Mexiko Der Fall Iguala
Noch immer sind die 43 verschwundenen Studenten in Mexiko nicht gefunden worden. Das Verbrechen im Bundesstaat Guerrero wühlt das ganze Land auf. Hier wollen Mitglieder einer Bürgerwehr sich selbst auf die Suche nach den Studenten machen, als sie von einem Polizisten kontrolliert werden (Foto vom 7. Oktober).
Die Studenten stammten von der traditionell linksorientierten pädagogischen Hochschule von Ayotzinapa. Hier patrouilliert ein Sicherheitsmann auf dem Gelände des Lehrerseminars. Die Studenten waren in die Stadt Iguala gefahren, um Spenden zu sammeln. Sie kaperten anschließend drei Busse, weil sie damit zu einer Demonstration nach Mexiko-Stadt fahren wollten. Aber örtliche Polizisten versperrten den Bussen den Weg und eröffneten ohne Zögern das Feuer. An dem Überfall auf die Studenten beteiligten sich auch Männer in zivil, vermutlich Pistoleros der "Guerreros Unidos", einer örtlichen Splittergruppe des organisierten Verbrechens. Anschließend nahm die Polizei 43 Studenten fest und brachte sie auf Polizeireviere der Stadt. Von dort wurden die Jugendlichen dann an Mitglieder der "Guerreros Unidos" übergeben. Zwei der Kämpfer sagten aus, die Studenten seien anschließend umgebracht worden.
Der Fall löste Proteste aus. Aufgebrachte Kommilitonen der Verschwundenen zündeten den Sitz der Regionalregierung in Chilpancingo an.
Hier nehmen Angehörige und Freunde der verschwundenen Studenten an einer Messe in Chilpancingo teil.
Da die lokalen Sicherheitskräfte in Iguala eng mit kriminellen Gangs verbandelt sein sollen, haben die mexikanische Armee und die Bundespolizei die Kontrolle in Iguala übernommen.
Ein Polizist und zwei Bandenmitglieder haben gestanden, 17 Studenten getötet und in diesem Massengrab verscharrt zu haben. Erste DNA-Tests brachten bisher aber keine Bestätigung. Um wen es sich bei den bisher untersuchten Leichen handelt, ist nicht bekannt.
Spuren am Tatort: Laut Augenzeugen sollen die Leichen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sein.
Inzwischen suchen rund 1200 Bundespolizisten nach den Verschwundenen.