Verbundene Flüsse Mega-Wasserprojekt in Indien
Dorf in Westindien: Kinder waschen sich die Hände in einem Wasserspeicher. In Indien sollen in den kommenden Jahren Flüsse miteinander verbunden werden. In bislang trockene Gebiete soll so mehr Wasser gelangen.
Karte mit neuen Verbindungen: Geplant sind fast 15.000 Kilometer neue Wasserstraßen - deutlich länger als das gesamte deutsche Autobahnnetz. 3000 teils riesige Staudämme und 30 Kanäle sind vorgesehen.
Tiger im Zoo von Hyderabad: Experten warnen vor immensen Schäden für die Umwelt und die Bevölkerung. Das Wasserprojekt gefährde beispielsweise die Tiger im Panna-Nationalpark.
Staudamm im indischen Ahmedabad: "Es gab eine Zeit als Dämme als die Tempel des modernen Indiens gefeiert wurden", sagt der Ingenieur Himanshu Thakkar. Doch die Idee, Wasser aus Überflussgebieten in Mangelgebiete umzuleiten und dadurch die Wasserknappheit zu bekämpfen, zeuge heute von ökologischer Ignoranz.
Blick auf Drei-Schluchten-Staudamm in China: Der Stausee ist mehr als 600 Kilometer lang, Millionen Chinesen mussten zwangsweise umgesiedelt werden. Das Mega-Wasserprojekt in Indien könne noch weitaus schlimmere Folgen haben, warnt Wasserbauexperte Thakkar.
Überschwemmung im indischen Chennai: Das weitreichende Kanalsystem soll überschüssiges Wasser besser im Land verteilen.
Badende Elefanten im Fluss Yamuna in Neu Delhi: "Es ist ein Plan, der die Nation spalten wird, von dem nicht der kleine Mann sondern allein Großunternehmen profitieren werden", sagt der Experte für Regenwassernutzung, Rajendra Singh.
Premierminister Narendra Modi: Der Staatschef steht hinter dem Mammutprojekt. "Gebt unseren Bauern Wasser und seht, welche Wunder sie vollbringen können", fordert er.
Fischer unweit der Stadt Bhopal: 3000 teils riesige Staudämme und 30 Kanäle sind vorgesehen.
Libelle und stark bedrohtes Krokodil der Art Gavialis gangeticus im Fluss Chambal (Nordindien): An den Staudämmen, die für das Projekt gebaut werden sollen, könnten laut Plan 34 Gigawatt Strom produziert werden.
Proteste gegen das Flussverbindungsprojekt in Dhaka: Die Gesamtkosten werden mit mehr als 150 Milliarden Euro veranschlagt.
Geier über einem Fluss in Udhampur im Norden Indiens: Umweltschützer haben die zuständigen Gerichte mit Petitionen überzogen, das Projekt liegt vorerst auf Eis.
Touristen baden im Fluss Betwa nahe des Orchha Palace: Durch die geplanten Stauseen würden bis zu eine halbe Millionen Menschen vertrieben, warnen Aktivisten.
Fischer auf dem Anchar See in Srinagar (Nordindien): Besonders indigene Völker, die in und von den Urwäldern Indiens leben, seien bedroht, sagt Sushmita Sengupta vom Zentrum für Wissenschaft und Umwelt (CSE) in Neu-Delhi.
Drei Mädchen am Fluss Ken in Panna (Zentralindien): Etwa 10 Millionen Inder leben von der Flussfischerei und der Flussschifffahrt.