Margaret Thatcher ist tot Die Eiserne Lady
Im Alter von 87 Jahren ist Margaret Thatcher an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.
Wie sehr Margaret Thatcher ihre Umwelt beeindruckt hat, zeigen die vielen Spitznamen, die ihr im Laufe der Zeit verliehen wurden. "Englands bester Mann", wurde sie von US-Präsident Ronald Reagan genannt; eine russische Armeezeitung erfand 1976 den Namen "Eiserne Lady".
Thatcher trug diese Spitznamen voller Stolz. Sie gefiel sich in der Rolle der unbeugsamen Dominatrix von der Insel - egal ob sie gegen den Gewerkschaftsführer Arthur Scargill kämpfte, die argentinische Militärjunta oder die lieben EU-Freunde in Brüssel.
Familienfoto aus dem Jahre 1945: Geboren wurde Margaret Thatcher am 13. Oktober 1925 als zweite Tochter des Krämers Alfred Roberts im englischen Marktstädtchen Grantham. Dort, in bescheidenen Verhältnissen, habe sie die Prinzipien der Sparsamkeit und Eigenverantwortung von klein auf verinnerlicht, schrieb sie in ihren Memoiren.
Die Tory-Kandidatin für den Wahlkreis Dartford kauft im Januar 1950 bei einem Straßenhändler die "Evening News": Thatcher war damals 24 Jahre alt - die jüngste Kandidatin, die jemals bei den Konservativen angetreten war.
Mit 33 Jahren zog Thatcher erstmals als Abgeordnete ins Unterhaus ein. Das Foto zeigt sie mit ihren damals sechsjährigen Zwillingen Mark und Carol.
Ein strahlendes Lächeln und neue historische Marken: Margaret ist die erste Frau an der Spitze der konservativen Partei - und zugleich die erste Frau überhaupt, die in Großbritannien eine politische Partei führt.
Das Image der harten Lady hat sie schon damals gepflegt. 1978 lässt sich Thatcher fotografieren, als sie eine Ritterrüstung anprobiert.
Familienfoto der Thatchers zur Silberhochzeit 1976: Die neue Chefin der Konservativen mit ihrem Ehemann Denis und den Zwillingen Mark und Carol.
1979 zog Margaret Thatcher in die Downing Street Nr. 10 ein. Sie war eine globale Sensation, die erste Frau an der Spitze einer westlichen Großmacht. Ihr selbst war diese Aufregung um ihr Frau-Sein unangenehm. Sie sei die erste Naturwissenschaftlerin an der Regierungsspitze, pflegte sie zu sagen.
Mit Ronald Reagan (hier 1981 bei einem Gipfeltreffen in Ottawa) verstand sich Margaret Thatcher bestens - er war ihr transatlantischer Bruder im Geiste. Wie der US-Präsident setzte sie auf eine Politik der Deregulierung, Privatisierung und einen Abbau des Sozialstaats.
Mit ihrer sozialen Kahlschlagspolitik polarisierte Thatcher die Briten wie kein anderer Premierminister vor und nach ihr. Sie wäre vielleicht schon nach der ersten Amtszeit abgewählt worden, wäre nicht der Krieg um die Falkland-Inseln ausgebrochen, der sie zur Nationalheldin machte.
Fortan konnte Thatcher (hier 1986 mit dem französischen Präsidenten François Mitterand) durchregieren und errang mühelos zwei weitere Wahlsiege.
Mit George Bush im Frühjahr 1990: Im November desselben Jahres folgte schließlich doch eine Niederlage - nicht bei einer Wahl, sondern durch eine Rebellion ihrer Parteifreunde. Sie hatte sich mit ihrem Anti-EU-Kurs im eigenen Kabinett isoliert und trat zurück, als sie erkannte, dass sie keinen Rückhalt mehr hatte.
Auch im Rest der Welt sorgte sie für Kopfschütteln - etwa durch ihre bis zuletzt demonstrierte Nibelungentreue zum chilenischen Diktator Augusto Pinochet, den sie als aufrechten Kommunistenhasser schätzte.
Die Eiserne Lady an alter Wirkungsstätte: Im Juni 2010 besucht sie den neuen Tory-Premier David Cameron. Er revanchiert sich im Herbst mit einem Fest zu ihrem 85. Geburtstag - doch Thatcher musste absagen, Grippe.
Zwei Wochen später winkt sie wieder in die Kameras, Grippe überstanden. Die Übermutter der Nation war wieder auf dem Damm. Ihre letzten Jahre verbrachte Thatcher zurückgezogen in London, sie litt unter Demenz.