Mayweather vs. McGregor Wie erwartet
"50 have tried, 50 have failed!" Floyd Mayweather jr. hat sich im "Milliarden-Kampf" in Las Vegas erwartungsgemäß gegen Conor McGregor durchgesetzt und beendet seine Karriere mit dem beeindruckenden Rekord von 50 Siegen in ebensovielen Kämpfen.
McGregor hatte großspurig angekündigt, den besten Boxer der Welt innerhalb der ersten Runden ausknocken zu wollen. Der Ire ist ein Meister der Selbstvermarktung und war bei den Pressekonferenzen deutlich unterhaltsamer als im Kampf. Beim Walk-In verzichtete er auf große Show und kam nur mit einer irischen Flagge um den Hals in den Ring. Im Hintergrund sieht man einen der UFC-Weltmeistergürtel des herausragenden MMA-Kämpfers.
Der "Milliarden-Kampf" hatte im Vorfeld für so viel Aufsehen gesorgt, dass sich viele Prominente das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Basketball-Superstar LeBron James war nur einer von vielen VIPs in den ersten Reihen.
Auch "Iron" Mike Tyson wollte die Show natürlich nicht verpassen - obwohl er im Vorfeld wie die meisten Experten darauf hingewiesen hatte, dass McGregor in einem Boxkampf nicht den Hauch einer Chance gegen Mayweather haben würde.
Der Ire gab sich vor Beginn betont cool und gelassen. Auf der Abschlusspressekonferenz vor dem Kampf hatte er noch angekündigt, alle Lügen zu strafen, die behaupten, dass er klar verlieren würde.
Tatsächlich begann McGregor bemerkenswert stark. Anstatt wie wild auf seinen Gegner loszustürmen und auf den schnellen K.o. zu gehen, boxte der Ire kontrolliert und gewann die erste Runde, in der er Mayweather mit einem schönen Uppercut erwischte. Es sollte aber einer von sehr wenigen sauberen Treffern McGregors bleiben.
Entgegen aller Erwartungen konnte McGregor die Anfangsphase ausgeglichen gestalten und zeigte solides Boxen. Mayweather wartete lange, bevor er selbst in die Offensive überging.
Zwischenzeitlich landete McGregor auch einige unsaubere Treffer und wurde für Schläge auf den Hinterkopf verwarnt. Dass er davon relativ viele schlug, lag aber auch daran, dass Mayweather sich so oft abduckte. In den ersten Runden war es kein schöner Boxkampf.
Um Mayweather zu locken, nahm McGregor phasenweise die Hände auf den Rücken. Insgesamt überließ der Ire seinem Gegner sehr oft die Initiative. Damit hatte Mayweather Schwierigkeiten, weil er ein sehr guter Konterboxer ist, aber nur ungern selber den Kampf bestimmt.
Je länger das Duell dauerte, desto mehr übernahm Mayweather aber die Kontrolle. Er gewann Runde um Runde, indem er klare Treffer setzte und McGregor durch den Ring vor sich her trieb.
Der Ire war spätestens ab der sechsten Runde sichtlich müde. Trotzdem hielt er lange durch und erreichte eine für ihn neue Rekordkampfzeit. UFC-Fights dauern maximal 25 Minuten, gegen Mayweather stand McGregor über 28 Minuten im Ring.
Das Ende kam in Runde zehn. Als Mayweather merkte, dass McGregor nichts mehr entgegenzusetzen hatte, machte er ernst und deckte den Iren mit harten Treffern ein. McGregor taumelte durch den Ring, ging aber nicht zu Boden.
Nach 1:05 Minuten der zehnten Runde hatte Ringrichter Robert Byrd genug gesehen und sprang dazwischen, um McGregor vor weiteren harten Treffern zu beschützen. Der Ire sagte im Anschluss zwar, dass der Abbruch aus seiner Sicht zu früh gekommen sei, musste aber einsehen, dass er gegen Mayweather chancenlos war.
Mayweather konnte sich nicht nur über seinen 50. Sieg und einen Verdienst von über 350 Millionen Dollar freuen, sondern bekam auch noch den "Money Belt" verliehen. Der World Boxing Council (WBC) hatte extra für den Kampf einen Gürtel aus Krokodilleder anfertigen lassen, der mit einer Plakette aus 1,5 Kilogramm 24-karätigem Gold und über 3000 Diamanten, Saphiren und Smaragden besetzt ist.