Moderator Auf ein Fleischgericht mit Jan Böhmermann!
Angeknipstes Grinsen, ausgebreitete Arme, roter Schlips: Warum wurde dieser Mann im Jahr 2013 ausdauernd als Rettung des klugen deutschen Fernsehens gefeiert?
Jan Böhmermann ist 32 Jahre alt. Er ist das ewige Talent, das nun mit seiner eigenen Sendung "Neo Magazin" den Durchbruch geschafft hat. Und: Er kann essen und gleichzeitig reden.
Die Details seiner Vita passen in Twitter-taugliche 140-Zeichen: Kindheit in Bremen, Polizisten-Sohn, Schülerzeitung, Lokalzeitung, ARD-Volontariat, Radio, Harald-Schmidt-Sidekick, R&B-Talk, "Neo Magazin".
Aber es gibt auch Brüche: Der Radiosender 1Live hat ihn rausgeschmissen, genau wie HR3. Bei Radio Bremen wurde er zweimal suspendiert. 2009 bekam er dennoch für die Serie "TV Helden" gemeinsam mit Pierre M. Krause und Caroline Korneli den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Comedy".
Inhaltlich bewegt Böhmermann sich exakt auf der Grenze zwischen Gesellschaftskritik und dem Angebot von "BildPlus". Von seinem Spott betroffen ist eigentlich jeder um die dreißig, der regelmäßig sein Facebook-Profil aktualisiert. Hier steht er bei der Verleihung der "1Live Krone" 2008 auf der Bühne.
Angefangen hat der Hype um ihn vier Jahre später mit der Retro-Talkshow "Roche & Böhmermann" auf ZDF Kultur. Seitdem wird Böhmermann als "eines der größten Moderatorentalente" und "Ausnahmeerscheinung" bejubelt.
Besonders Journalisten finden ihn super. Sie räumen ihm die Medienseiten frei und stellen gern buddymäßige Fragen. Es ist deshalb schwer zu sagen, wie populär Böhmermann gerade wirklich ist - nach dem Aus für "R&B" zumindest geht es für "Neo Magazin" 2014 mit einer zweiten Staffel weiter.