Marc Jacobs Showzirkus andersrum
Victoria Beckham gehörte zu den Stargästen der Marc-Jacobs-Schau. Dabei deutete die "New York Times" die Entwürfe des Designers als bewussten Gegenentwurf zum Beckham'schen "Hungerchic".
Gut im Geschäft: Das Model Wafah Dufour, Tochter eines Halbbruders von Osama Bin Laden.
Erstmals seit Bekanntgabe der Trennung von seiner Ehefrau wagte sich Kinostar Heath Ledger in die Öffentlichkeit. Seine Rechnung ging auf: Die Aufmerksamkeit gehörte Marc Jacobs - Ledger hatte seine Ruhe.
Schauspielerin Mischa Barton, sonst sehr stilsicher, hatte sich mit ihrem blutroten Ensemble vergriffen...
...während ihre Kollegin Courtney Love mit ungewohnter schlichte Eleganz überraschte.
Dann betrat, mit zweistündiger Verspätung, ER die Bühne: Designer Marc Jacobs.
Alles war anders als sonst: Die Schau begann mit dem Defilee der Models - ein Rausch aus frühlingsinspirierten Farben, opulent verarbeiteten Stoffen und sehr tragbaren, figurbetonten Schnitten.
Jacobs verarbeitete Seide, Tüll und Organza, akzentuierte Schwarz mit bunten Accessoires und brach seine "unfertigen" Entwürfe mit ironischen Blickfreigaben aufs "Darunter".
Beobachter tauften Jacobs Spielereien - überdimensionale Schleifen und Schlaufen, wehende Volants, sogleich den "sexy Bibliothekarinnen-Chic".
"Ist das Ausdruck einer neuen Sexualität, auf die die Modebranche gewartet hat?", fragte die "New York Times".
Aber nicht alles in Jacobs' "Frühling 2008"-Kollektion war wallende Seide. Es geht auch, wie dieser reduzierte Kostüm-Enwurf zeigt, funktional, schlicht und sexy.
Mode-Ironie à la Jacobs: Die Reste eines konservativen, chanel-ähnlichen Entwurfs scheinen dem Model vom Körper zu gleiten, darunter tritt freche schwarze Spitze zu Tage. Das Publikum in New York war begeistert.