erntete Kritik, weil er überwiegend weiße Models in Dreadlocks posieren ließ. Dreadlocks seien eine kulturelle Eigenheit von Schwarzen, hieß es.
Nachdem Jacobs bei Instagram Bilder der Show veröffentlicht hatte, häuften sich darunter die ablehnenden Kommentare. User warfen ihm die Inbesitznahme kultureller Eigenheiten vor, wie der "Guardian" berichtet.
Jacobs reagierte pikiert. "Es tut mir leid zu lesen, dass viele Leute so engstirnig sind." Er sehe weder Rasse noch Hautfarbe, nur Menschen.
Jacobs schrieb, er wundere sich, dass seine Kritiker nicht auch an einem anderen Phänomen Anstoß nähmen: dass schwarze Models sich die Haare glätten.
Eine Kommentatorin warf Jacobs daraufhin vor, er engagiere hauptsächlich weiße Models. "Wenn Hautfarbe für Sie keine Rolle spielt, warum sind dann 95 Prozent ihrer Models weiß?"
Ein anderer Kommentator kritisierte, es sei enttäuschend, dass Jacobs auf den Aufschrei seiner Fans so scharf reagiere.
Daraufhin gab sich Jacobs kleinlaut. Seine Haltung zum Dreadlocks-Auftritt änderte er zwar nicht, aber entschuldigte sich für seine harsche Reaktion.
Jacobs bedauerte einen "Mangel an Sensibilität", der in seiner knappen Wortwahl zum Ausdruck komme.
"Ich glaube aus ganzem Herzen an die Meinungsfreiheit", betonte Jacobs. Und: "Ich diskriminiere niemanden. Das ist eine Tatsache."