Massengrab in Fromelles - DER SPIEGEL
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Massengrab in Fromelles Australiens vergessene Tote

Zeugen der "mörderischen Stunden": Aus einem kürzlich entdeckten Massengrab in Frankreich sollen Tote aus dem Ersten Weltkrieg geborgen werden. Vermutlich handelt es sich dabei um Soldaten der australischen Armee. Die hatte bei ihrem ersten Kampfeinsatz 1916 an nur einem Tag 5533 Mann verloren. Von Christoph Gunkel
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Warten auf den Angriff: Soldaten des 53. Bataillons der Australischen 5. Division warten im Juli 1916 bei Fromelles auf den Angriffsbefehl. Nur drei der Soldaten auf dem Foto überlebten die blutige Schlacht - und auch sie wurden verletzt.

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Der Fundort: Luftaufnahme vom nordfranzösischen Dorf Fromelles mit dem Waldstück, in dem das Massengrab gefunden wurde. Es besteht aus acht kleineren Gruben - in sechs fanden die Forscher bisher menschliche Überreste.

Foto: Commonwealth War Graves Commission
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Wichtige Funde: Ein Spezialist mit den Überresten einer australischen Uniform bei der Arbeit am Massengrab in Fromelles. Bis zu 400 Tote könnten in den Gruben liegen - mit Hilfe solcher Funde oder DNA-Proben hofft man, manche noch identifizieren zu können.

Foto: AP
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Sensible Arbeit: Relikte, die Archäologen bei ersten Probegrabungen im Massengrab bei Fromelles geborgen haben. Nachdem das Grab im Mai 2008 entdeckt und von einem Forscherteam der Universität Glasgow untersucht worden war, hat jetzt der sensibelste Teil der Arbeit begonnen: Die Überreste von vermutlich 400 britischen und australischen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg sollen geborgen, identifiziert und in Ehren erneut bestattet werden.

Foto: Commonwealth War Graves Commission
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Schwierige Identifizierung: Ein Spezialist ordnet Fundstücke aus dem Massengrab in Fromelles. Seit dem 5. Mai 2009 haben Forensiker mit der Exhumierung der Toten begonnen. Die Experten hoffen, in dem Grab noch Gewebeteile zu finden. Per DNA könnte so in manchen Fällen auch 90 Jahre nach Kriegsende eine Identifizierung der Toten gelingen - ansonsten müssten die Wissenschaftler mit Hilfe von anderen Funden versuchen, die Identität noch zu klären.

Foto: AFP
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Neue Ruhestätte: Auf diesem Acker soll in den nächsten Monaten ein neuer Friedhof errichtet werden, auf dem auch die Toten aus dem Massengrab bestattet werden sollen. Die Schirmherrschaft über das ganze Projekt hat die Commonwealth-Kriegsgräberkommission.

Foto: BRIAN HARRIS
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Schlacht an der Somme: Angreifende Engländer 1916 in der Schlacht an der Somme. Mehr als eine Millionen Soldaten sollten von Juli bis November 1916 auf beiden Seiten bei den unerbittlichen Stellungskämpfen sterben. Damit wurde Somme wie Verdun zum Symbol eines irrationalen, totalen Abnutzungskrieges - und die nur achtzig Kilometer entfernt stattfindende Schlacht bei Fromelles geriet nach dem Krieg schnell in Vergessenheit.

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Nationales Desaster: Soldaten des 53. Bataillons an der Front in Fromelles kurz vor dem Angriff auf die deutschen Stellungen. Die Attacke endete in einem Desaster für die australischen Einheiten und wird von Historikern und Politikern als "die schlimmsten 24 Stunden in der Geschichte Australiens" bezeichnet. In diesem Zeitraum verloren die Australier mehr als 5500 Soldaten.

Foto: Commonwealth War Graves Commission
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Spurensuche: Ein Forscher der Universität Glasgow bei der Arbeit am Massengrab in Fromelles. 2008 war das Grab entdeckt und von den Wissenschaftlern untersucht worden.

Foto: AP
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Erinnerungspark: Fromelles war schon vor dem Fund des Massengrabs eine zentrale Gedenkstätte für Australier. Das Foto zeigt eine Skulptur im "Fromelles Memorial Park".

Foto: AP
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Eine alte Gedenkstätte: Ein Grabstein für die britischen und australischen Kämpfer, die im Juli 1916 in der Schlacht von Fromelles fielen. Die Gedenkstätte war vor dem spektakulären Fund des Massengrabes im Jahr 2008 errichtet worden - jetzt soll in der Nähe ein neuer Friedhof entstehen.

Foto: BRIAN HARRIS
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Gedenken an die Toten: Ein australischer Soldat salutiert im Jahr 2006 während einer Zeremonie zum 90. Jahrestag der Somme-Schlacht. Vermutlich 60.000 Australier verloren bei den Kämpfen von Juli bis November 1916 ihr Leben.

Foto: REUTERS
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Der Ort der Schlacht: Ein Bild von den ersten wissenschaftlichen Arbeiten am Massengrab Fromelles im Sommer 2008.

Foto: AP
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Computeranimation: So stellt sich die Commonwealth-Kriegsgräberkommission den künftigen Soldatenfriedhof in Fromelles vor.

Foto: Commonwealth War Graves Commission
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Verbrannte Erde: Verwüstete Landschaft nach der Somme-Schlacht 1916. Um die Deutschen zu überraschen und zu verhindern, dass sie ihre Truppen aus dem Norden an die Somme-Front abzogen, entschlossen sich die Briten im Juli 1916 zum Angriff auf Fromelles - der für sie in einer Katastrophe endete.

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Verlustreicher Kampf: Deutsches Material-Feldlager nach schwerem Beschuss während der britischen Offensive am 19. Juli 1916. Auch auf deutscher Seite gab es bei der Schlacht von Fromelles vermutlich etwa 1500 Tote und Verletzte - dennoch konnten sich die Deutschen als klare Sieger fühlen, da sie die Alliierten zurückschlugen und ihnen weit größere Verluste beibrachten.

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Massengrab: Das Bild, eine Postkarte, stammt aus einem privaten Nachlass. Auf der Rückseite steht in Sütterlin-Schrift zu lesen: "Zur Erinnerung an den Angriff der Engländer bei Fromelles."

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Originalaufnahme vom Kriegsschauplatz: Ein Bild aus einem privaten Nachlass. Aus der Postkartenserie "Kriegserinnerungen" - Schloss Ligny, Fromelles, Le Maisnil. Album No. 11 - Originalaufnahmen vom Kriegsschauplatz. Militäramtlich genehmigt. Verlag von Ludwig Riffelmacher, Fürth i. B., No.1033

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Blutige Offensive: Ein deutsches Infanterie-Bataillon in der Somme-Schlacht. Die Briten begannen am 1. Juli 1916 die Offensive an der Somme, verloren aber schon in den ersten Stunden zehntausende Soldaten. Im Schatten des Massensterbens an der Somme spielte sich am 19. Juli die australische Tragödie von Fromelles ab.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?