Chris Gueffroy Stasi vor dem Friedhof
Maueropfer Chris Gueffroy: Bei seinem Fluchtversuch von Ost- nach West-Berlin wurde der 20-jährige Chris Gueffroy am 5. Februar 1989 von DDR-Grenzsoldaten mit zehn Schüssen getötet, obwohl er sich bereits gestellt hatte. Er war das letzte Opfer, dass durch Schusswaffengebrauch an der Berliner Mauer starb.
DDP
Trauer um Chris Gueffroy: Die Beisetzung von Chris Gueffroy am 23. Februar 1989 auf dem Friedhof Baumschulenweg in Treptow wurde zur politischen Demonstration. Neben Freunden und Familie waren unter den rund 120 Teilnehmern auch zahlreiche Trauergäste, die Gueffroy nicht gekannt hatten, aber ein Zeichen gegen den Schießbefehl an der Mauer setzen wollten.
Letzte Ruhe: Das Grab des am 5. Februar 1989 bei einem Fluchtversuch erschossenen Chris Gueffroy auf dem Friedhof Baumschulenweg in Berlin-Treptow.
Kreuze für die Maueropfer: Kreuze mit den Namen der Opfer an einem Gitter vor der Berliner Mauer erinnern auf der West-Berliner Seite an die Menschen, die bei ihrer Flucht aus der DDR von Grenzsoldaten erschossen wurden. Die Aufnahme entstand 1986.
Maueropfer Peter Fechter: Der 17-jährige Peter Fechter wird am 17. August 1962 nach einem missglückten Fluchtversuch von DDR-Genzsoldaten abtransportiert. Fechter hatte 50 Minuten mit einem Beckendurchschuss im Todesstreifen an der Berliner Mauer nahe dem Checkpoint Charlie gelegen, bevor er geborgen wurde, und war verblutet. Sein Fall erregte weltweite Empörung.
Todesanzeige für Chris Gueffroy: Der Mutter des von DDR-Grenzern erschossenen Chris Gueffroy gelang es, eine Todesanzeige für ihren Sohn im SED-Bezirksblatt "Berliner Zeitung" aufzugeben. Die Formulierung "durch einen tragischen Unglücksfall von uns gegangen" verstanden die geübten Leser genau so, wie sie gemeint war - als Hinweis auf den gewaltsamen Tod an der Mauer.
Abgestürzter Ballon: Feuerwehrmänner bergen an der Potsdamer Chaussee in Berlin-Zehlendorf die Hülle des aus Plastikplanen gebauten Ballons, mit dem der 32-jährige Winfried Freudenberg in den frühen Morgenstunden des 8. März 1989 die Flucht in den Westteil der Stadt versuchte. Nachdem er die Mauer schon überflogen hatte, stürzte Freudenberg ab und wurde dabei tödlich verletzt.
Maueropfer Günter Litfin: Der 24-jährige Günter Litfin wurde am 24. August 1961 bei dem Versuch, durch die Spree den Westen zu erreichen, im Wasser des Humboldthafens von DDR-Posten durch einen gezielten Schuss getötet. Er war der erste Ostdeutsche, der an der Berliner Mauer erschossen wurde.
SPIEGEL ONLINE
Mauerbau 1961: Eine Ostberliner Maurerkolonne errichtet am 18. August 1961 an der sowjetisch-amerikanischen Sektorengenze am Potsdamer Platz unter Aufsicht von bewaffneten DDR-Volkspolizisten eine mannshohe Mauer. Am Morgen des 13. August hatten DDR-Streitkräfte unter dem Decknamen "Aktion Rose" damit begonnen, den Ostteil der Stadt mit Straßensperren aus Stacheldraht in Richtung Westen zu sperren. Der Bau des "antifaschistischen Schutzwalls" besiegelte die Teilung Deutschlands, die erst am 9. November 1989 mit dem friedlich erzwungenen Fall der Berliner Mauer endete.
Stein auf Stein: Ein Soldat der Nationalen Volksarmee beaufsichtigt 1962 einen Bauarbeiter bei der Reparatur der Berliner Mauer an der Bernauer Strasse.
Das Politbüro grüßt: SED-Generalsekretär Erich Honecker (M.), DDR- Verteidigungsminister Heinz Hoffmann (l.), und Ministerrats-Vorsitzender Willi Stoph (dazwischen) nehmen am 13. Auguist 1976 die Parade der Kampfgruppen zum 15. Jahrestag der "Errichtung des antifaschistischen Schutzwalles" ab. Dass die Mauer sich nicht gegen Faschisten draußen, sondern gegen Fluchtwillige innerhalb der DDR richtete, war dabei für alle Welt offenkundig.