Massenmörder hinter der Clownsmaske - DER SPIEGEL
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Historische Kriminalfälle Massenmörder hinter der Clownsmaske

Schlimmer als jeder Horrorfilm: Vor 30 Jahren wurde John Wayne Gacy, der grausamste Serienkiller der USA, verurteilt. Der erfolgreiche Bauunternehmer und Musterbürger entpuppte sich als Psychopath, der seine Opfer als "Pogo der Clown" entzückte - bis er ihnen sein tödliches Kunststück zeigte. Von Christoph Gunkel
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Killer-Clown: Der Serienmörder John Wayne Gacy, der 33 Jungen und junge Männer vergewaltigt und ermordet hatte, verkleidete sich auf Straßenfesten gerne als Clown - und ging deswegen als "Killer-Clown" in die Geschichte ein. Gacy wurde im Mai 1994 hingerichtet.

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Fahrige Ermittlungen: Erst im Dezember 1978 (hier ein Polizeifoto) kamen die Fahnder dem Serientäter auf die Schliche - dabei hatte es schon seit Jahren etliche Indizien gegeben, die John Gacy verdächtig hätten machen müssen.

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Verkleideter Scharfrichter: Befürworter der Todesstrafe in den USA warten auf die Hinrichtung von John Wayne Gacy. Das Foto stammt vom 9. Mai 1994, einen Tag vor Gacys Exekution. Die Menschen vor dem Staatsgefängnis in Illinois jubelten, als der 33fache Mörder die Todesspritze erhalten hatte. Gleichzeitig gab es Proteste gegen die Todesstrafe.

Foto: AP
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Letzte Ehre: Neun Opfer des Serienmörders John Wayne Gacy konnten nicht mehr identifiziert werden. Für sie fand am 13. Juni 1981 eine Gedenkzeremonie auf dem Friedhof Hillside im Bundesstaat Illinois statt. Danach wurden die Särge auf verschiedenen Friedhöfen begraben, um nicht unfreiwillig ein Monument für den Serientäter zu schaffen. Die Gräber wurden mit der Inschrift "We remembered" versehen.

Foto: AP
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Spurensuche: 1998 begann die Polizei in Chicago nach weiteren möglichen Opfern des Massenmörders zu fahnden - diesmal auf dem Grundstück und in dem Haus, in dem Gacys Mutter gelebt hatte. Die Ermittlungen blieben ergebnislos.

Foto: AP
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John Wayne Gacy: Jahrelang versteckte sich der Serienkiller erfolgreich hinter einer Maske der Gutbürgerlichkeit. Gacy war ein erfolgreicher Bauunternehmer, ehrenamtlich engagiert und Mitglied in verschiedenen gesellschaftlichen Clubs. Er suchte die Nähe von einflussreichen Politikern und veranstaltete Dinnerpartys, die ihn in seiner Nachbarschaft populär machten.

Foto: AP
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Ahnungslos: Rosalynn Carter, die Ehefrau des US-Präsidenten Jimmy Carter, trifft im Mai 1978 John Wayne Gacy in Chicago. Die First Lady konnte nicht ahnen, wem sie da gerade die Hand geschüttelt hatte. Sie schickte ihm sogar das Foto mit Widmung und Autogramm zu: "To John Gacy. Best wishes. Rosalynn Carter".

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Grausige Suche: Ermittler tragen am 23. Dezember 1978 Dielenböden aus John Gacys Haus. Sie fanden im Keller, unter der Garage sowie unter dem Boden seines Büros und seines Entspannungssalons die sterblichen Überreste von 29 Ermordeten. Gacy zeichnete der Polizei später sogar eine detaillierte Karte mit den von ihm angelegten Gräbern.

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Erste Funde: Zwei Experten tragen im Dezember 1978 die sterblichen Überreste eines Opfers des Serienmörders John Gacy aus dessen Haus. Mit Chemikalien hatte der Täter die Verwesung der Leichen beschleunigt.

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Ende der Normalität: Bagger graben im März 1979 vor John Gacys Haus die Erde um. Anfangs hatte der Serienkiller die Polizei wegen der Sucharbeiten noch eine Zivilklage in Höhe von 750.000 Dollar angedroht. Bis die Polizei ihn überführte, versuchte Gacy den Anschein zu wahren, er sei ein ganz gewöhnlicher Bürger.

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Suche nach Namen: Der Mediziner Robert J. Stein bittet auf einer Pressekonferenz im Juli 1980 um die Hilfe der Öffentlichkeit bei der Identifizierung von John Gacys Opfern. Anhand von Schädelfunden rekonstruierte ein Expertenteam die Kopfprofile, die auf der Tafel abgebildet sind.

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Forensische Gesichtsrekonstruktion: Mit einer speziellen Knetmasse bildet eine Rechtsmedizinerin am 9. Juli 1980 das Gesicht eines Opfers des Serienkillers John Wayne Gacy nach. Trotz der minutiösen Detektivarbeit konnten 9 der 33 Ermordeten nicht eindeutig identifiziert werden.

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Analyse eines Massenmörders: Die Psychologin Helen Morrison untersucht im April 2004 Teile von John Gacys Gehirn. Die Expertin für Serienkiller hatte Gacy, der zehn Jahre zuvor hingerichtet worden war, mehrmals im Gefängnis interviewt. Er hatte eingewilligt, dass Morrison nach seiner Exekution sein Gehirn für wissenschaftliche Zwecke analysieren darf.

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Kunst eines Mörders: Helen Morrison zeigt zwei Bilder, die John Wayne Gacy gemalt hat und der Psychologin übergab. Seit mehr als 30 Jahren interviewt Morrison bekannte Serienmörder und sucht nach biologischen und psychologischen Gemeinsamkeiten. Ihre These vom "Killer-Gen" stellte sie in ihrem Buch "Mein Leben unter Serienmördern" dar.

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Fassade der Harmlosigkeit: John Wayne Gacy zeichnete sich selbst in seinem Clownskostüm. Als "Pogo der Clown" hatte der Serienmörder sich das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen erschlichen. In seiner Wohnung in Chicago hingen etliche von ihm gezeichnete Clownsbilder.

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Wütende Angehörige: Harold Piest verbrennt 1994 symbolisch Kunstwerke des Serienmörders John Gacy. Der malte während seiner Haft Hunderte von Bildern, für die manch zynischer Sammler bis zu 20.000 Dollar hinlegte. Piests Sohn Robert war das letzte von Gacys Opfern - die Fahndung nach ihm führte zur Festnahme des "Killer-Clowns".

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Nachbar und Mörder: Die Geschichte von "Amerikas schrecklichstem Serien-Killer" wurde 2003 verfilmt. "Freund. Nachbar. Killer", lautete der Untertitel des Horrorfilms. Scott Allen Henry (als junger Gacy) und Mark Holton spielten die Hauptrollen.

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Ikone des Bösen: John Gacy schockte eine ganze Nation - doch nach seiner Verurteilung zog er auch viele Amerikaner in den Bann. Etliche Musiker spielten in ihren Liedtexten auf Gacy an, der sich mit seinen Clownsbildern selbst geschickt als Pop-Ikone des Bösen vermarktete. 1991 wurde mit "Jagt den Killer" erstmals Gacys Lebensgeschichte verfilmt. Das Foto zeigt Michael Riley in der Rolle des ermittelnden Kriminalkommissars.

Foto: ddp images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?