Kindheit als Mennonit Kein TV, aber viel Natur
Statt im Internet zu surfen und Fernsehen zu gucken, helfen Kinder aus mennonitischen Familien ihren Eltern bei der Haus- und Gartenarbeit oder spielen in der Natur. Hatnim Lee fotografiert seit 2015 mennonitische Familien vor allem in Pennsylvania.
Jungs tragen in den Familien, die Lee kennenlernte, oft Jeans, karierte Hemden, Hosenträger und Hüte, Mädchen lange Kleider - häufig mit Blumenmuster - und Hauben. Freizügige Kleidung ist untersagt.
Schon morgens vor der Schule müssen die Kinder erste Aufgaben erledigen. Aaron hilft hier in einem Stall, in dem Kühe und Pferde stehen.
Viele Familien, mit denen Lee Bekanntschaft machte, versorgen sich größtenteils selbst, haben einen Hof, den sie bewirtschaften. Die Familie Nolt aus Moselem Springs, Pennsylvania, erntet heute.
Auch diese Familie gehört den Mennoniten an, einer evangelische Freikirche, die auf die Täuferbewegung der Reformationszeit zurückgeht und geschichtlich eng mit den Amischen verbunden ist.
Lachen und Spaß sind aber nicht verboten: Mary und Beverly springen auf ihrem Trampolin. Lee fühlte sich sehr wohl bei den Mennoniten - auch wenn sie selbst sich so ein Leben nicht vorstellen könnte.
Es komme gelegentlich vor, dass Jugendliche aus der Gemeinschaft ausbrechen, doch in keiner Familie, die sie besuchte, sei das passiert, sagt die Fotografin. "Viele von ihnen kennen aber auch kein anderes Leben", sagt Lee.
In Pennsylvania sprechen die Mennoniten Pennsylvania-Deutsch, das auf einen Pfälzer Dialekt zurückgeht, und lernen erst in der Schule Englisch.
Das achte Kind der Familie Zimmermann ist zur Welt gekommen. Laut Lee haben die Familien häufig sehr viele Kinder, bereits mit Anfang 20 seien die meisten verheiratet.
Die Familien haben keine Autos, stattdessen bewegen sie sich mit Pferdekutschen fort. Im Gegensatz zu den Amischen nutzen die Mennoniten, die Lee kennenlernte, Strom, haben Bücher, Zeitungen und Telefone. Doch Fernsehen, Internet und Autos sind bei den meisten tabu.