Milliardär Richard Branson Visionär oder Schaumschläger?
Das gute Stück ist endlich fertig: Richard Branson und Flugzeug-Designer Burt Rutan posieren for dem "SpaceShipTwo", das am Muttershiff "WhiteKnightTwo" hängt. In zwei bis drei Jahren will Branson mit seiner Firma "Virgin Galactic" Weltraumtouristen in den Orbit bringen. Geflogen ist "SpaceShipTwo" bisher noch nicht.
Das Trägerschiff soll das eigentliche Raumschiff auf 15.000 Meter Höhe bringen und dort ausklinken. "SpaceShipTwo" soll dann sechs Weltraumtouristen bis in die Schwerelosigkeit fliegen - für ein paar Minuten. Sieben Raumflugzeuge will Branson insgesamt bauen. Zwei davon haben schon einen Namen: "Enterprise" und "Voyager" - wie die Raumschiffe in der Science-Fiction-Reihe "Star Trek".
Das Trägerschiff "WhiteKnightTwo" hat Branson auf den bodenständigeren Namen "Eve" getauft - nach seiner Mutter.
2008 stellte Branson die doppelrumpfige "Eve" der Öffentlichkeit vor. Die Entwicklung des Fliegers wurde allerdings von einem Unfall überschattet. Bei Tests an den Treibstoffleitungen kamen bei einer Explosion drei Angestellte ums Leben.
Bransons Traum vom Weltraumflug: Mit dem Vorgänger-Modell "SpaceShipOne" bewarb sich Branson um den Ansari X-Prize, einen Wettbewerb um den ersten privaten suborbitalen Raumflug.
Der Milliardär Richard Branson ist ein Meister der Selbstinszenierung. 2002 präsentierte er sich eher leicht bekleidet auf dem New Yorker Times Square.
Bereits 1996 hatte er sich anlässlich der Eröffnung eines Brautmodengeschäfts entsprechend verkleidet.
Zu seinem Firmenimperium Virgin gehört mit Virgin TV auch ein eigener Pay-TV-Anbieter in Großbritannien.
Das Hauptgeschäft Bransons ist die Fliegerei. Zum 25. Geburtstag seiner Fluggesellschaft Virgin Atlantic posierte Branson mit dem Model Kate Moss auf dem Flügel eines Jumbo Jets.
Immer für eine gelungene Werbeaktion zu haben: 2008 versuchte Richard Branson - mit seinen Kindern an Board - in Weltrekordzeit den Atlantik zu überqueren, musste jedoch nach zwei Tagen aufgeben. Bei der Namensgebung war Branson jedoch gewohnt treffsicher: Seine Renn-Yacht taufte er "Virgin Money".
Um seine Fluggesellschaft am Leben zu erhalten, musste Branson seine bekannte Plattenfirma Virgin Records an EMI verkaufen. Seitdem ist das Fliegen sein Hauptgeschäft. 2007 stieg er mit 20 Prozent bei Air Asia ein.
Auch dem Kampf gegen den Klimawandel hat sich Branson verschrieben: 2008 kündigte er medienwirksam an, seine Flotte mit Biosprit fliegen lassen zu wollen - gewonnen aus Kokosnüssen.
Kein Foto ohne schöne Frauen, auch nicht in Kenia. Neben seinem Fluggeschäft präsentiert sich Branson auch gern als Natur- und Tierschützer.
Hebt bei der Arbeit gern Models hoch: Branson und Dita Von Teese bei einer Eröffnungsfeier des Telekommunikationskonzerns Virgin Media 2007 in London.
Bransons Airline Virgin Atlantic bezahlte auch den GlobalFlyer: 2005 umrundete der Milliardär Steve Fossett damit erstmals allein die Welt ohne Zwischenstop. Zwei Jahre später starb Fossett bei einem Absturz in Kalifornien.