Greg Packer Hauptsache, die Welt nimmt ihn wahr
Bekloppt aussehen? Kein Problem. Hauptsache auffallen. Greg Packer trickst sich seit 1995 als allgegenwärtiger "Mann von der Straße" in Medienberichte. Hier lächelt er am 31. Dezember 2000 in die Kameras, als er zusammen mit Zehntausenden anderen Menschen am Times Square in New York auf Silvester wartet.
Packer am 3. April 2010 vor dem Apple-Store in New York: Fünf Tage und Nächte hatte er ausgeharrt, um als Erster das neue iPad in die Hand zu bekommen. Am Ende musste er zwar erleben, dass Kunden, die reserviert hatten, vorgezogen wurden. Aber mehrere hundert Medien hatten ihn, den Ersten in der Warteschlange, wieder einmal mit seinen Statements zur Sache zitiert.
Ergebnisse einer Bildersuche mit Packers Namen: Der 48-Jährige ist der wohl mit weitem Abstand meistzitierte ganz normale Bürger der Welt. Er tut alles dafür, damit das so bleibt. Mit Medien sprach er schon über Boticelli-Opern, Lady Dianas Ableben, James Brown und Bruce Springsteen, über Baseball, Football und Literatur.
Am 12. September 2011 war er mit der Tochter eines Opfers bei der Eröffnung des "9/11 Memorial Parks" am World Trade Center in New York: Packer ist ein ehemaliger Bauarbeiter ohne aktuelle Beschäftigung. Jahrelang investierte er jeden freien Tag in seine Medienauftritte, wie er sie nennt.
Am 8. Mai 2000 schaffte es Packer in New York bei der Beerdigung des Kardinals John O'Connor vor der St. Patrick's Kathedrale in die erste Reihe. In der Hand: ein Foto des Verstorbenen.