Massengräber in Marienburg - DER SPIEGEL
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Massengräber in Marienburg Das Geheimnis der Gebeine

Sie schaufelten eine Baugrube und entdeckten ein Massengrab: In Malbork, dem ehemaligen Marienburg, werden seit Jahren immer neue Massengräber entdeckt. Was geschah nach Kriegsende in der früheren preußischen Stadt? Wurden die Bürger Opfer einer Seuche - oder grausamer Kriegsverbrechen?
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Exhumierung von Zivilisten: In einer Baugrube im polnischen Malbork werden immer wieder menschliche Skelette gefunden. Wer sie waren und wie sie starben ist noch unklar, Archäologen wissen nur, dass sie aus der Nachkriegszeit stammen, als das damlige westpreußische Marienburg von der Roten Armee besetzt war.

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Massengrab statt Komforthotel: Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Komforthotel entstehen. Doch bei den Bauarbeiten wurde ein Massengrab aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Die Überreste von mindestens 1800 Menschen lagen darin, unter ihnen auch viele Frauen und Kinder - alle waren nackt, als sie in die Grube geworfen wurden.

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Namenlose Tote: In schwarzen Leichensäcken werden die Gebeine der etwa 1800 Menschen in einem Blechschuppen vor der Stadt Marienburg aufbewahrt.

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Übergriffe der roten Armee: Noch immer ist nicht geklärt, was nach Kriegsende im westpreußischen Marienburg passierte. Es gibt zwar Berichte von Übergriffen der Roten Armee, die "fast jeden Mann holten", von denen nur die Älteren nach sechs Wochen in die Stadt zurückkehrten. Von einem Massaker wollen diese aber nichts mitbekommen haben.

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Der Ausgrabungsleiter: Der Archäologe Zbigniew Sawicki leitet die Ausgrabung des in Malbork gefundenen Massengrabs. Sawicki, der sonst in dem Burgmuseum der Stadt arbeitet, ist eigentlich Mittelalterspezialist Kriminaltechniker oder Gerichtsmediziner wurden trotzdem bislang nicht zu den Ausgrabungen hinzugezogen.

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Die Marienburg: Etwa 50 Kilometer südlich von Danzig an der Nogat liegt die Stadt Malbork, die bis 1945 noch Marienburg heiß und zu Westpreußen gehörte. Ihren Namen erhielt die Ortschaft von der mittelalterlichen Burg am Westufer der Nogat.

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Malbork: Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war das Gebiet um Malbork, damals Marienburg, noch westpreußisch und gehörte zum Deutschen Reich. Die Gegend war lange vom Krieg verschont geblieben, und wurde erst 1944 von den Nationalsozialisten zur Festung erklärt.

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Massengrab Marienburg: In zwei Garagen auf dem Friedhof Willenberg/Marienburg liegen 170 Plastiksäcke mit Gebeinen von über 2200 Tote aus dem Massengrab Marienburg. Sichtbare frische Brüche der Gebeine entstanden beim Herausbaggern mit schweren Baumaschinen aus dem Massengrab.

Foto: Erich Havergo
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Massengrab in Marienburg: In zwei Garagen auf dem Friedhof Willenberg/Marienburg liegen 170 Plastiksäcke mit Gebeinen von über 2200 Tote aus dem Massengrab Marienburg. Sichtbare frische Brüche der Gebeine entstanden beim Herausbaggern mit schweren Baumaschinen aus dem Massengrab.

Foto: Erich Havergo
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Zwei Garagen mit ca. 2200 Totengebeine: In den beiden Garagen befinden sich 170 Plastiksäcke mit den Gebeinen von ca. 2200 Kinder, Frauen und Männer aus dem Massengrab in Marienburg.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?