Nachwuchsfußball in Mexiko Auf den Spuren von Rafa Marquéz
Als Giovani dos Santos (r.) 2007 die Profibühne betrat, prognostizierten ihm viele eine große Zukunft. Bei Barcelona konnte sich dos Santos, hier an der Seite von Ronaldinho, allerdings nicht durchsetzen.
Der ehemalige U17-Weltmeister konnte bei seinen Vereinen selten brillieren. Mit Mexikos Nationalelf gewann er immerhin dreimal den Gold Cup. 2012 holte er zudem Olympiagold.
Bei seiner zweiten Station in Europa blieb dos Santos ebenfalls blass: Von 2008 bis 2012 stand er bei Tottenham Hotspur unter Vertrag. Drei Ausleihen in vier Jahren belegen, dass der Mexikaner (r.) nur selten überzeugen konnte.
In Spanien fand dos Santos (l.) allmählich wieder in die Spur: Bei Santander und Mallorca ging seine Formkurve nach oben. 2013 verpflichtete Marcelino García, der in Santander bereits dos Santos' Trainer war, seinen Wunschspieler für Villarreal. Gemeinsam führten sie den Aufsteiger im Folgejahr auf einen Europa-League-Platz.
Auch im Nationalteam stellte dos Santos seine Klasse wieder unter Beweis. Bei der WM 2014 schaffte El Tri den Sprung ins Achtelfinale. Dort war gegen die Niederlande Schluss. Dos Santos hatte Mexiko in Führung gebracht, zwei späte Gegentore bedeuteten doch noch das dramatische Aus.
2015 wagte dos Santos einen Neubeginn in der MLS. Nach einem Jahr Abstinenz wurde der Offensivmann von LA Galaxy (r.) wieder in Mexikos Nationalmannschaft berufen.
Mit dieser kämpft er aktuell beim Confed Cup um den Einzug ins Halbfinale.
Ähnlich talentiert: Teamkollege Carlos Vela, der 2005 ebenfalls U17-Weltmeister wurde.
Auch Vela (r.) blieb bislang der große Durchbruch verwehrt: Bei Arsenal konnte er sich nie durchsetzen. Und während seiner vier Ausleihen konnte sich der Stürmer ebenfalls nicht für größere Aufgaben empfehlen. Seit 2012 spielt Vela nun für San Sebastián.
Die Liste mexikanischer Fußballer, die trotz großen Potenzials nie zum internationalen Star aufstiegen, lässt sich noch erweitern: Chicharito war bei Manchester United und Real Madrid oft nur Ersatz.
2015 unterschrieb der Angreifer bei Bayer Leverkusen. Seither erzielte Chicharito (r.) 28 Tore in 54 Bundesligapartien.
Als eines der vielversprechendsten Talente des Landes gilt aktuell Hirving Lozano. Mit sechs Toren und fünf Vorlagen in 17 Spielen half der Flügelspieler (l.) tatkräftig mit, dass sein Heimatklub Pachuca 2016 den "Clausura"-Meistertitel errang. Im Jahr darauf schoss er ihn mit acht Treffern zum Sieg in der nord- und mittelamerikanischen Champions League. Demnächst stürmt er für die PSV Eindhoven.
Auch Carlos Salcedo will in Europa die nächste Stufe auf der Karriereleiter erklimmen. In der Serie A zeigte der 23-Jährige (l.) bei Florenz gute Ansätze, in der kommenden Saison steht er leihweise für Eintracht Frankfurt auf dem Rasen.
Er gilt als lebende Legende im fußballbegeisterten Mexiko: Rafael Márquez. Mit 38 Jahren ist er immer noch aktiv.
Mit dem FC Barcelona errang Márquez fünf spanische Meisterschaften und holte sogar zweimal den Champions-League-Titel.