Ausstellung "Micro Era" Hirnstimulation aus Fernost
Elektromagnetische Hirnstimulation ist das Thema eines Videos von der chinesischen Künstlerin Lu Yang, das bei der Ausstellung "Micro Era" in Berlin gezeigt wird.
Lu Yang, 1984 geboren, thematisiert mit dem Blick eines Digital Native die japanische Popkultur.
Sogar ganze Pseudo-Games hat Lu Yang entworfen. Zum Beispiel mit dem Post-Gender-Superhelden "Uterus Man" mit weiblicher Gebärmutter, der einige Spezialtricks parat hat.
Ganz anders ist die Atmosphäre in den Arbeiten der Filmemacherin Cao Fei, 1978 in Guangzhou geboren.
Ihre Videoinstallation "Asia One" spielt zum Teil in einem vollautomatisierten Sortierungszentrum.
Sie übernimmt Motive aus chinesischen Opern, versetzt in die hypermoderne, technisierte Umgebung.
Szene aus "Asia One". Mit einem anderen Werk, "Prison Architect", war Cao Fei 2019 auch bei der Berinale vertreten.
Auch der 1987 geborene Fang Di bevorzugt eher narrative, dokumentarische Formen.
In seinem jüngsten Werk "Minister" legt er die weitreichende Korruption in Papua-Neuguinea offen.
Auch "The Magical of Pipes" basiert auf Fang Dis Arbeitserfahrung als Angestellter eines chinesischen Staatsunternehmens in der südpazifischen Inselnation.
Kleinteilig geht der Filmemacher vor - und berührt auf diese Weise dennoch globale Themen.
Zhang Peili ist so etwas wie der Begründer der Medienkunst in China.
Sein Film "30x30", ein mehrstündiger Loop über das Zersplittern und Wiederzusammenkleben einer Spiegelfliese, stammt aus dem Jahr 1988.
Die Ausstellung im Kunstforum Berlin verzichtet darauf, möglichst viele Positionen zu zeigen, sondern konzentriert sich auf vier Künstler.
Die üblichen Ausreden, warum man nicht länger als ein paar Minuten vor Videokunstwerken auszuharren bereit sei, lässt der Museumsdirektor nicht gelten.
Die Kritik, dass Videoarbeiten oft viel zu lang seien, könne er "nicht mehr akzeptieren", sagt Udo Kittelmann.
"Micro Era", die Ausstellung über Medienkunst aus China, ist noch bis zum 26. Januar in Berlin zu sehen.
Manche Werke erzeugen unweigerlich ein Bewusstsein dafür, wie sich reale Überwachung anfühlt.