Marilyn Monroe: Superstar, Supernanny - DER SPIEGEL
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Marilyn Monroe Superstar, Supernanny

Joshua Greene landete regelmäßig im Bett von Marily Monroe - um dort von ihr durchgekitzelt zu werden: Sie war seine Nanny. Hier erzählt er vom Familienalltag mit der Ikone.
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Zwerg trifft Star: Früh übt sich - schon mit zwei Jahren schleppte Joshua Greene, Sohn des berühmten Glamour-Fotografen Milton H. Greene, eine Kamera mit sich herum. Das Foto entstand 1956 am Rande der Dreharbeiten zu "Bus Stop". Wie Zeitzeugen berichten, soll Marilyn Monroe den kleinen Kerl regelrecht vergöttert haben. Zwischen 1954 und 1956 war sie regelmäßiger Gast im Hause Greene. Sie nutzte die Wohnung der Familie in New York, verbrachte aber auch regelmäßig Zeit im Landhaus der Greenes in Connecticut. Wenn die Eltern ausgingen, passte sie dort auf Joshua auf.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Ein Traum zerplatzt: Ob Grace Kelly, Marlene Dietrich oder Audrey Hepburn - Glamour-Fotograf Milton H. Greene (1922-1985) bekam sie alle vor die Kamera. Berühmt wurde der schon mit 23 Jahren als "Wunderkind der Farbfotografie" geadelte US-Amerikaner jedoch für seine Marilyn-Fotos. Die beiden lernten sich 1953 bei einem Fotoshooting kennen. 1955 gründeten Greene und Monroe eine eigene Filmfirma, die Marilyn Monroe Productions. 1957 jedoch überwarf sich Monroe mit Greene - womit seine Karriere als Hollywood-Produzent abrupt endete.

Foto: The LIFE Images Collection/Getty Images
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Prima Ballerina: Marilyn mit Tütü in der Rolle ihres Lebens - der des Foto-Motivs. "Fotografiert zu werden", so die Monroe-Freundin und Magnum-Fotografin Eve Arnold, bedeutete für Marilyn, "gestreichelt zu werden und es auf sehr unschuldige Weise zu genießen". Das Ballerina-Shooting fand im Oktober 1954 statt.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Mies sitzendes Kleid: Die Robe aus Satin und Tüll war viel zu klein, sodass Monroe für die Fotos das Mieder vorn hochschieben und den Reißverschluss offen lassen musste - was den Genuss des Betrachters jedoch nicht schmälert. Eingebrockt hat ihr das Kleid Greenes Ehefrau Amy, die Monroes Kleidergröße damals noch nicht kannte. Später versuchte Amy, den Star davon zu überzeugen, auch mal weitere, elegantere Klamotten zu kaufen, wie Greenes Sohn Joshua im einestages-Interview erzählt.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Ein verstauchter Knöchel macht's möglich: Im September 1953 fand in Los Angeles Greenes erste von insgesamt 50 Foto-Sessions mit Marilyn Monroe statt. Fleur Cowles, damals Chefin des Magazins "Look", stellte die beiden einander vor. Marilyn hatte sich bei den Dreharbeiten zu "Fluss ohne Wiederkehr" den Knöchel verstaucht - sonst hätte sie für das Shooting gar nicht zur Verfügung gestanden. Auf dem Foto trägt Monroe den schwarzen Strickmantel von Amy Greene, der Mutter von Joshua. Und sonst nichts.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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So verführerisch, so unschuldig: Marilyns Ausstrahlung war einzigartig, und Greene vermochte sie meisterhaft in Szene zu setzen. "Das Geheimnis ihrer Kunst", so Marilyn-Biograf Norman Mailer, "bestand darin, jeden Mann so anzusprechen, als sei er das einzige männliche Wesen, das ihr zur Verfügung stand."

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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"Marilyn ist ein verträumtes Mädchen", sagte Schauspielerin Jane Russell einmal über Monroe. "Sie ist eine, die es fertigbringt, mit einem roten und einem schwarzen Schuh aufzutauchen." Zumindest hier, für das "Hooker-Sitting" 1956 in Los Angeles, brachte Monroe es fertig, zwei Schuhe in derselben Farbe anzuziehen.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Galopp! Am 30. März 1955 war Monroe bei einer Charity-Gala im New Yorker Madison Square Garden als Zirkus-Lady zu bestaunen. Auf einem rosa Elefanten mit rosa Schleife am Schwanz und einem mit Strass-Steinen besetzten Sattel.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Eine Frau auf der Suche nach sich selbst: Marilyn in einem Hotelzimmer, aufgenommen im September 1954. In einem Interview sagte die meistfotografierte Frau der Welt einmal: "Insgeheim habe ich immer das Gefühl gehabt, nicht vollkommen 'echt' zu sein. Ich glaube, jeder Mensch fühlt das von Zeit zu Zeit. Aber in meinem Fall geht das so weit, dass ich manchmal denke, ich sei nur ein Kunstprodukt."

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Mit Hut: Eine nachdenklich und müde wirkende Monroe am Rande der Dreharbeiten zu "Bus Stop", aufgenommen im Frühjahr 1956. Mit der sonst so strahlend inszenierten Lichtgestalt hat dieses Foto wenig zu tun.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Marilyn meets Marlon: Nachdem Monroe Hollywood den Rücken gekehrt hatte, führte Fotograf Milton Greene sie ins New Yorker Nachtleben ein. Wie sein Sohn erzählt, machte der Glamour-Fotograf die Ikone auch mit Schauspieler Marlon Brando bekannt. Er sagte einmal: "Marilyn war ein sensibler, falsch verstandener Mensch, viel scharfsinniger, als allgemein angenommen wurde. Sie war unterdrückt worden, besaß aber eine starke emotionale Intelligenz - eine Intuition für die Gefühle anderer, die kultivierteste Art von Intelligenz." Für das Foto posierten Monroe und Brand im November 1955 - die Aufnahme sollte den Ticketverkauf für eine Benefizaufführung beleben.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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"Der beste Frauen-Fotograf, den ich je kennengelernt habe": So äußerte sich der berühmte US-Fotograf Richard Avedon einst über Milton H. Greene, hier beim ersten Shooting mit Monroe im September 1953.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Venus im Frottee-Bademantel: Kann man tatsächlich so aussehen, wenn man gerade aus dem Badezimmer kommt? Marilyn schon, aufgenommen im März 1955.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Mach "Sitz"! Weder die Pekinesen noch die merkwürdigen Quastenkissen können der Superfrau ihren Glanz zu rauben. Aufgenommen hat Greene dieses Foto im Februar 1955.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Zugeknöpft: Selbst im Kaschmir-Mantel versprühte Monroe noch jede Menge Sex-Appeal (Bild vom ersten Shooting mit Milton Greene im September 1953).

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Sehnsucht nach einer neuen Marilyn: Marilyn Monroe (genehmigt sich hier im März 1955 ein Gläschen im Korbsessel) hatte es satt, in Hollywood auf die Rolle der naiv-dummen Sexikone reduziert zu werden. Greene versuchte ihr dabei zu helfen, sich von dem Image zu befreien. "Er wollte ihr klarmachen, dass sie auch als selbstbestimmte, ernstzunehmende Schauspielerin eine Chance hat", sagt Joshua Greene im einestages-Interview.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Und hoch das Bein! Marilyn mit rotem Kaschmirpullover in Gymnastik-Pose (Aufnahme von Juli 1955). Geboren wurde Marilyn Monroe am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jeane. Weil ihre Mutter Gladys Mortensen arbeiten musste, gab sie das Mädchen die ersten Lebensjahre in die Obhut von Pflegeeltern. "Niemand hat mir je gesagt, ich sei hübsch, als ich ein kleines Mädchen war", erinnerte sich Marilyn an ihre Kindheit. "Man sollte allen kleinen Mädchen sagen, dass sie hübsch sind, auch wenn es nicht stimmt."

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Marilyn hinter Glas: Lange Ohrringe, dicke Ketten, wallender Rock - hier posiert Monroe als eine Art romantische Wahrsagerin (April 1956).

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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"Der Prinz und die Tänzerin": So hieß das zweite Filmprojekt der Marilyn Monroe Productions. Regie bei der Komödie führte Laurence Olivier, Monroe verkörperte die Tänzerin Elsie. Gedreht wurde im Sommer 1956 in den Pinewood Studios in London, wo auch dieses Foto entstand.

Foto: Milton H. Greene/ 2017 Joshua Greene
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Im Bett mit Marilyn war Joshua Greene regelmäßig - für Kissenschlachten und Kitzelpartys. Die Schauspielerin hütete bei den Greenes ein, als Joshua noch ein kleiner Junge war. Aufgenommen wurde die Bett-Serie im Oktober 1953 auf dem Anwesen von Filmproduzent Joseph Schenk.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Die Sexikone: Lasziver geht's nicht - Monroe beim berühmten "Black Sitting", das im Februar 1956 in Milton Greenes Studio in New York entstand. "Sie lebte den Mythos vom unaufhaltsamen Aufstieg des mittellosen Mädchens aus schwierigen Verhältnissen vor. Für die ganze Welt wurde sie zum Symbol des ewig Weiblichen", sagte Schauspiellehrer Lee Strasberg am 9. August 1962 in der Trauerrede für Marilyn Monroe. Sie war vier Tage zuvor unter ungeklärten Umständen an einer Überdosis von Nembutal und Chloralhydrat gestorben.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Mein Freund, der Diskuswerfer: Welcher Mann würde nicht gern in der Haut dieser von Monroe so leidenschaftlich geherzten griechischen Statue stecken? Aufgenommen im Mai 1956 in der Villa von Hollywoods Haarstylist Sydney Guilaroff.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Glück am Fels: Uneingeschränkt gut gelaunt wirkt Marilyn auf diesem im Mai 1954 aufgenommenen Foto. Es entstand im Laurel Canyon, einer Schlucht der Santa Monica Mountains.

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Marilyn mit Mandoline: Monroe bei ihrem ersten Shooting mit Milton Greene im September 1953. Wie Joshua Greene erzählt, war Monroe ziemlich begeistert, als sie die Fotos sah - und hoffte, mit seiner Hilfe eine ernstzunehmende Schauspielerin zu werden. "Ich habe nie gesagt", so Monroe einst, "dass ich nur noch schwere, tragische Rollen möchte oder sexy Parts ablehne - alles, was ich will, ist etwas anderes zu spielen."

Foto: Milton H. Greene/ action press
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Spieglein, Spieglein: Monroe im Januar 1955, kurz nachdem sie in einer Pressekonferenz die Gründung einer eigenen Firma, der Marilyn Monroe Productions (MMP), verkündet hatte. 51 Prozent der MMP-Anteile besaß Monroe - 49 Prozent Star-Fotograf Greene. "Mein Vater träumte davon, ins Filmgeschäft einzusteigen und Produzent zu werden", erzählt Greene im Interview.

Foto: AP
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Was kostet die Welt?, scheint Monroe, verschränkte Arme, hochgekrempelte Ärmel, auf diesem Foto sagen zu wollen - erschienen am 14. Juli 1956 auf der Titelseite der britischen Zeitschrift "Picture Post".

Foto: Milton Greene/ Getty Images
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"Nanu, Sie sind ja noch ein richtiger Junge", soll Monroe ausgerufen haben, als sie Milton H. Greene zum ersten Mal sah. Er soll gekontert haben: "Und Sie sind ein richtiges Mädchen." Wie Joshua Greene erzählt, hatten der Star und der Glamour-Fotograf von Anfang an einen guten Draht zueinander: "Eigentlich war Milton ein sehr schüchterner Typ, schaffte es aber irgendwie, dass Menschen sich in seiner Nähe entspannten, ihm vertrauten", so Greene Junior im einestages-Interview.

Foto: CapFSD/ face to face
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In Unkosten gestürzt hat sich Star-Fotograf Milton H. Greene für diesen weißen Nerz, den er Monroe Anfang 1955 schenkte. Das Foto wurde 2012 in einer Ausstellung in Warschau gezeigt.

Foto: JANEK SKARZYNSKI/ AFP
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Plantschend im Pool: Dieses Foto (gezeigt 2014 im Rahmen einer Ausstellung in Apolda) gehört zu den liebsten Aufnahmen von Joshua Greene. Zu sehen ist die Ikone beim Relaxen im Schwimmbecken - ohne Schminke, mit Sommersprossen, glücklich.

Foto: Jens Meyer/ AP
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Willy heißt dieses reizende Stoff-Viech - Joshua Greene bekam es zum zweiten Geburtstag von seiner Babysitterin Marilyn Monroe geschenkt. Willy hat einen Ehrenplatz in Greenes Kleiderschrank.

Foto: Joshua Greene
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Glückspilz: Joshua Greene hatte den berühmtesten Babysitter, den man sich vorstellen kann - was er damals noch nicht zu würdigen wusste. "Für mich war Marilyn weder sexy noch berühmt, sondern eine ganz normale, wunderschöne Frau, die auf mich aufpasste, wenn meine Eltern ins Kino oder Theater gingen", sagt er.

Foto: WireImage
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