Marvel Comics Die unglaublichen Helden des Stan Lee
Nichts für schwache Nerven: Die Reihe "Menace" war ein Lieblingsprojekt von Chefredakteur Stan Lee. Zombies und andere "Gefahren" lauerten zwischen den Heftseiten auf unvorsichtige Leser, die sich mächtig gruseln wollten. Wie dieser junge Mann. Kritiker warfen den Comicverlagen in den Fünfzigerjahren auch wegen dieser Erzeugnisse vor, die Jugend zu gefährden.
Neuausrichtung: Das Wort "Marvel" tauchte das erste Mal 1938 auf den Covern von Martin Goodmans Pulp-Magazin "Marvel Science Stories" auf. Nur ein Jahr später taufte der Verlag die Reihe in "Marvel Tales" um.
Verkaufsgenie: Martin Goodman hatte einen ausgezeichneten Riecher für Geschäfte. Beeindruckt vom Erfolg der Comics um den Helden Superman rief Goodman den Marvel-Vorläufer ins Leben. Zuvor hatte sich Goodman als Verleger von Pulp-Magazinen betätigt. 33 Jahre alt war der Unternehmer, als er 1941 auf diesem Foto Captain America bewunderte.
Unsterblicher Held: Captain America erblickte mit diesem Titelbild 1941 das Licht der Welt. Und legte sich gleich mit Adolf Hitler an. Im Zweiten Weltkrieg befriedigten viele Comics nicht nur die Unterhaltungsbedürfnisse der Leser, sie stärkten der Nation auch moralisch den Rücken. Allerdings...
...legten die Comiczeichner Captain America nach dem Krieg in der Arktis buchstäblich auf Eis. Später taute man ihn zum Glück wieder auf. Nur um ihn 2007 hinterrücks abknallen zu lassen. Doch der wiederbelebte Superheld lässt die Bösen im Kino mittlerweile wieder seine Fäuste spüren.
Evolutionäre Entwicklung: Von links nach rechts lässt sich die Gestaltung eines Titelbildes nachvollziehen. Links brachte Zeichner John Romita 1969 seine ersten Ideen auf das Papier, in der Mitte hat Romita bereits alles ins Reine gezeichnet. Das Bild ganz rechts war schließlich an den Kiosken zu kaufen.
Mächtige Beißerchen: Mancher Comicverlag wechselte das Genre oder gab gleich ganz auf, als die Selbstzensur in den Fünfzigerjahren den Comicverlagen mit ihren Erzeugnissen aus den Bereichen Horror oder Fantasy zu schaffen machte. Martin Goodman ging einen anderen Weg. Er mistete die Inhalte seiner Hefte aus und brachte zugleich fünf neue Magazine heraus wie das obige "World of Mystery", um Marktanteile zu erobern.
Luftkampf: Die Helden der Marvel-Welt entführen die Leser in fremde Welten. Androiden, Mutanten und andere Ausgestoßene tragen ihre inneren und äußeren Kämpfe aus. Gerne auch über den Dächern der Stadt wie in dieser Ausgabe der Avengers.
Genie bei der Arbeit: Bill Everett verdiente sich seine ersten Sporen bei Centaur Comics, wo er als freiberuflicher Künstler den Amazing-Man mit erschuf. Für Marvel ließ er dagegen "Namor the Sub-Mariner" auf die Weltmeere los. Er arbeitete unter anderem auch an den Figuren Venus und Daredevil mit.
Eine Chance für die Liebe: Mächtig ins Schwitzen kamen die Fans der Marvel-Figur Venus. Allerdings nicht nur, weil es heiß her ging wie in dieser Ausgabe. Im Novemberheft 1949 war eher Zeit für große Gefühle. Mit dem Slogan "Die Romanze, die nicht sein darf" pries der Verlag das Heft der eher romantisch veranlagten Leserschaft an.
Superheld in Einzelteilen: In seiner Rüstung ist Iron Man Tony Stark ein fast unbezwingbarer Superheld. Doch unter der rauen Schale besitzt der Industriekapitän und Playboy einen weichen Kern. Nur ein Magnet in seiner Rüstung hält ein Schrapnell davon ab, sein Herz zu erreichen. Und Iron Man zu töten.
Dr. Seltsam: Dr. Strange bekämpft seine Gegner nicht mit Superkräften, sondern mit Magie. Damit unterschied sich der Zauberer von zahlreichen anderen Comichelden. Die Leser fanden Gefallen an Dr. Strange, so dass er von einem "Füllsel" zu einer Hauptfigur befördert wurde.
Formenspiel: In den Sechzigerjahren routierten auch die Comics in psychodelischen Farben und Formen. Nick Fury, Agent of S.H.I.E.L.D. blieb von diesem Rausch nicht verschont. Jim Steranko gestaltete dieses Blatt. Er war der Erste bei Marvel, der gleichzeitig bei einer Reihe zeichnen und texten durfte.
Grauer Riese: Seine Geburt als wutschnaubender Muskelberg erlebte der Hulk 1962 in Grau. Erst später erhielt das Monster seine grüne Farbe. Der Grund: Kolorist Stan Goldberg war mit dem grauen Druckergebnis alles andere als zufrieden. Beinahe wäre der Hulk...
...zudem wegen mangelnden Leserinteresses nach ein paar Ausgaben wieder von der Bildfläche verschwunden. Aber die Marvel-Redakteure gaben ihm noch eine Chance. Und der Hulk schlug sich seinen Weg in die Herzen der Fans frei.
Helden in der Isolation: Auch die X-Men entstammen der Marvel-Ideenschmiede unter Stan Lee. Durch die Zusammenarbeit mit Jack Kirby entstand eine Gruppe von neuartigen Superhelden. Diese Mutanten sind Ausgestoßene der Gesellschaft und müssen sich nicht nur gegen andere Mutanten wehren, sondern auch gegen die Vorurteile der "Normalen".
Verstoßener Gott: Ein Schicksal als Ausgestoßener fristet auch der Donnergott Thor. Zusammen mit seinem Hammer verbannte ihn Odin auf die Erde, wo Thor sich in der Welt der Sterblichen zurechtfinden musste.
Vom Laufburschen zum Comicgott: Stanley Martin Lieber (oben) wollte eigentlich ein großer Schriftsteller werden. Doch zunächst arbeitete der junge Lieber im Comic- und Pulp-Verlag seines Verwandten Martin Goodman als besserer Laufbursche. Als sein Name 1941 in einem Comic auftauchen sollte, war ihm dies noch etwas peinlich. Und so benannte sich Lieber in Stan Lee um. Jahre später ...
...war Stan Lee wie viele seiner Comicfiguren selbst zur Legende geworden. Er war erst 19, als ihn Martin Goodman bereits zum Chefredakteur berief. Mit dem Hulk oder beispielsweise Spider-Man führten Lee und sein Team Marvel zurück an die Spitze der Comicverlage.
Helden wider Willen: Die Fantastischen Vier haben sich ihr Dasein als Superhelden beileibe nicht freiwillig ausgesucht. Kosmische Strahlung verwandelte die Weltraumfahrer in Superhelden, die New York City vor kleinen und großen Übeltätern beschützen.
Müder Held: Es stand schlecht um den Superhelden Daredevil im Jahre 1979. Der junge Frank Miller sollte den Superhelden revitalisieren. Und nebenbei das Comicgenre revolutionieren. Der neue Daredevil orientierte sich zum Beispiel am Manga. Und es ging brutaler und schneller härter zur Sache, als es die Fans von ihren in die Jahre gekommenen Helden gewohnt waren. Als weiteren gealterten Helden nahm sich Miller später Batman von DC Comics vor.
Nationales Kulturgut: Spider-Man Peter Parker ist eine gespaltene Persönlichkeit. Einerseits ein Held mit phänomenalen Kräften, andererseits ein gemobbter Außenseiter. Für die Amerikaner hingegen ist er mittlerweile ein Kulturgut. 24 perfekt erhaltene Seiten Originalzeichnung des Spinnenmannes erhielt 2008 die Library of Congress in Washington D.C. gespendet.
Daumen hoch: Selbst Präsident Barack Obama lächelt Spider-Man wohlwollend zu. Der mächtigste Mann der Welt ist ein großer Fan der Abenteuer des Menschen mit den Fähigkeiten einer Spinne. 2009 trafen Spidey und Obama deshalb in einem Comic aufeinander.