Proteste in Marokko "Wir alle sind Mouhcine Fikri"
Wut in Marokko: Der Tod des Fischgroßhändlers Mouhcine Fikri hat in dem Maghrebstaat die größten Proteste seit fünf Jahren ausgelöst.
Der Vorfall ereignete sich wenige Tage vor Beginn der Cop22, der jährlichen Uno-Klimakonferenz, die ab 7. November in Marrakesch stattfindet.
Zunächst gingen die Menschen in Fikris Heimatstadt Hoceima auf die Straßen, am Wochenende erfasste die Protestwelle auch die Hauptstadt Rabat.
"Wir alle sind Mouhcine Fikri", steht auf dem Poster, das ein Demonstrant in Rabat in die Höhe hält. Außerdem ist die blau-grün-gelbe Flagge der Berber bei den Protesten allgegenwärtig. Der Tote war Angehöriger der Minderheit.
"Märtyrer, ruhe in Frieden, wir kämpfen weiter", riefen Demonstranten am Wochenende. Ein anderer Slogan lautete: "Mouhcine wurde ermordet, der Makhzen ist schuld." Makhzen ist der arabische Name für den Herrscherhof in Rabat.
"Zerquetsch seine Mutter", steht auf dem Plakat unter dem Mixer. Diesen Satz soll der Polizist am Freitagabend dem Fahrer des Müllwagens zugerufen haben.
Die Demonstranten fordern eine gründliche Untersuchung des Todesfalls. König Mohammed VI. hat zugesagt, dass die Geschehnisse in Hoceima lückenlos aufgeklärt werden.
Ein Frau trägt das Foto von Kamal Hassani auf einer Kundgebung in Rabat. Hassani hatte 2011 als Mitglied der Oppositionsbewegung 20. Februar an Protesten gegen die Regierung teilgenommen und war vor fünf Jahren unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen.
Bislang hält sich die Polizei in Marokko zurück und lässt die Demonstranten gewähren.