Mars-Experiment: Eingesperrt für drei Monate - DER SPIEGEL
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Mars-Experiment Eingesperrt für drei Monate

Mehr als hundert Tage ohne Chance zum Ausstieg: Der Bundeswehrsoldat Oliver Knickel ließ sich in Moskau in einem nachgebauten Raumschiff einschließen. Mit seiner Hilfe wollten Forscher herausfinden, wie zukünftige Mars-Missionen ablaufen könnten.
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Simuliertes Raumschiff in Moskau: Am Moskauer Institut für Biomedizinische Probleme wurden ein Deutscher, ein Franzose und vier Russen 105 Tage lang auf knapp 200 Quadratmetern eingesperrt. Die Gruppe sollte herausfinden, wie zukünftige Mars-Missionen ablaufen könnten.

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Die Mars-500-Crew: Sechs Personen nahmen an dem Versuch teil, darunter zwei echte Kosmonauten und der Deutsche Oliver Knickel (2.v.r.).

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Oliver Knickel: "Ich muss zugeben, dass ich jegliche langfristige Wahrnehmung für Zeit verloren habe."

Foto: ESA/DDP
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Kontrollzentrum des Containerblocks: Wie in der Fernsehserie "Big Brother" wurde genau beobachtet, was die Versuchsteilnehmer taten.

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Der Container: 550 Kubikmeter, rund 200 Quadratmeter Wohnfläche.

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Ein früheres Isolationsexperiment der Russen endete fatal. Bei der "SFINCSS"-Studie, an der drei Männer und eine Frau in einem Nachbau der Raumstation "Mir" teilgenommen hatten, war es 1999 zu schweren Spannungen zwischen den Crew-Teilnehmern gekommen. Bei einer Prügelei spritzte Blut, ein japanischer Proband brach den Versuch vollkommen entnervt ab.

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Erschwerte Bedingungen: Die Probanden konnten nur über Funk oder E-Mail mit der Außenwelt kommunizieren. Und dann mussten sie zum Teil gehörige Wartezeiten in Kauf nehmen: Kontakte dauern bis zu 40 Minuten. Wegen der langen Signallaufzeiten wäre das auch bei einer echten Mars-Mission der Fall.

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Versuchsteilnehmer Oliver Knickel vor Beginn des Experiments: Der in Hamburg lebende Maschinenbauingenieur ist seit 1999 bei der Bundeswehr. Nach einer Offiziersausbildung war er 2002 für drei Monate in Afghanistan. Seit Oktober 2008 lehrt er unter anderem an der Fachschule des Heeres für Technik in den Fächern Mathematik, Elektroingenieurswesen und Mechanik.

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Cyrille Fournier: Auch der französische Air-France-Pilot ließ sich ab dem 31. März in Moskau einschließen.

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Strenge Tests: Auf eine Ausschreibung der Esa hatten sich 5600 Interessenten gemeldet. Zwei von ihnen überstanden die Vorauswahl, zwei weitere waren Ersatzkandidaten und übernahmen in dem Versuch die Rolle der Bodenkontrolle.

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Container: Im Frühjahr 2010 will die Esa ein weiteres Isolationsexperiment starten - dann werden die Teilnehmer 520 Tage lang eingesperrt werden. So lange würde eine Mission zum Mars dauern.

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