Massenmörder Charles Manson - DER SPIEGEL
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Charles Manson Der mörderische Guru

Es war ein Mord, der die Welt schockierte. Am 9. August 1969 tötete eine Hippie-Gang im Drogenrausch sieben Menschen auf grausame Weise - darunter die schwangere Schauspielerin Sharon Tate. Befohlen hatte die Tat ein Mann, dessen Name bis heute ein Synonym für das Böse ist: Charles Manson. Von Ingo Rentz
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Zum Morden verführt: In dem Fernsehfilm "Helter Skelter" von 2003 spielten Clea DuVall und Jeremy Davis das mörderische Paar Linda Kasabian und Charles Manson. Die Geschichte um die Manson-Family, ihren Guru und ihre Taten taucht bis heute immer wieder in der Popkultur auf. Angehörige der Mordopfer kritisieren, dass den Tätern mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als den Opfern.

Foto: Monty Brinton / AP
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Mansons Jüngerinnen: Die Manson-Anhängerinnen Susan Atkins, Patricia Krenwinkel und Leslie van Houton werden im August 1970 zur Verhandlung durch das Gerichtsgebäude von Los Angeles geführt. Die Polizei hatte die Morde im August 1969 nur durch einen Zufall der Gruppe zuordnen können. Die wegen eines Autodiebstahls inhaftierte Atkins hatte einer Mitgefangenen vom Mord an Sharon Tate erzählt.

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Grausige Spuren: Das Entsetzen steht den Polizisten und Gerichtsmedizinern ins Gesicht geschrieben, als sie die Leichen der Opfer auf dem Polanski/Tate-Anwesen aus dem Haus bringen. Die Mitglieder der Manson-Family hatten im August 1969, basierend auf den kruden Theorien ihres Gurus Charles Manson, ein schreckliches Blutbad in dem Haus des Regisseurs und seiner hochschwangeren Frau angerichtet.

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Die Kronzeugin: Linda Kasabian während einer Pressekonferenz im August 1970, nachdem sie an 18 Tagen vor Gericht in den Mordprozessen gegen die Manson-Family ausgesagt hatte. Sie war bei den Verbrechen nur die Fahrerin gewesen und hatte sich später der Anklage als Kronzeugin zur Verfügung gestellt.

Foto: AP
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Am Tatort: Polizisten bewachen das Anwesen von Regisseur Roman Polanski und seiner Frau Sharon Tate, nachdem hier die schrecklichen Spuren der Morde durch die Manson-Family gefunden worden waren. In dem Auto auf der Einfahrt befand sich die Leiche des 18-jährigen Steven Parent, der am Abend der Tat den Hausmeister besucht hatte.

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Der Guru: Charles Manson wird am 29. April 1970 durch das Gerichtsgebäude von Los Angeles eskortiert. Er bestreitet jegliche Verantwortung für die Morde seiner Anhänger.

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Am nächsten Tatort: Nur einen Tag nach den Morden an Sharon Tate und ihren Gästen, am 10. August 1969, schlug die Manson-Family erneut zu und ermordeten den Geschäftsmann Leno LaBianca und seine Frau Rosemary in ihrem Haus in Los Angeles.

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Terry Melcher: Der Sohn der Schauspielerin Doris Day war in den sechziger Jahren Musikproduzent und hatte Charles Manson Versuche, sich als Musiker zu etablieren, abgelehnt. Mit den Morden wollte sich Manson eigentlich an Melcher rächen. Doch er wusste nicht, dass Melcher aus dem Haus am Cielo Drive in Los Angeles ausgezogen war. Der so dem Tod Entkommene sagte im Prozess gegen Manson und seine Anhänger aus.

Foto: AP
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Vergessenes Talent: Sharon Tate war in den späten Sechzigern eine bekannte Schauspielerin. Heute, so ihre jüngste Schwester Deborah, sei ihr Talent so gut wie vergessen. Deborah leitet heute das Netzwerk der Angehörigen von Mordopfern, das ihre Mutter Doris Tate einst ins Leben gerufen hatte. Es setzt sich regelmäßig und mit Erfolg für weitere Verlängerungen der Haftstrafen der Manson-Family ein. Deborah Tate nimmt bis heute an jeder Anhörung der Mörder ihrer Schwester teil.

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Endkampf der Rassen: Charles Manson erwartete, dass in den USA ein Rassenkrieg ausbrechen würde, bei dem die Schwarzen gewinnen würden. Da sie aber seiner Meinung nach unfähig wären, eine funktionierende Gesellschaft aufzubauen, sei diese Aufgabe an ihm. Als sich der prophezeite Krieg nicht einstellte, befahl Manson seinen Anhängern Morde an Mitgliedern der weißen Oberschicht. Er glaubte, man würde die Schuld bei den Schwarzen suchen - und dann würde es zu dem von ihm ersehnten Krieg kommen.

Foto: Anonymous / AP
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Wilde Zeiten: Die fünf Mitglieder der Beach Boys 1979 in Los Angeles. Bevor Charles Manson durch gruselige Morde traurige Berühmtheit erlangte, hoffte er auf eine erfolgreiche Musikerkarriere. Mit einer Gitarre im Gepäck zog er die amerikanische Westküste entlang und bot verschiedenen Produzenten seine Musik an. Dabei lernte er auch den Beach Boy Dennis Wilson (hinten rechts) kennen, der ihn einige Zeit bei sich übernachten ließ. Wilson verwendete eine von Mansons Kompositionen, "Cease to exist" (Hör auf zu sein) unter dem Titel "Cease to resist" (Hör auf dich zu wiedersetzen). Den erhofften Karriereschub brachte das für Manson nicht.

Foto: AP
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Das glückliche Paar: Die Schauspielerin Sharon Tate und der Regisseur Roman Polanski hatten unter großer öffentlicher Anteilnahme am 20. Januar 1968 in London geheiratet. Nachdem sie Ende 1968 schwanger geworden war, zog das Paar im Februar 1969 nach Los Angeles, weil Tate ihr Baby in der Nähe ihrer Familie bekommen wollte. Am Abend des 8. August 1969, zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin, wurde Sharon Tate von Mitgliedern der Manson-Family ermordet. Roman Polanski war zu dieser Zeit zu Dreharbeiten in London. Rechtzeitig zur Geburt wollte er wieder zu Hause sein.

Foto: Getty Images
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Auf dem Weg zum Urteil: Charles Manson wird am 29. März 1971 von einem Polizisten durch das Gerichtsgebäude von Los Angeles zur Urteilsverkündung geleitet. Das Gericht sah damals die Todesstrafe in der Gaskammer vor, die aber später im Zuge eines Moratoriums gegen Todesstrafen in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt wurde.

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Im Gefängnis alt geworden: Noch während der Mordprozesse ritzte sich Charles Manson ein Kreuz in die Stirn, was seine mitangeklagten Anhänger sogleich kopierten. Später erweiterte er es zu einem Hakenkreuz. Die Aufnahme zeigt ihn bei einer Bewährungsanhörung im Februar 1986. Bis heute wurde jeder seiner Anträge auf Haftentlassung abgelehnt.

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Fröhlicher Irrer: Charles Manson hat heute nicht nur in der Popkultur seinen festen Platz, er erregt auch immer wieder das Interesse der Medien. So alberte er im August 1989 fröhlich für einen Fotografen herum, nachdem er der Nachrichtenagentur Reuters ein Exklusivinterview gegeben hatte.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?