Medien Goebbels für alle
Reprint-Magazin "Zeitungszeugen": Mit einer Auflage von 300.000 Exemplaren geht "Zeitungszeugen" an deutschen Kiosken an den Start. Der bunte Zeitungsmantel ist der redaktionelle Teil - ein Mantel im doppelten Sinn: Er soll verhindern, dass die NS-Propaganda allzu ungefiltert beim Zeitungsleser landet und hilft dem Laien bei der historischen Einordnung. Ob das reicht? Die Macher jedenfalls hoffen auf ein mündiges Publikum, das "nachliest, nachdenkt und versteht."
Goebbels-Blatt "Der Angriff": Der ersten Auflage der "Zeitungszeugen" lag das NS-Blatt "Der Angriff" bei. Die Zeitung wurde 1927 von Goebbels gegründet und wetterte gegen die Weimarer Republik. Ihr Stil war rassistisch und antisemitisch.
NS-Hetzblatt "Der Stürmer": Eines der schlimmsten Blätter der NS-Zeit, Julius Streichers radikal-antisemitische Wochenzeitung "Der Stürmer", möchte der britische verleger Peter McGee in seiner Reihe "Zeitungszeugen" nicht nachdrucken. Der "Stürmer hatte zu seiner Hochzeit eine Auflage von einer halben Million.
Anti-jüdische Presse: Keine Zeitung hetzte derartsystematisch und unablässig gegen Juden wie Julius Streichers "Stürmer". Seit 1927 war in jeder Ausgabe des 1923 gegründeten NS-Kampfblatt das Zitat "Die Juden sind unser Unglück" des Historikers Heinrich von Treitschke zu lesen. Herausgeber Julius Streicher wurde im Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod verurteilt und hingerichtet.