Mexiko Land in Aufruhr
Der Auslöser für den Aufruhr in Mexiko hat einen Namen: "Gasolinazo." So nennen die Menschen die Erhöhung der Benzinpreise um 20 Prozent zum Jahreswechsel. Und dagegen gehen sie in Massen auf die Straße, wie hier am 9. Januar in der Hauptstadt.
Die Menschen verbrannten bei dem Protest Puppen des neugewählten US-Präsidenten Donald Trump und des mexikanischen Staatsoberhaupts Enrique Peña Nieto.
Peña Nieto wurde von den Protesten völlig überrascht - er reagierte langsam und unbeholfen. Eine Fernsehansprache machte die Menschen nur wütender.
Für die Mexikaner geht es um viel mehr als um die Benzinpreiserhöhungen. Denn es folgten zahlreiche Preisschübe bei Strom, Gas und Nahverkehr - für viele ist das existenziell bedrohlich.
Zahlreiche Tankstellen sind nun geschlossen, einige wurden zeitweise besetzt. Diese Tankstelle in Mexicale ist wegen Benzinknappheit nicht mehr geöffnet - Demonstranten blockieren das Benzinlager.
In 29 der 32 Staaten des Landes gab es Demonstrationen. Bei Protesten in Rosarito nahe Tijuana nahm die Polizei diesen Mann fest. Insgesamt vermeldeten die Sicherheitskräfte im ganzen Land 1500 Festnahmen.
Die Proteste wurden teilweise gewalttätig. In Rosarito zogen die Polizisten am 7. Januar ihre Waffen. Sechs Menschen sind getötet worden, seit die Proteste begonnen haben.
Die Feuerwehr musste am 5. Januar in Ixtlahuaca ein Feuer bei einer Pipeline löschen. Es war ausgebrochen, als Menschen versucht hatten, Benzin zu stehlen.
"No al gasolinazo", haben diese Menschen in Mexiko-Stadt auf ihre Schilder geschrieben. "Nein zur Benzinpreiserhöhung."
"Fuera Peña", verlangen viele Demonstranten. Sie fordern Präsident Enrique Peña Nieto auf zurückzutreten.
"Die Wirtschaftskrise wird sich mit dem Druck Trumps dieses Jahr verschärfen. Hinzu kommt die steigende Arbeitslosigkeit, die hohe Kriminalitätsrate und die Schwäche der Regierung", meinen Experten. Das sei "ein explosiver Cocktail".
Diese Menschen in Mexiko-Stadt verbrennen eine Trump-Puppe. Der neugewählte US-Präsident tritt am 20. Januar sein neues Amt an - für Mexiko dürfte das weiteren Ärger bedeuten.