Marfa: Ein Künstlerkolonie wird zum Klischee - DER SPIEGEL
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Marfa, Texas Am Ende der USA

Mein Gott, ist das öde hier - wie cool! Marfa in Texas war nur ein Wasserloch am Wüstenrand, bis sich ein US-Kunststar in das Kaff flüchtete und so eine Künstlerkolonie begründete. Doch nun fallen die Coolen und die Eitlen dort ein, und die Oase der Ruhe verkommt zur Hochburg für Hipster.
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Marfa in Texas: Rund um den Ort nichts als Wüste, die nächste Stadt, El Paso, liegt drei Autostunden entfernt.

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Das Gebäude der Judd Foundation in Marfa. In der aufgemöbelten Lagerhalle wird der persönliche Nachlass des Marfa-Pioniers und legendären US-Künstlers Donald Judd verwaltet.

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Die Highland Street, Marfas Hauptstraße - der Ort hat Museen, Galerien und eine Bücherei mit 30.000 Büchern.

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Der Bildhauer entdeckte das texanische Wüstennest Marfa 1971 - als Wohn- und Arbeitsort mitten im Nichts. Die bekanntesten Judd-Werke werden im Museum der ortsansässigen Chinati-Foundation ausgestellt: 100 Aluminiumquader, verteilt über zwei Hallen mit enormen Fenstern.

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Judd schuf sie von 1982 bis 1986. Sie sind alle gleich groß, haben aber jeweils unterschiedliche Details, die die trockene Landschaft jeweils anders reflektieren. "Alle drei Wochen", sagt Chinati-Praktikant John White, "stauben wir sie ab."

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Auf dem aufgelassenen Kasernengelände von Marfa ruhen 15 enorme Judd-Skulpturen im Gras, aus Beton und exakt ausgerichtet. Ihnen ist anzusehen, dass sie 30 Jahre alt sind. Die Restaurierung ist im Gange, aber zeitraubend.

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Die 2002 zugezogene Künstlerin Ann Marie Nafziger ist für die Öffentlichkeitsarbeit in Marfa zuständig - die meiste Zeit aber für den Gemeinschaftsgarten.

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Marfas Kunst drängt sich den Interessierten nicht auf - ganz im Gegenteil. Stundenlang muss durch die Wüste fahren, wer hierher kommen will.

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Ein "Prada-Laden" eine Stunde von Marfa entfernt in der Halbwste. In Wahrheit eine Installation der skandinavischen Künstler Michael Elmgreen und Ingar Dragset.

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Die gebürtige Spanierin Ester Partegàs ist über Berlin, New York und Virginia nach Marfa gekommen, wo sie ein zweimonatiges Residenz-Stipendium bei Chinati absolviert. Sie beklagt die große Kluft zwischen den zugereisten Hipstern und den ansässigen Latinos: "Die Einheimischen und wir, diese synthetische Künstlerschicht, haben kaum Interaktion miteinander."

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Im Hotel Paisano wohnte die Filmcrew, die "Giganten" drehte - den letzten Film, in dem James Dean mitspielte. Heute erinnert hier ein Schrein an den Schauspieler.

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Das malerische Rathaus von Mafa. Nachts stört hier kaum Kunstlicht den Blick auf den atemberaubenden Sternenhimmel: Der Ort hat nur 1981 Einwohner.

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Das alte Kino von Marfa ist heute ein Veranstaltungsort.

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Blechskuplturen aus Schrottautos des Judd-Freundes John Chamberlain.

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Neon-Installationen des Judd-Freundes Dan Flavin. Sie wurden erst im Jahr 2000 fertiggestellt, vier Jahre nach Flavins Tod, nach seinen Vorgaben - für insgesamt 1,7 Millionen Dollar.

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