Marina Weisband Bloß keine Oberpiratin!
Weisband-Porträt - gezeichnet von Marina Weisband selbst: "Ich bin nicht besonders", sagt sie im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Viele Piraten spekulieren auf eine Rückkehr Weisbands in die Öffentlichkeit - etwa durch eine Kandidatur für den Bundestag. Doch daraus wird nichts, wie Weisband im Dezember 2012 erklärte.
Archivbild aus der Bundespressekonferenz im Januar 2012: Damals war Weisband noch Politische Geschäftsführerin der Piraten. Eigentlich hatte sie nur spontan für den Posten kandidiert - doch schnell wurde sie von den Medien, aber auch in den eigenen Reihen, zur Hoffnungsträgerin der jungen Partei stilisiert.
Gruppenbild im Mai 2011: Weisband war das, was die Piraten damals dringend brauchten - auch, um dem Image der frauenfeindlichen, nerdigen Männer-Partei entgegenzuwirken.
Weisband, Jahrgang 1987, entschied sich im Frühjahr, nicht mehr für ihr Amt zur Verfügung zu stehen. Seitdem ist es stiller um sie geworden, doch hinter den Kulissen ist sie noch immer präsent: "Ich arbeite im Hintergrund am Programm, und ich mische mich ein, wenn sich irgendwo Fronten auftun", sagt sie.
Die Piratin bei einem ihrer Talkshow-Auftritte (mit Moderatorin Charlotte Roche): Weisband sagt selbst über sich, sie stecke in einem Zwiespalt, was Medienpräsenz und Öffentlichkeit angeht. "Ich überlege mir dreimal, ob ich überhaupt ein Interview gebe. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, den politischen Mainstream zu verändern, unsere Piraten-Ideale bekannt zu machen".
Die Psychologie-Studentin arbeitet derzeit an einem Buch und ihrem Diplom. Doch selbst wenn sie längst nicht mehr in der Bundesspitze sitzt, gilt sie noch immer als bekanntester Kopf der Piraten.
Weisband sieht den Politikbetrieb skeptisch: "Ich weiß gar nicht, ob ich für den Job gemacht bin. Kritik, Emotionen, Konflikte lassen mich nicht kalt"