Marlene Dietrichs letzte Jahre - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Marlene Dietrich Schöne Diva, arme Diva

13 Jahre auf dem Sterbebett: Sie war eine lebende Legende, dann zog Marlene Dietrich sich plötzlich zurück. Nach einem Unfall versteckte die Schauspielerin sich mehr als ein Jahrzehnt in ihrem Pariser Apartment. Sie trank, nahm starke Medikamente - und telefonierte mit der Queen und Gorbatschow. Von Benjamin Maack
1 / 16

Ihr letzter Auftritt auf der Leinwand: Marlene drehte ihren letzten Film, die deutsche Produktion "Schöner Gigolo, armer Gigolo", 1978 - mit so bekannten Kollegen wie David Bowie, Sydne Rome, Kim Novak, Maria Schell und Curd Jürgens.

Während der Rest des Films in Berlin gedreht wurde, kam das Team für die Aufnahmen extra nach Paris und errichtete dort die Kulissen neu. Marlenes Part wurde an nur zwei Tagen aufgenommen. Anders wäre der Dreh für die kranke Diva nicht möglich gewesen. Der Film markiert das Ende einer 55-jährigen Filmkarriere - ihren ersten Film, den Stummfilm "So sind die Männer", drehte sie 1923 im Alter von 22 Jahren.

Foto:

DDP images

2 / 16

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt: 1930 spielte Marlene Dietrich in Josef von Sternbergs Film "Der blaue Engel" die Lola - und wurde berühmt.

Foto: ddp images
3 / 16

Eine Gruft für den Mythos: Marlene Dietrich wohnte bis zu ihrem Tod am 6. Mai 1992 zurückgezogen in einem Apartment in diesem Haus in der Avenue Montaigne 12 in Paris, hier eine Aufnahme vom 29. Juli 1991.

Die zuletzt tabletten- und alkoholabhängige Schauspielerin soll seit Ende der siebziger Jahre ihr Bett nicht mehr verlassen haben - so schreibt es ihre Tochter Maria Riva in der Biografie "Meine Mutter Marlene".

4 / 16

Heimatlose: Die Schauspielerin zog bereits ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach Paris und emigrierte dann wie viele Künstler weiter in die USA - das Bild zeigt sie in ihrem Apartment in New York.

Foto: dpa
5 / 16

Duell mit der Leinwandgöttin: Maximilian Schell drehte in den achtziger Jahren den Dokumentarfilm "Marlene". Allerdings wollte die Diva nicht im Bild erscheinen und so musste Schell sich mit Audioaufnahmen begnügen.

Zwei Jahre rang Schell mit dem spärlichen Material, das er nach sechs Tagen täglicher Gespräche mit Marlene Dietrich aus ihrer Wohnung trug - und schuf eine eindrucksvolle Dokumentation. Ein Duell zwischen Schauspielerin und Regisseur.

Foto: dpa/PHOENIX/BR/Futura Film
6 / 16

Enge Freundschaft: Die Dietrich erscheint am 14. Januar 1973 zusammen mit ihrem engen Freund, dem Schauspieler, Schriftsteller und Komponisten Noel Coward, bei einer Aufführung von "Oh Coward" im New York Theatre.

Für das Stück, das auf Cowards Lebensgeschichte basiert, schrieb er selbst den Text und komponierte auch die Musik. Auch für seine Freundin Marlene komponierte Coward und arbeitete eng mit ihr zusammen.

Foto: AP
7 / 16

Vorletzter Film: Die Liebeskomödie "Zusammen in Paris" von 1964, mit William Holden, Audrey Hepburn, Tony Curtis und Noel Coward, unter der Regie von Richard Quine, ist Marlenes vorletzter Spielfilm. Es folgte eine lange Pause. Erst 1978 wird sie ein letztes Mal auf der Leinwand erscheinen.

Foto: ddp images
8 / 16

Familie Dietrich? Nein, Sieber: Marlene Dietrich posiert 1931 gemeinsam mit ihrer siebenjährigen Tochter Maria und ihrem Mann Rudolf Sieber in Hollywood.

Das Ehepaar hatte sich 1923 bei Dreharbeiten kennengelernt und ging seit Mitte der dreißiger Jahre getrennte Wege - doch verheiratet blieben sie bis zu Siebers Tod 1976.

Foto: AP
9 / 16

Vater und Tochter - ohne Mutter: Am 19. Februar 1946 trifft Marlene Dietrichs Tochter, Maria Riva, ihren Vater Rudolf Sieber. Obwohl "Rudi" und Marlene Dietrich lange getrennt lebten und die Schauspielerin etliche Affären hatte, blieben die beiden bis zu seinem Tod 1976 verheiratet.

Foto: Getty Images
10 / 16

Marlene als Kind: Das Kinderbild zeigt die am 27. Dezember 1901 in Berlin geborene Marlene Dietrich im Alter von circa vier Jahren. Ihr Geburtsname lautete eigentlich Marie Magdalene, aber etwa seit ihrem elften Lebensjahr nannte sie sich selbst Marlene.

Foto: ddp images
11 / 16

"Ich wurde zu Tode fotografiert." Das antwortete Marlene Dietrich, als Maximilian Schell die Schauspielerin fragte, warum er sie für die Dokumentation "Marlene" nur auf Tonband aufnehmen dürfe.

Das Bild zeigt Lord Snowdon, Fotograf und Ehemann von Prinzessin Margaret, am 18. Oktober 1967 mit Marlene Dietrich bei einer Dinnerparty im New Yorker Edelclub El Morocco. Während Marlene hier versucht, mit einer Handbewegung die Fotografen abzuwehren, durfte Snowdon die Diva ablichten - die Porträts der Schauspielerin gehören zu seinen bekanntesten Arbeiten.

Foto: AP
12 / 16

Knallharte Saloonsängerin: James Stewart und Marlene Dietrich in "Der große Bluff". Der Film von 1939 ist bekannt für die wilde Kneipenschlägerei, die sich die Dietrich mit Stewart liefert.

Foto: ddp images
13 / 16

Kurzer Trip in die Heimat: Nach 15 Jahren im Ausland kehrte Marlene Dietrich im Mai 1960 in ihre Heimatstadt Berlin zurück. Für drei Tage trat sie hier im Rahmen einer Europatournee gemeinsam mit Burt Bacharach auf, der die Songs für ihre Karriere als Sängerin arangiert und komponiert hatte.

Hier sind die beiden bei einer Pressekonferenz am 2. Mai 1960 zu sehen. Marlene wurde nicht von allen freudig willkommen geheißen. Bei ihrer Rückkehr erntete sie auch viel Kritik und wurde in der Öffentlichkeit als "Vaterlandsverräterin" angefeindet.

Foto: AP
14 / 16

Schwieriges Verhältnis: Marlene posiert um 1929 mit ihrer Tochter. Maria Riva verband ein enges, aber schwieriges Verhältnis mit ihrer Mutter - insbesondere in deren letzten Lebensjahren: Riva kümmerte sich um den kranken Star, mit dem es immer schwieriger wurde umzugehen.

Dennoch bat Marlene ihre Tochter: "Schreibe ein Buch über mich. Nur du kannst es. Die ganze Wahrheit. Aber erst nach meinem Tod." Die Biografie "Meine Mutter Marlene" berichtet detailliert über das Leben der Diva - und ist die Abrechnung eines Kindes mit seiner egozentrischen Mutter.

Foto: Getty Images
15 / 16

Konterfei einer Legende: Marlene Dietrich in "Shanghai-Express" von 1932. Als sie 60 Jahre später starb, schmückte ihr Bild aus diesem Film Hunderte Plakatwände beim Filmfest in Cannes.

Foto: ddp images
16 / 16

Gemeinsamer Film: "Das Urteil von Nürnberg" von 1961 war Marlene Dietrichs letzte große Rolle. Der Film behandelt die Nürnberger Prozesse und stellt die Frage nach der Verantwortlichkeit an den Gräueln des nationalsozialistischen Regimes.

In dem Film spielte sie an der Seite von Maximilian Schell, der für seine Rolle 1962 den Oscar als Bester Hauptdarsteller erhält - und genau 20 Jahre später als Regisseur mit der Diva den Dokumentarfilm "Marlene" drehen sollte.

Foto: ddp images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?