Zum Tod von Maximilian Schell Ein Leben für die Schauspielerei
Maximilian Schell war einer der bedeutendsten und erfolgreichsten deutschsprachigen Schauspieler. Nun ist er "nach langwierigen Problemen mit seinem Rücken an den Folgen einer für ihn wichtigen Operation unglücklicherweise gestorben", wie seine Agentur mitteilte. Schell wurde 83 Jahre alt.
Maximilian Schell, hier im Januar 2008 bei einer Preisverleihung in München: "Ich habe eigentlich gar keinen Beruf. Ich wandere durch das Leben und durch alle Bereiche der Kunst."
Schell war einer der wenigen Schauspieler, die sowohl in Europa als auch in den USA erfolgreich waren. Sein Filmdebüt gab er 1955 in "Kinder, Mütter und ein General". Drei Jahre später spielte er an der Seite von Marlon Brando und Montgomery Clift erstmals in Hollywood, der Film hieß "The Young Lions".
"Das Urteil von Nürnberg" brachte Schell (l.) den Oscar als bester Hauptdarsteller: Er bekam die Trophäe als erster deutschsprachiger Schauspieler nach dem Zweiten Weltkrieg. Außerdem wurde Schell für seine Darbietung mit dem New Yorker Kritikerpreis und einem Golden Globe ausgezeichnet.
Maximilian Schell wuchs mit drei Geschwistern auf, sie alle wurden Schauspieler. Hier ist er 1977 in München mit seiner Schwester Maria zu sehen. Über sie drehte er 2002 ein sehr persönliches Filmporträt: "Meine Schwester Maria". Maria Schell starb 2005.
Maximilian und Maria Schell wurden 2002 für den Film "Meine Schwester Maria" mit einem Bambi ausgezeichnet. "Dieses goldene kleine Bambi kommt in den Wald hinter meiner Hütte und die anderen Rehe werden sich wundern", sagte Maria Schell damals.
Maria Schell (r.) im Jahr 1982 mit ihrem Bruder Maximilian und ihrer Tochter Marie Theres Relin - auch sie wurde später Schauspielern.
Die Geschwister Maria und Maximilian Schell wurden 2002 in Wien mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet, bei der Verleihung war Maria Schell abwesend. Hier sind zu sehen (v.l.): Thomas Gottschalk, Pianist Rudolf Buchbinder, Schell und Staatssekretär Franz Morak.
Von 1978 bis 1982 war Schell ein gefeierter "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen. Hier ist er bei einer Probe mit Schauspielkollegin Senta Berger zu sehen.
1997 erschien der Film "Telling Lies in America", für die Dreharbeiten stand Schell unter anderem mit Brad Renfro vor der Kamera.
Ein Küsschen gab es für Jodie Foster, als diese 1996 die Goldene Kamera verliehen bekam, daneben grinste Designer Giorgio Armani. Die Hollywood-Schauspielerin Angelina Jolie ist Schells Patentochter. Aber: "Sie weiß wahrscheinlich gar nicht, wer ich bin", sagte Schell.
Schell war Opern- und Filmregisseur, Dokumentarfilmer, Musiker, Maler und Bühnenautor. Hier ist er im Januar 2013 mit seiner Freundin Iva Mihanovic beim 40. Deutschen Filmball im Bayerischen Hof in München zu sehen. Wenige Monate später...
..., am 20. August 2013, heiratetet Schell seine 47 Jahre jüngere Freundin. Sie ist eine deutsch-kroatische Opernsängerin. Nach Schells Tod erklärte seine Sprecherin: "Iva war bis zuletzt bei ihm."
Schell war erklärter Fußballfan. Hier ist er 2007 mit Franz Beckenbauer und Hans Dietrich Genscher in der Semperoper zu sehen. Schell lebte bis zuletzt auf seinem Berghof in Preitenegg (Kärnten).
An der Seite von Moderatorin Barbara Schöneberger posierte Schell 2009 bei der Bambi-Verleihung in Potsdam. Schell wurde damals für sein Lebenswerk ausgezeichnet. "Kaum ein anderer deutschsprachiger Schauspieler wird in Hollywood so verehrt wie Maximilian Schell", hieß es in der Begründung der Jury.