Marxens 190. Geburtstag - DER SPIEGEL
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Karl Marx 190. Geburtstag Lichtgestalt der Aufklärung

Marx - wer war das eigentlich? Franz Walter beschrieb ihn als einsamen, unglücklichen und kranken Mann. Für andere war er ein Titan des Kommunismus. Doch beide Seiten übersehen seine wahre Bedeutung.
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Karl Marx lebt - in Frankreich! Zwei Frauen laufen an einem riesigen Pakat mit der französischen Aufschrift "Karl Marx n'est pas mort" (übersetzt:"Karl Marx ist nicht tot") vorbei. Das Foto wurde am 12. September 2004 in Paris während der Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der von der Französischen Kommunistischen Partei (PCF) gegründeten Tageszeitung "L'Humanité" aufgenommen.

Foto: ? Emmanuel Fradin / Reuters/ REUTERS
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Revolution in der Tüte: Plastiktüte des "Verbandes Linker Buchläden" (VLB), wohl aus den Jahren 1974/75
Quelle: Archiv Hamburger Institut für Sozialforschung

Foto: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Marx-Fashion in Kuba: Der am 1. Mai 2007 in Havanna (Kuba) aufgenommene Schnappschuss zeigt eine junge Frau, die ein knappes Top mit Marx-Motiv trägt. Das mit Hilfe einer Schablone aufgesprühte Portrait des Philosophen erinnert in seiner reduzierten Gestaltung an Darstellungen des kubanischen Revolutionärs Che Guevara (1928-1967), der auf einem kleinen Anstecker ebenfalls in ihrem Outfit auftaucht.

Foto: Sven Creutzmann/Mambo Photograph/ Getty Images
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Philosophen im Gespräch: Der undatierte Farbdruck nach einem Gemälde von G. Goron zeigt die Freunde Karl Marx und Friedrich Engels

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Ein Klassiker: Ernster Blick und Rauschebart - so kennen wir Karl Marx

Foto:

dpa

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Karl Marx for ever: Das Karl-Marx-Theater in Havanna (Kuba). Der Name des deutschen Philosophen ist in riesigen goldenen Lettern an der Außenfassade angebracht.

Foto: Getty Images
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Mit Marx gegen die Globalisierung: Gegner des Weltwirtschaftsforums in Basel protestierten 2006 mit Porträts von Marx, Engels und Lenin gegen die Globalisierung. Niemand hatte die Globalisierung so früh und hellsichtig antizipiert wie Karl Marx, nämlich bereits in den 1840er Jahren, als die Mehrheit der europäischen Nationen noch tief in der Feudalität steckte.

Foto: REUTERS
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Tschüss, Kalle: An dem als "Marx-Relief" bekannten Bronze-Relief am ehemaligen Hauptgebäude der Universität Leipzig begann im August 2006 die Demontage. Das 33 Tonnen schwere Werk war von 1970 bis 1973 von den Künstlern Frank Ruddigkeit, Klaus Schwabe und Rolf Kuhrt für die Hochschule geschaffen worden.

Foto: dpa
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Familienfoto: Auf dem undatierten Foto ist Karl Marx (links) mit seinen Töchtern Jenny, Laura, Eleanor und dem Freund der Familie, Friedrich Engels (rechts), zu sehen

Foto: SPIEGEL-Archiv
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Superstar in China: In China ist Trier, der Geburtsort von Karl Marx, so bekannt wie Paris. Schon in der Schule hören die Kinder erstmals den Namen der Moselstadt. In fast jedem Geschichtsbuch zu finden, ist er spätestens an der Universität jedem Chinesen ein Begriff. Mehrere Tausend Chinesen reisen jährlich um den halben Globus, um das typische Trierer Bürgerhaus im Barockstil zu besuchen. Auf der undatierten, gemalten Abbildung der Eheleute Marx sind sie in einer Gartenlaube zu sehen. Der heute kontrovers diskutierte Denker trägt eines seiner Kinder auf den Schultern, im Hintergrund sitzt der enge Freund der Familie Friedrich Engels.

Foto: SPIEGEL-Archiv
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Zu Füßen von Marx: Das Foto zeigt den Chef der Kommunistischen Partei Russlands Gennadij Sjuganow auf der Mai-Kundgebung der Kommunisten 1999 in Moskau. Rund 15.000 demonstrierten damals am Fuße des Denkmals von Karl Marx.

Foto: dpa
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Personenkult: Karl-Marx-Monument in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) auf einem Foto von 1979. Marx selbst hatte zeitlebens nur Verachtung empfunden für Hagiografien und Personenkult.

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Karl-Marx-Stadt: Ein altes Ortsschild, aufgenommen 2003 im Industriemuseum in Chemnitz. Zum Gedenken an den 135. Geburtstag des Philosophen Karl Marx war die Stadt am 10. Mai 1953 nach einem SED-Parteibeschluss umbenannt worden. Nach einer Bürgerbefragung im Frühjahr 1990 erhielt Chemnitz seinen alten Namen zurück. Als Touristenattraktion erinnert seit 1971 der riesige Marx-Kopf, im Volksmund "Nischl" genannt, des russischen Bildhauers Lew Kerbel an Karl Marx, der nie einen Fuss nach Chemnitz gesetzt hatte.

Foto: ddp
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Geburtshaus: 1947 wurde das Geburtshaus von Karl Marx in Trier als Museum eröffnet. Hier erblickte der frühe Sozialwissenschaftler am 5. Mai 1818 das Licht der Welt.

Foto: dpa
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Bei der Arbeit: Auf der Pastellzeichnung aus dem Jahr 1953 von Ernst Schaumann ist Karl Marx als Chefredakteur der "Rheinischen Zeitung" (1842/1843) dargestellt

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Marxscher Entwurf: Das Manifest der Kommunistischen Partei - die einzig erhalten gebliebene Seite des Marxschen Entwurfs. Die ersten beiden Zeilen hat Jenny Marx geschrieben. Marx und Engels entwickelten gemeinsam das am 21. Februar 1848 in London veröffentlichte Programm im Auftrag des Bundes der Kommunisten.

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Schöner Schein im Sozialismus: Karl Marx als Werbeträger für Kosmetika - das gab es nur im Realsozialismus. Ein Kosmetikgeschäft Unter den Linden bietet "Fabulon"-Produkte feil unter dem Motto "Weiter voran für Frieden und Sozialismus!".
Das Foto ist aus dem Bildband "Als noch Osten war" von Udo Hesse im Berlin Story Verlag, 2007.

Foto: Udo Hesse
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Eduard Bernstein im Studierzimmmer: Der Begriff des "wissenschaftlichen Sozialismus" spielt in Marxens Werk keine erwähnenswerte Rolle. Marx und Engels warnten sogar vor einer dogmatischen Wissenschaftsvorstellung als Politik. Der Mythos nahm seinen Ausgang erst bei Eduard Bernstein. Der behauptete gleich nach Engels Tod 1896, der wissenschaftlicher Sozialismus sei eine politische Wissenschaftslehre. Bernstein selber popularisierte die von ihm selber in die Welt gesetzte Fehlinterpretation in mehreren Auflagen seines Buches "Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie". Der Sohn eines Lokomotivführers hatte 15 Geschwister und musste sich all sein Wissen als Autodidakt aneignen.

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Karl Marx: Vom Denken Marxens setzte sich Eduard Bernstein schrittweise ab, obwohl er selber mithalf ihn posthum als Dogmatiker hinzustellen

Foto: Getty Images
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Karl Kautsky: Auch der große Theoretiker der deutschen Sozialdemokratie der frühen Jahre war erst Freund, dann Gegner Eduard Bernsteins

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?