Mauer-Bilder Grenzgänger mit Kamera
Stillstand: Wo früher der französische Sektor endete, rattert heute die S-Bahn drüber: Der S-Bahnhof Wollankstraße in Wedding 1976...
Bewegung: ... und 2007. Am ehemaligen Ende der Welt ist inzwischen alles in Bewegung.
Betongrau: Die Mauer ist schon offen, aber sie steht noch: Rückseite der Schulzestraße in Pankow 1990...
Grasgrün: ...und 2007. Satellitenschüsseln für den Epmfang von hundert und mehr TV-Kanälen zieren die Dächer, wo DDR-Bürger früher mit "Hirschgeweih"-Antennen das verbotene Wetsfernsehen einzufangen versuchten.
Geschlossene Rolläden: Auf den Blick in den Westen verzichten die Bewohner dieser Wohnungen direkt an der Mauer lieber, sie haben die Rolläden herabgelassen. Blick vom Güterbahnhof der Nordbahn auf die Gleimstraße, Ecke Schwedter Straße am Prenzlauer Berg im Jahr 1988...
Verzierte Giebel: ... und 2007. Statt der Mauer gibt es nun einen Zebrastreifen - sozusagen eine Einladung zum Seitenwechsel. Im Hintergrund ragt der Turm der Gethsemanekirche empor.
Spanische Reiter: Verbauter Blick nach Osten - die Straßenkreuzung Bernauer Straße-Eberswalder Straße, Oderberger Straße, Schwedter Straße in Wedding/Prenzlauer Berg mit Panzerhindernissen im Mauerstreifen im Jahr 1976...
Thailändische Spezialitäten: ... und 2007. Statt Spanischen Reitern bevölkern Spaziergänger das Straßenbild, und auch die Globalisierung hat Einzug gehalten: Wo früher an der Ecke Spreewald-Gurken gereicht wurden, lockt heute das Tagesmenü eines Thai-Restaurants.
"Sozialistische Höhendominante": Der Fernsehturm am Alexanderplatz, Symbol der emporstrebenden DDR, überragt ganz Berlin. Die Sicht in Augenhöhe ist da sehr viel beschränkter. Blick auf die Brunnenstraße, Ecke Bernauerstraße, Wedding/Mitte, im Jahr 1973...
Kapitalistische Straßenszene: ... und 2007. Wo einst für Trabis und Wartburgs Endstation war, donnern heute Luxuskarossen über eine Kreuzung. Und der "Alex" scheint seit dem Mauerfall geschrumpft zu sein - als habe jemand die Luft aus dem alten DDR-Repräsentantionsbau gelassen.
Sonntagsspaziergang: West-Berliner schlängeln sich im Grenzbereich zwischen Reichstagsgebäude und Mauer entlang, das Brandenburger Tor wird durch einen Wachturm halb verdeckt. Blick Richtung Süden an der Ebertstraße, Tiergarten/Mitte 1987...
Quadriga mit Kran: ... und 2007. Das Gebäude im Vordergrund hat ein schickes Glasdach bekommen, dafür fehlt der Wachturm. Die Touristen gelangen jetzt per Busladung bis direkt vor das Brandenburger Tor mit der Quadriga.
Grenzerfahrung: Eine Gruppe von Touristen im zeittypischen West-Look blickt im Jahr 1986 Richtung Osten auf das versperrte Brandenburger Tor, auf dem die DDR-Flagge weht.
Grenzenlose Erfahrung: ... und 2007. Endlich haben die Touristen einen freien Blick auf das Brandenburger Tor - vor allem können sie sich frei auf beiden Seiten tummeln. Als Symbol des neuen, wiedervereinten Berlin hat der Baukran die Mauer abgelöst.
Niemandsland: Eine gigantische Ödnis inmitten in der Stadt - die Mauer im Grenzraum Potsdamer Platz/Leipziger Platz in dieser Aufnahme aus dem Jahr 1989...
Touristenmagnet: .. im Jahr 2007 gibt es von der tristen Leere aus Mauertagen keine Spur mehr. Die nostalgische Verkehrsampel evoziert die "Goldenen Zwanziger", die Neubau-Architektur ein supermodernes Spree-Manhatten - an die vierzig Jahre Teilung erinnert hier nichts mehr.
Verwaist: Zwei Vögel und drei Wachmänner in ihrem Turm - ansonsten wagt sich keine Seele in den Grenzraum Friedrichstraße am Checkpoint Charlie in Kreuzberg/Mitte. Zumindest nicht 1982...
Überlaufen: ... 2007 sieht das ein wenig anders aus. Der uniformierte Russe auf dem Foto über dem jahrmarktähnlichen Treiben am Checkpoint Charlie staunt und wundert sich. Statt Brennpunkt des Kalten Krieg und Ort der Konfrontation ist die wohl berühmtesten Grenzkontrollstelle der Welt Treffpunkt für Touristen von überall auf dem Globus.