Maria 2.0 in Hamburg - DER SPIEGEL
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Maria 2.0 in Hamburg "Die Bischöfe kriegen warme Füße"

Eine Woche lang streikten katholische Frauenrechtlerinnen, sie demonstrierten und konnten tausende Aktivistinnen hinter Maria 2.0 versammeln. Doch was kommt nach dem großen Gemeinschaftsgefühl?
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Der Protest des Netzwerks Maria 2.0 zieht bundesweit Kreise: Auch in Hamburg demonstrierten jetzt Katholikinnen für mehr Rechte und Ämter von Frauen in der Kirche.

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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Mitte Mai hatten die Aktivistinnen von Maria 2.0 einen einwöchigen Streik der aktiven Katholikinnen ausgerufen. Die Resonanz war gewaltig. Mehr als 31.000 Menschen unterschrieben eine Petition, die Papst Franziskus vorgelegt werden soll, bundesweit entstanden geschätzt 1000 Unterstützergruppen.

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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"Wir sind keine Amazonen oder Feministinnen", stellte Mitorganisatorin Brigitte Jaschke (Mitte) gleich zu Beginn klar. Dennoch gaben sich die Aktivistinnen kämpferisch. Sie betonten, sie stünden am Beginn einer großen Bewegung, die sich keinesfalls als Randerscheinung betrachte.

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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"Maria 2.0 ist eine Graswurzelbewegung. Wir werden den Kirchenoberen die Augen öffnen über die Bedürfnisse der Gläubigen", sagte Jaschke.

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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Auf Tischtücher schrieben die katholischen Frauen ihre Wünsche: "Ich bete darum, dass zukünftig keine Frau mehr der katholischen Kirche den Rücken zuwendet, weil sie dort ihren Platz nicht findet."

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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"Die Gleichberechtigung der Frau ist uns eine Herzensangelegenheit, seit wir in der Kirche sind", sagt Pastoralreferentin Ursula B., die als Krankenhausseelsorgerin am UKE Eppendorf arbeitet. Die Gesellschaft habe sich verändert, es sei ein Punkt erreicht, an dem es so nicht weiter gehe, pflichtet ihr Praktikantin Lea bei. "Die jungen Leute müssen auf die Straße gehen." Und die Männer? "Es erzürnt uns, dass sie nicht solidarischer sind, wir werden sie wohl ein wenig treten müssen", sagt Ursula B. "Viele wissen im Herzen, dass Reformen nötig sind, aber sie haben es noch nicht in Sprache und Taten umgesetzt."

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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"Es wird keine Revolution sein, aber der Impuls zur Veränderung kommt von unten", sagt Andreas B., Kirchenmitarbeiter aus einer Hamburger Gemeinde. Es sei kirchenhistorisch Tradition, dass die Basis den ersten Schritt tun müsse. Der Jesuit glaubt, dass sich das Engagement für Maria 2.0 lohnt: "Es ist was dran an der christlichen Botschaft - aber es ist ein Jammer, wie sie verwaltet wird."

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
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Lisa Kötter ist Mitinitiatorin des Netzwerks Maria 2.0. "Die Oberhirten umgeben sich mit Ja-Sagern, sie pflegen eine verquaste Sprache, die uneindeutig ist und auf Zeit spielt. Dabei ist die Kirche am Sterben. Die Bischöfe nehmen das nicht wahr, weil sie in einer Blase leben", kritisiert die Künstlerin. Aber: "Unser Protest ist wie eine Erwärmung von unten - die Bischöfe kriegen warme Füße, das belebt den Kreislauf."

Foto: Friso Gentsch/ DPA
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Die Deutsche Bischofskonferenz hat beschlossen, bis 2023 die Zahl der Frauen in Leitungspositionen auf 30 Prozent zu erhöhen, "weil sich dadurch die Kultur verändern kann", sagt der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode. Während der Hamburger Erzbischof Heße der Meinung ist, das Diakonat sei nicht zu trennen von Priester- oder Bischofsweihe, sieht Bode Möglichkeiten. "Es gibt in der Frage des Frauendiakonats theologische Spielräume, deshalb hat Papst Franziskus sie auch noch offengehalten."

Foto: Guido Kirchner/ DPA
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Maria 2.0 fühlt sich gestärkt durch die Unterstützung verschiedener mitgliedsstarker katholischer Frauenorganisationen. Doch auch an Gegnern mangelt es nicht. Konservative Katholikinnen haben die Gegenbewegung Maria 1.0 ins Leben gerufen. Im Netz und in Hassmails werden die Aktivistinnen verunglimpft. An aufgeben denken sie nicht: "Wir machen weiter."

Foto: Annette Langer/ SPIEGEL ONLINE
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?