Medienrummel Breivik vor Gericht
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik ist bei einem Gerichtstermin am Montag in Oslo erstmals öffentlich kurz von einem großen Medienaufgebot fotografiert und gefilmt worden. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte der gesamte Haftprüfungstermin live im Fernsehen und Internet übertragen werden können.
Anders Behring Breivik unmittelbar nach seiner Festnahme im Juli 2012: Wie das Foto an die Öffentlichkeit gelangte, ist unklar.
Das allerdings verbot die zuständige Richtern. Der Rechtsradikale Breivik soll das Gericht nicht zur Inszenierung seiner Person nutzen dürfen. Zudem hatten Angehörige der Opfer im Vorfeld gegen die Videoübertragungen des Massenmörders protestiert.
Als Breivik den Gerichtssaal zum Haftprüfungstermin betrat, grüßte er die Journalisten mit erhobenen Händen in Handschellen. Er wirkte selbstbewusst.
Der 32-jährige Breivik hatte am 22. Juli 2011 zwei schreckliche Attentate verübt und ganz Norwegen traumatisiert. Breivik hatte insgesamt 77 Menschen das Leben genommen.
Vor der Haftrichterin, knapp hundert Angehörigen von Opfern und Überlebenden sowie 160 Medienvertretern begründete Breivik seine Taten damit, dass er "in Notwehr" Norwegen vor einer "ethnischen Säuberung" habe bewahren müssen.
Das Interesse der Öffentlichkeit an Breivik bei seinem Haftprüfungstermin war enorm: Rund 160 Journalisten hatten sich im Saal versammelt. Vermutlich war das Interesse so groß, weil Breivik im Vorfeld angekündigt hatte, dass sein Auftritt gefilmt und fotografiert werden dürfe.