"Mein Ein, mein Alles": Maïwenn inszeniert Emanuelle Bercot - DER SPIEGEL
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"Mein Ein, mein Alles" Hang zu Gefühlsfeuerwerk

Das Ehedrama "Mein Ein, mein Alles" ist extrem intensives Schauspielerkino mit Vincent Cassel und Emmanuelle Bercot. Liebe ist in diesem Film Rausch, Sucht, Abhängigkeit.
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Geschickt schlingt George (Vincent Cassel) schwere Ketten um seine Ehefrau Tony (Emmanuelle Bercot) und sich, um sich dann, wie der Entfesselungskünstler Houdini, selbst langsam zu entwinden.

Foto: Studiocanal
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Wie Tony fühlt sich auch Giorgio eingeengt in der Beziehung, doch nur ihm gelingt es, sich aus den Zwängen zu befreien. Tony hingegen sieht man nicht nur einmal in dem Film "Mein Ein, mein Alles" schnappatmend nach Luft ringen.

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Dabei begann alles so rasant: Erstes Date, betörender Sex, und schon sagt er: "Ich liebe dich."

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Essen in schönen Restaurants, Zusammenleben in George schmucker Wohnung. Hochzeit, Schwangerschaft, Kind. Alles geht ganz schnell.

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Doch Giorgio ist ein Narziss, ein liebender Egomane, ein verspieltes Kind. Früher hatte er Beziehungen allein mit Models, deren Glanz auf ihn abfallen sollte. An einer von ihnen, der spindeldürren Agnès (Chrystèle Saint-Louis Augustin), hängt er noch immer und kann nicht los von ihr.

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Giorgio magnetisiert die Aufmerksamkeit seiner Umgebung (hier Tonys skeptischer Bruder Solal, gespielt von Louis Garrel), und wenn er sie nicht bekommt, reagiert er ungehalten.

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Seine Freunde sucht sich in der Kunst- und Modewelt, umgibt sich mit der Pariser Jeunesse dorée. Schöne junge Menschen, in deren Gegenwart sich seine Ehefrau Tony (r.) wie graues Mittelmaß vorkommt.

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"Mein Ein, mein Alles" ist faszinierend intensives Schauspielerkino. Emmanuelle Bercot hat für ihre Tour de Force im vergangenen Jahr den Darstellerinnenpreis beim Filmfestival in Cannes gewonnen.

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Regisseurin Maïwenn lässt in diesem Film einmal mehr einen Hang zu forcierten Emotionen, ja zu regelrechten Gefühlsfeuerwerken erkennen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?